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Aktuelles

Hier finden Sie neu gestartete Angebote im Bereich kultursensible Altenhilfe aus dem insgesamt rund 4.100 Einträge umfassenden Pool unserer Kontaktdatenbank.

Sollten Sie Interesse haben, hier Ihre Arbeit vorzustellen, so nehmen Sie Kontakt zum Bonner Projektbüro auf.

Zu den Kurzbeschreibungen der Arbeitsschwerpunkte unserer Kooperationspartner gelangen Sie, wenn Sie dem jeweils angegebenen Link folgen.
 

AAMEE - Active Ageing of Migrant Elders across Europe
Europäisches Forschungsnetzwerk zum Thema „Active Ageing of Migrant Elders across Europe“

Activ für Senioren e.V.
„So viel Eigenständigkeit wie möglich, so viel Hilfe wie nötig“

Ariana
Erste interkulturelle Tagespflege in Hamburg eröffnet

AWO Kreisverband Nürnberg e.V.
Über Brücken kannst Du gehen - Ein Projekt für demenzkranke russischsprachige Menschen

AWO Kreisverband Osnabrück:
Koordinierungsstelle zur Informationsreihe "Älter werden in Deutschland für Aussiedler "

AWO Bezirksverband westliches Westfalen e.V:
Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte

Behandlungszentrum für Folteropfer (bzfo)
Projekt: Sprungbrett -
Berufsvorbereitung für junge Migranten und Flüchtlinge für den Bereich Pflege und Gesundheit

berami berufliche Integration e.V.
Schatztruhen des Lebens

BiG - Bildungsinstitut im Gesundheitswesen
IKAP - Interkulturelle Kompetenzentwicklung in der Altenpflege

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Programm "Freiwilligendienste aller Generationen"

Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V.
Deutsch-Polnische Kooperation für NS-Opfer

Caritasverband Frankfurt
Wegbegleiter & Interkulturelle Öffnung (IKÖ): Ein deutschitalienisches Projekt zur Unterstützung älterer Italiener in Frankfurt

Caritasverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus e.V.
Ehrenamtliche Patinnen unterstützen Migranten im Alltag
Caritas will mit Modellprojekt Integration fördern

Caritas-Zentrum München-Nord
Betreuungsgruppe für türkischsprachige Demenzpatienten

Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS)
Türkische Knochenmarkspender gesucht

Dorkas Gruppen
Bundesmodellprojekt: Kompetenznetzwerk Sucht-Selbsthilfe für Migrantinnen und Migranten aus Osteuropa und Asien: KoSMOs und Exjuse

CDU Köln
Türkische Bürgersprechstunde

Der Paritätische
Handy-Seminar für türkische Senioren

Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte e.V.
Koordinierungsstellen Rund ums Alter sind ideale zukünftige Pflegestützpunkte

EU - Education and Culture DG - Lifelong Learning Programme
TRICC — Förderung der mehrsprachigen und interkulturellen Kompetenzen
im Sozial- und Gesundheitswesen

Evangelische Akademie der Pfalz
Ausbildung zur islamischen Notfall- und Krankenhausseelsorge

Evangelische Fachhochschule Hannover
„Ohne Angst verschieden sein können:
Kultursensible Altenpflege – Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse für die Region Hannover“

Fachberatungsdienst Zuwanderung, Integration und Toleranz im Land Brandenburg, FaZIT
El Puente: Clearingstelle für die Beratung, Behandlung und Prävention psychisch erkrankter, insbesondere traumatisierter MigrantInnen

Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V.
Institut für Gerontologie an der Universität Dortmund

Gesundheitsförderung und Primärprävention bei älteren Menschen mit Migrationshintergrund

Forschungsstelle und Beratungsstelle für Sprachrehabilitation (FBS) der Universität Köln
Beratung und Sprachtherapie für mehrsprachige Menschen

Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e.V.
Interkulturelle Tagesbetreuung im Gallus

Gesundheitsamt Bremen
Bremer Netzwerk für die Gesundheit von Migrantinnen und Migranten

G-plus - Zentrum im internationalen Gesundheitswesen
Erfahrungen kennen keine Grenzen - Chancen auch nicht! Das Internationale Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit und Das internationale Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz

Grone-Bildungszentrum Schleswig-Holstein GmbH
Schulungen für Senioren mit Migrationshintergrund in Lübeck

Hayat Frauen Fitness
Fitnessstudio nicht nur für muslimische Frauen

HealthTwiST GmbH
Zwillingsstudien für die Gesundheit - Einbeziehung von Migranten in die Gesundheitsforschung. Es werden Teilnehmer gesucht.

Hilfe im Alter gemeinnützige GmbH der inneren Mission München
Seminar für mehrsprachige Helferinnen und Helfer - Alt werden in der zweiten Heimat

IFAK e.V. Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe - Migrationsarbeit
IFAK-Stadtteilzentrum Dahlhausen ist Mehrgenerationenhaus und multikulturelles Leuchtturmhaus

IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle e.V.
Interkulturelle Öffnung der Behindertenhilfe

InFö
Interkulturelles Mehrgenerationenhaus in Tübingen

Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V.
Wissenschaftliche Begleitung des Projektes "Unterstützung und Betreuung von türkischstämmigen Familien mit behinderten Angehörigen" der Behindertenhilfe Hamburg

Kreis Bergstrasse
Modellprojekt: Integration braucht Partnerschaft Integration fördern, Zusammenleben miteinander gestalten

Katholisches Klinikum Duisburg
Klinik in Duisburg erprobt internen Dolmetscherdienst mit neun Sprachen

Krebsgesellschaft NRW
Aktiv gegen Brustkrebs - Seminare zur Selbstuntersuchung der Brust speziell für türkische Frauen in NRW

Kubia - Europäisches Zentrum für Kultur und Bildung im Alter
Polyphonie: Ein Projekt zur kulturellen Bildung älterer Migranten aus dem Ruhrgebiet

Landes-Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände Schleswig-Holstein e.V.
Netzwerk Älterer Migranten in Kiel-Gaarden und Kiel-Mettenhof

Landesvereinigung für Gesundheit Bremen e.V.
Zentrum für Bewegungsförderung Nord – Bewegung im Norden

MigraMI
Sprach- und Kulturmittler in Bergheim

Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
„Aktives Altern von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Europa“ (AAMEE)

Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
„Aktives Altern von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Europa": Good-Practice Austauschprogramm für Organisationen und Vereine aus dem (frei-)gemeinnützigen Bereich

Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz
Vielfalt bewegt

Multikulturelles Forum e.V.
Integrative Bürgerhilfe Bergkamen

Paritätischer Wohlfahrtsverband Hamburg
Pflegeberatung für Migrant(-innen) in Hamburg

Paritätischer - Kreisgruppe Essen
Gesundheitsselbsthilfe NRW und Migration

Pro Wohnen
Internationales Wohnen Oberhausen-Tackenberg

Psychiatrischen Hilfsgemeinschaft Duisburg:
Ambulant Betreutes Wohnen für Menschen mit einer geistigen
Behinderung

Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V.
Kulturelle Angebote für Ältere mit Zuwanderungsgeschichte in Nordrhein-Westfalen (KÄZ)

Senator-Gruppe
Jüdisches Seniorenheim für Mitglieder der jüdischen Gemeinde Dortmund

Service Civil International - Deutscher Zweig e.V. (SCI-D)
Projektpartner für internationale Workcamps gesucht

Stadt Hilden
„Wie war das noch damals?“ Hildener Zuwanderer der ersten Generation sog. „Gastarbeiter“ erzählen ihre Geschichte(n)

Stadtteilwerkstatt „Dicker Busch“
Ältere MigrantInnen im Stadtteil-Leben

St. Hedwig Krankenhaus
Studie: Suizidraten und Suizidprävention bei Berliner Frauen mit türkischem Migrationshintergrund

Tunakan
Interkulturelles Gesundheits- und Pflegezentrum eröffnet

Universität Bielefeld , Fakultät für Gesundheitswissenschaften; Epidemiologie & International Public Health (AG3)
Verbesserung der häuslichen Pflege von türkischen Migranten in Deutschland. Kontrollierte prospektive Studie mit narrativem Interventionsansatz

Universität Dortmund, Fakultät 15: Institut für Deutsche Sprache und Literatur
Projekt "Schreiben zwischen Sprachen und Kulturen: Ressource und Hemmnis der Integration"

Universität Hamburg
Entwicklung und Evaluierung eines Fortbildungsmoduls für zweisprachige Krankenhausmitarbeiter

Universität zu Köln, Forschungsstelle für Interkulturelle Studien
Kompetenzen europäischer Stadtquartiere im Umgang mit Diversität

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Gesundheitskompetenz von türkischstämmigen Diabetikern in Abhängigkeit von Krankheitsverlauf, Versorgungskonzept, sozioökonomischem Status und Integration

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Entwicklung und Evaluation eines klinischen ethno-kulturell sensitiven psychometrischen Status- und Verlaufsinstruments und eines Instruments zur Messung der Patientenzufriedenheit

Vingster Treff
„Vingster begrüßen Neubürger“ mit einem Begrüßungspaket"

VAPiM:
Verein für Ambulante Pflege integrationsbedürftiger, behinderter, alter, kranker und sterbender Menschen

Verbandes binationaler Familien und Partnerschaften (iaf)
„Omas und Opas erzählen in vielen Sprachen“
Ein generationenübergreifendes Projekt des

Verband für interkulturelle Arbeit e.V. (VIA)
Gesundheit für Migranten – Sensibilisierung und Prävention

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Politisches Potential des Internet - Die virtuelle Diaspora der Migranten aus Russland und der Türkei in Deutschland

Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Mainz e.V.
Beratungsangebot für behinderte und chronisch kranke Migranten in Frankfurt

Älter werden in Deutschland

Koordinierungsstelle
zur Entwicklung interkultureller Angebote für
ältere Aussiedler und Aussiedlerinnen.

Seit Ende der 80iger Jahre sind Aussiedler und ihre Familienangehörigen die größte Gruppe, die nach Deutschland eingewandert ist. Im Durchschnitt waren in den vergangenen Jahren 10% bei der Einreise über 60 Jahre alt. Im Alter in ein neues Land zu wandern heißt, es bleibt wenig zeitlicher Spielraum für Lernprozesse und Neuorientierung. Die Möglichkeiten motivierter, individueller Initiative für die Lebensabendgestaltung können eingeschränkt sein. Senioren und Seniorinnen mit Migrationshintergrund nutzen die Möglichkeiten, die ihnen schon jetzt die Altenhilfe bietet, viel zu wenig.

Hier knüpft die Informationsreihe „Älter werden in Deutschland“ an. Das in den Niederlanden erfolgreiche Programm „Ouder worden in Nederland“ wurde von einem interdisziplinären und interkulturellen Expertenteam für Deutschland überarbeitet und angepasst. Ein bundesweites Netzwerk, bestehend aus Fachkräften der Altenhilfe und der Aussiedlerarbeit und Mitglie-dern von Aussiedlerorganisationen hat die Medien und Methoden auf die Gruppe älterer Aussiedler und Aussiedlerinnen übertragen.

Die Informationsreihe besteht aus 6 Treffen, die bausteinartig konzipiert sind. Mit Fotokar-ten und Videofilmen werden emotionale Themen aufgegriffen. Die Teilnehmenden sollen erkennen, dass es kein „entweder die Kinder oder die Altenhilfe“ gibt, sondern dass sie aus der breiten Palette der Angebote auswählen können. Das Angebotsspektrum der Altenhilfe wird visualisiert und mit einer Exkursion werden ausgewählte Angebote vor Ort praktisch erfahren. Zum Abschluss beurteilen die Teilnehmenden die vorgestellten Angebote und for-mulieren Wünsche und Hinweise an die Einrichtungen.

Zur Durchführung der Informationsreihe vor Ort gibt es einen Medienkoffer. Er enthält:
 Ein Handbuch und eine CD mit allen Materialien
 Zwei Videofilme
 Zwei Vorträge mit Overhead-Folien
 Fotokarten
 Plakat mit Darstellung der ambulanten Angebote für ältere Menschen
 Broschüre „Älter werden in Deutschland“ zweisprachig

Die Koordinierungsstelle besteht seit Dezember 2005.
Aufgaben der Koordinierungsstelle:
Beratung und Begleitung der Durchführenden an ausgewählten Probestandorten
Evaluation der Durchführung
Aktualisierung des Medienkoffers
Organisation von Netzwerktreffen, Trainingsseminaren und Fachtagen

Ansprechpartnerin: Nonna Bekker Tel: 0541.1818047 Fax: 0541.1818022
AWO Kreisverband Osnabrück
Johannisstraße 37/38, 49074 Osnabrück
e-mail: bekker@awo-os.de

Gefördert durch: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

 

In Gründung:
VAPiM: Verein für Ambulante Pflege integrationsbedürftiger, behinderter, alter, kranker und sterbender Menschen

In etwa acht Jahren werden 1,3 Millionen Migranten älter als 60 Jahre sein, im Jahr 2030 wird diese Zahl auf 2,8 Millionen steigen. Unbemerkt von vielen Seniorenheimbetreibern entsteht ein Markt mit großem wirtschaftlichem Potential. Probleme macht vor allem die selbst gewählte Isolation, in der nicht wenige der nun betagten Migranten ihr bisheriges Leben geführt haben. Während die Männer wenigstens bei der Arbeit mit der Kultur des Gastlandes in Kontakt kamen, ist vielen Ehefrauen die neue Heimat völlig fremd geblieben. Verständlich, dass sich viele Pflegebedürftige nun auch bei der Wahl des Pflegeplatzes eine "kulturkreisinterne" Einrichtung wünschen. Hier allerdings wird die steigende Nachfrage nicht bedient werden können. Die Folge ist, dass die meisten Migranten im Alter aus ihrem Lebensumfeld herausgerissen und dazu gezwungen werden, den Lebensabend in einem "deutschen" Seniorenheim und somit in einem fremden Kulturkreis zu verbringen.

Was ist notwendig, um sich auf die optimale Betreuung von Migranten vorzubereiten?
1. grundsätzliches Interesse an einem interkulturellen Kontakt und Vermeidung von Vorurteilen,
2. Fähigkeit, kulturelle Unterschiede zu akzeptieren,
3. ein hohes Maß an Toleranz, Geduld und Diplomatie,
4. umfangreiches Wissen über Werte, Normen und Konventionen fremder Kulturen,
5. Möglichkeit und Bereitschaft, sich fehlende Informationen über die jeweiligen Kulturen zu beschaffen,
6. besonders hoch ausgeprägte Fähigkeit, schwelende Konflikte zu erkennen und diese zu entschärfen.
Um die häufigsten Probleme zu vermeiden, ist eine enge Vernetzung mit regionalen kulturellen Institutionen und Gemeinschaften hilfreich. Das hat den Vorteil, dass eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit - natürlich in der Muttersprache - möglich ist, um die Zielgruppe (Migranten) über das verfügbare Leistungsangebot zu informieren.
Motivation und Zielsetzungen der Mitarbeiter von VAPiM:
Die Ziele werden gemeinsam mit den Mitarbeitern festgelegt und sie werden am wirtschaftlichen und integrativen Erfolg beteiligt. Es werden neue Formen der Arbeitsorganisation erprobt. Fort- und Weiterbildungen werden finanziert.
An folgende Punkte sollte man bei dieser Zielgruppe denken:
1. Viel mehr als deutsche Senioren legen Muslime und deren Angehörige großen Wert auf einen persönlichen Kontakt zum Pflegeteam. Deshalb muss man sich beim Erstgespräch viel Zeit nehmen und eine vertrauensbildende Ebene aufbauen. Die Erfahrung zeigt, dass zu diesem Zeitpunkt der Inhalt und die Qualität des Infopakets zweitrangig sind, insbesondere dann, wenn es nicht in der Muttersprache des Interessenten formuliert ist.
2. Man muss akzeptieren, dass sich manche Migranten nur von einer gleichgeschlechtlichen Pflegekraft waschen lassen werden. Außerdem müssen zahlreiche Vorschriften beim Waschen beachtet werden, etwa die Verwendung von fließendem Wasser. Das Schamgefühl der Betreuungs- und Pflegebedürftigen muss geachtet werden.
3. Die Rituale beim Sterben und Tod eines Migranten müssen beachtet werden.
4. In vielen Kulturen ist der Respekt gegenüber Älteren tief in der Kultur verankert. So schätzen es vor allem Muslime im hohen Alter nicht, wenn ihnen offen widersprochen wird. Dies erschwert eine Betreuung von Demenzkranken.
5. Entsteht über einen längeren Zeitraum ein engerer Kontakt zwischen Bezugspflegekraft und Pflegebedürftigen, erfolgt bisweilen eine private Einladung durch dessen Angehörige. Dies abzulehnen, könnte als Beleidigung aufgefasst werden. Eventuell könnte es sinnvoll sein, im Rahmen einer betrieblichen Vereinbarung solche Besuche als Arbeitszeit abzurechnen.
6. Wichtig ist auch eine angemessene Kleidung. Auch wenn es im Sommer sehr warm werden sollte, muss bei der Betreuung und Pflege von Migranten deren religiöse und kulturelle Erwartungen entsprochen werden. Ausschnitte mögen einen westlichen Rentner erfreuen; für einen Muslim wäre es peinlich und würde in seinen Augen den "guten Ruf" der Pflegekraft zerstören. Fremden Glaubensvorschriften gesellt sich nicht selten ein ausgeprägter Aberglaube hinzu. Der Versuch beim Waschen einer Pflegebedürftigen etwa ihr Amulett abzunehmen, kann in einem Eklat enden.
Kontakt:
Der Verein VAPiM mit Sitz in München befindet sich zurzeit in der Gründungsphase.
Ansprechpartnerin: Frau Zühre Akdeniz (Erste Vorsitzende), Tel.: 089-743 33 12, E-Mail: zuhreakdeniz@hotmail.com

Klinik in Duisburg erprobt internen Dolmetscherdienst mit neun Sprachen

Im St. Johannes Hospital des Katholischen Klinikums in Duisburg-Hamborn
gehören Verständigungsprobleme mit fremdsprachigen Patienten seit
Oktober 2006 der Vergangenheit an. Dort gibt es jetzt einen offiziellen klinikinternen Dolmetscherdienst. Rund 20 Mitarbeiter – allesamt Muttersprachler – helfen bei der eindeutigen Übersetzung aus insgesamt neun Sprachen.
Es ist der erste interne Dolmetscherdienst in einem NRW-Krankenhaus. Die Klinik konnte hauseigene Mitarbeiter zum Übersetzen gewinnen. So sind vor allem Krankenpflegekräfte im Dolmetscherdienst. Mit ihnen können die Ärzte im Haus Termine vereinbaren.
In Duisburg leben etwa 140.000 Menschen mit Migrationshintergrund. Das ist etwa ein Drittel der
Bevölkerung. Viele von ihnen sind nur unzureichend über das deutsche Gesundheitswesen informiert
und haben unterschiedliche Auffassungen über Krankheit und Behinderung. Verständigungsprobleme
führen oft dazu, dass sie sich nicht verstanden fühlen und keine gut informierten Entscheidungen über
ihre Gesundheit fällen können.
Den Anstoß zum Aufbau dieses Dolmetscherdienstes hatte das nordrhein-westfälische
Gesundheitsministerium gegeben.
Kontakt:
Katholisches Klinikum Duisburg
St. Johannes Hospital
An der Abtei 7-11
47166 Duisburg-Hamborn
Tel.: 0203-5460
Fax: 0203-5462202

Teilprojekt: „Ohne Angst verschieden sein können:
Kultursensible Altenpflege – Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse für die Region Hannover“

im Rahmen der hochschulübergreifenden Projektinitiative:
„ExplorAging - Bedarfsanalyse zur Exploration von Handlungsanforderungen für
Hochschulabsolventen in der altersdifferenzierten Gesellschaft“

Laufzeit: 09/06 – 05/07, gefördert vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und vom Ministerium für
Wissenschaft und Kultur Niedersachsen (MWK).
Ziel der hochschulübergreifenden Projektinitiative ist die Erkennung relevanter Problemstellungen, die
sich aus der altersdifferenzierten Gesellschaft ergeben, und die darauf folgende Entwicklung von
Arbeitshypothesen für Forschung und Lehre an Hochschulen. In Kooperation mit der Leibnitz-Universität Hannover, der Medizinischen Hochschule, der Fachhochschule Hannover und der Hoch-schule für Musik und Theater wird deshalb eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, die sich mit der Erarbeitung der Problemstellungen beschäftigt. Neben den Hochschulen sind an dem Projekt verschiedene kleinere und mittlere Unternehmen beteiligt.

Die Evangelische Fachhochschule Hannover (EFH) ist mit den Studiendekanaten Gesundheitswesen
(Frau Prof. Hellige) und Sozialwesen (Herrn Prof. Brömse) vertreten. Aufgrund ihrer Expertise wird die
EFH das Teilprojekt „Ohne Angst verschieden sein können: Kultursensible Altenpflege –
Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse für die Region Hannover“ in Zusammenarbeit mit
verschiedenen städtische Alten- und Pflegezentren ausarbeiten.

Dieses Teilprojekt dient der Ermittlung von Daten und der Bedarfsermittlung zur Entwicklung einer
gestuften, den Bedürfnissen der MigrantInnen und ihrer Angehörigen entsprechenden Angebotsstruktur in der Region Hannover (Begleitung, soziale Betreuung, Pflege etc.).
Die Problemstellung beruht auf verschiedenen Hypothesen. Unter anderem wird festgestellt, dass für
die Altenpflege Strukturen und Angebote entwickelt werden müssen, die älteren Menschen mit
Migrationshintergrund und ihren Angehörigen eine angemessene Begleitung, Unterstützung und Pflege
ermöglichen. Die mit der Unterstützung, Begleitung und Therapie beauftragten Berufsgruppen
benötigen ausgewiesene sozial-kommunikative, personale sowie fachliche und methodische
Kompetenzen, um sowohl kulturspezifisch ausgerichtete Konzepte entwickeln zu können als auch
individuelle Pflegesituationen gestalten zu können.

Die bisherigen Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass für alternde Menschen mit
zunehmendem Versorgungsbedarf ein selbstbestimmtes qualitätsvolles Leben und Wohnen möglichst
im vertrauten Wohnumfeld bzw. ein „bedürfnisorientierter“ Übergang in andere Einrichtungen im sozial
nahen Raum anzustreben ist. Daher sollten für die jeweiligen Stadtteile bzw. Kommunen potentielle
Kooperationspartner vor Ort aus Gesundheitswesen, Versorgung, sozialer und kultureller Arbeit und der
Wohnungswirtschaft unter Einbeziehung von Bürgerengagement zu einem interdisziplinären
Handlungsfeld vernetzt werden. Die in dem jeweiligen Stadtteil bzw. in der Kommune lebenden
Menschen mit Migrationshintergrund sollten im Sinne einer nachholenden Integration in dieses
Netzwerk eingebunden werden.

Kontakt:
Dorothee Michaelis
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Evangelische Fachhochschule Hannover
Blumhardtstraße 2, 30625 Hannover
Tel.: 0511/5301-159
E-Mail: michaelis@efh-hannover.de

Wohnprojekt Activ für Senioren

„So viel Eigenständigkeit wie möglich, so viel Hilfe wie nötig“, dies ist der
Anspruch des Wohnprojektes Activ für Senioren in Mainz.

In einer Wohngemeinschaft leben acht Senioren unter einem Dach, Esszimmer, Wohnzimmer und drei Bäder stehen als Gemeinschaftsräume bereit. Außerdem besitzt jeder ein eigenes Zimmer, welches Raum für Privatsphäre bietet.
Betreuung durch ausgebildete Fachkräfte steht den Bewohnern rund um die Uhr zur Verfügung.
Die Bewohner können beim Kochen, bei der Hausarbeit und bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung
aktiv mitwirken.
Das Projekt läuft bereits seit Herbst 2005. Ab Mai 2007 wird eine neue Wohngemeinschaft auf den
Weg gebracht, bei der der Betreuungsschwerpunkt speziell auf demenzerkrankte Deutsche und
Migranten ausgerichtet ist.
Kontakt:
Katja Wentz
Verein Activ für Senioren e.V.
Leibnizstrasse 47
55118 Mainz
Tel.: 0 61 31 – 9 72 07 57

 

 

Stadtteilwerkstatt „Dicker Busch“:
Projekt: Ältere MigrantInnen im Stadtteil-Leben

Der Rüsselsheimer Stadtteil „Dicker Busch“ zeichnet sich durch einen Ausländeranteil von 34,5% und
einen geschätzten Bevölkerungsanteil der Migranten (inklusive Eingebürgerten und Aussiedlern) von ca. 50% aus, Tendenz steigend. Die absehbare Alterung dieser Wohnbevölkerung in den kommenden Jahren stellt die Kommune vor neue Herausforderungen. Speziell im „Dicken Busch“ hat heute schon ein Drittel der 55- bis 65-Jährigen einen Migrationshintergrund.

Viele Studien zeichnen ein beunruhigendes Bild von den Lebensbedingungen der vor dem Rentenalter
und auch im Rentenbezug stehenden ersten Generation der Migranten. Sie sind dem Risiko der Armut
besonders häufig ausgesetzt, haben oft gesundheitliche Probleme und sind nicht gut genug in die Gesellschaft integriert, was die Gefahr der Isolation mit sich bringt. Darüber hinaus eröffnet sich eine immer größer werdende Kluft zwischen Mietniveau und Einkünften der Betroffenen. Durch das Zusammenleben von älteren Menschen und jungen Familien mit Kindern mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund entsteht außerdem geballtes Konfliktpotenzial.

Die Regelangebote der städtischen Altenhilfe erreichen ältere Menschen mit Migrationshintergrund
meistens nicht. Die Gründe dafür liegen in sprachlichen Barrieren, Informationsmangel sowie dem Fehlen an spezifischen, zielgruppenorientierten Angeboten. Wohlfahrtsorganisationen mit heimatsprachlichen Beratungsangeboten sind im Stadtteil nicht vertreten.
Deshalb hat sich das Projekt „Ältere MigrantInnen im Stadtteil-Leben“ zum Ziel gemacht, geeignete
Maßnahmen zu entwickeln und zu erproben, die einerseits ältere Migranten in ihrer Alltagsbewältigung
und Existenzsicherung unterstützen (z.B. Beratungsangebote zum Erhalt der Wohnung, der Selbstständigkeit, zur Gesundheitsprävention), andererseits die Einbindung bzw. Aktivierung älterer Migranten in die Strukturen des Stadtteils fördern.

Das Projekt ist zeitlich unterteilt in zwei Phasen. Zuerst wird eine Situationsbeschreibung getätigt, in der Bedarfs- und Ressourcenermittlungen mittels Befragungen oder qualitativen Interviews durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Erhebung dienen als Grundlage für die zweite Projektphase, in der alters- und migrantengerechte Strukturen im Stadtteil geschaffen werden sollen.
Eine geschlechterspezifische und kultursensible Integrationsperspektive ist als Querschnittsaufgabe im
ganzen Projekt vorgesehen, so dass die Projektdurchführung durch einen männlichen und eine weibliche Fachkraft gewährleistet werden soll, mit unterschiedlichen Sprach- und Kulturkompetenzen.
Innerhalb der Arbeit der Sozialen Stadt im „Dicken Busch“ ist zu erwarten, dass durch ein verstärktes
Augenmerk auf ältere Migranten und die bessere Einbeziehung dieser Personengruppe und Nutzung
deren Ressourcen das Gesamtquartier gestärkt wird.

Der Beginn des Projektes war im Jahr 2007. Die Laufzeit soll drei Jahre nicht unterschreiten.
Interesse an der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes wurde bereits durch das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung signalisiert.

Kontakt:
Stadtteilwerkstatt Dicker Busch
Virchowstraße 23
65428 Rüsselsheim
Tel.: 06142-94 22 54
E-Mail: fuchs-stw@dickerbusch.de
Internet: http://www.dickerbusch.de

Behandlungszentrum für Folteropfer (bzfo)
Projekt: Sprungbrett

Berufsvorbereitung für junge Migranten und Flüchtlinge für den Bereich Pflege und Gesundheit

Das Projekt „Sprungbrett“ bietet seit dem 12.02.2007 jungen Migranten und Flüchtlingen eine Qualifikation im Pflege- und Gesundheitsbereich an (wir informierten darüber in unserem IKoM-E-Mail-
Informationsdienst). Sprungbrett ist ein Teilprojekt der Equal-Entwicklungspartnerschaft „bridge“ und
wird von der Europäischen Kommission und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanziert.
Ziel der Maßnahme ist es, Migranten und Flüchtlingen die Berufsorientierung zu ermöglichen, sie für
eine Tätigkeit im Bereich Pflege und Gesundheit zu qualifizieren und sie auf eine Ausbildung vorzubereiten.
Das Projekt will die Teilnehmer in Kooperation mit Ausbildungsträgern in Ausbildungsplätze vermitteln.
Teilnehmen können Migranten und Flüchtlinge von 18 – 27 Jahren. Sie sollten eine Aufenthaltserlaub-nis besitzen, aber auch geduldete Flüchtlinge oder Asylbewerber mit einer Chance für eine Aufent-haltserlaubnis können teilnehmen.
Die Qualifizierung besteht aus folgenden Modulen:
Modul I Qualifizierung zum Pflegeassistenten (3 Monate)
Modul II Praktikum in einem Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung
Modul III Praktikumsauswertung und Vorbereitung auf die Aufnahme einer Ausbildung
Laufzeit des Kurses: 12.02.2007 – 31.08.2007
Kontakt:
Behandlungszentrum für Folteropfer (bzfo)
Turmstr. 21
10559 Berlin
Tel.: 030-3039 06 -0
Fax: 030-3061 43 71
mail@bzfo.de
Mervete Bobaj, Tel: 030-303 906 51, m.bobaj@bzfo.de
Joachim Rüffer, Tel: 030-303 906 44, j.rueffer@bzfo.de

CDU Köln:
Türkische Bürgersprechstunde

Seit dem 17. Dezember 2006 bietet die CDU-Bundestagsabgeordnete Ursula Heinen in ihrem Kölner
Bürgerbüro "Türkische Bürgersprechstunde" an. Das Projekt wurde vom CDU Kreisverband Köln initiiert.
Die Beratung findet durch Muttersprachler statt. Im Rahmen der Möglichkeiten wird Unterstützung
angeboten, z.B. zum Thema Krankenversicherung, Arbeitsverhältnis, Arbeitslosigkeit oder auch Sprachschwierigkeiten.
Kontakt:
CDU-Bürgerbüro
Kalker Hauptstrasse 331
51103 Köln
Sprechstunde am jedem ersten Donnerstag im Monat von 16.00 bis 18.00 Uhr
Telefon: 0221-7020608

Demenz-Servicezentrum
für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte
in Gelsenkirchen geht ans Netz

 

In Kürze wird das neue Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Gelsenkirchen ans Netz gehen (Stand Februar 2008). Hervorgegangen aus dem Projekt „Demenz & Migration“ wird es im Rahmen der „Landesinitiative Demenzservice NRW“ zunächst für die beiden nächsten Jahre vom Land und den nordrhein-westfälischen Pflegekassen gefördert. Eine dauerhafte Implementierung ist in Aussicht gestellt.

Das Servicezentrum stellt eine Anlauf-, Clearing-, Beratungs- und Vermittlungsstelle mit türkischer und demnächst russischer Sprachkompetenz dar. Es steht damit demenzkranken Migranten, deren Angehörigen sowie interessierten Organisationen und Institutionen mit Rat und Hilfe zur Verfügung.

Die Landesinitiative Demenz-Service Nordrhein-Westfalen ist als gemeinsame Plattform entstanden,
in deren Zentrum die Verbesserung der häuslichen Versorgung demenziell Erkrankter und die Unterstützung der sie pflegenden Angehörigen steht. Mit der Landesinitiative Demenz- Service NRW soll der Erfahrungsaustausch und die Vernetzung von Initiativen, Modellprojekten und Angeboten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in Nordrhein- Westfalen gefördert werden und ein Beitrag zur Enttabuisierung von Demenz in der Bevölkerung geleistet werden.

Die Landesinitiative wird finanziell getragen vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stiftung Wohlfahrtspflege und den Pflegekassen.

Die Koordinierung der Landesinitiative, deren Öffentlichkeitsarbeit und die Unterstützung der Modellprojekte und anderer Akteure in den Regionen erfolgt durch das Kuratorium Deutsche Altershilfe - KDA. Darüber hinaus unterstützt das Dialogzentrum Demenz an der Universität Witten-Herdecke den gegenseitigen Austausch und Dialog zwischen Praxis und Forschung. Die wissenschaftliche Begleitung der zur Landesinitiative gehörenden Projekte wird vom Institut für Sozial– und Kulturforschung e.V. (isk) wahrgenommen.

Weitere Informationen zur „Landesinitiative Demenzservice NRW“ unter:
http://demenz-service-nrw.de/content/index.html

Kontakt zum „Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“:
AWO Bezirksverband Westliches Westfalen e.V.
AWO Unterbezirk Gelsenkirchen Bottrop
Paulstr. 4
45889 Gelsenkirchen
Frau Bedia Torun
Tel.: 0209-604 83-20, E-Mail: bedia.torun@imz-gelsenkirchen.de
Frau Maria Karpuschew
Tel.: 0209-604 83-28, E-Mail: maria.karpuschew@imz-gelsenkirchen.de
www.awo-ww.de

Interkulturelle Öffnung der Behindertenhilfe

Die Interkulturelle Arbeitsstelle IBIS e.V. aus Oldenburg ist Projektpartner des Projektes „All Inclusive“, das mehr Chancengleichheit für Migranten mit Behinderung schaffen möchte, die aufgrund ihres Migrationshintergrundes und ihrer Behinderung doppelt diskriminiert sind.

Das Projekt geht von der Annahme aus, dass Migranten mit Behinderung sich i.d.R. nur mit Mühe im System der Behindertenhilfe zurechtfinden und dadurch im Vergleich zum jeweiligen Standard der EU-Länder häufig später und schlechter versorgt werden. Das Projekt findet im Rahmen des europäischen Programms „Lebenslanges Lernen“ statt. Beteiligt sind die Länder Belgien, Bulgarien, Deutschland, Italien, Österreich und Polen.

Zielgruppen des Projektes sind Migranten mit Behinderung und ihre Familien sowie Einrichtungen der öffentlichen und privaten Behindertenhilfe, insbesondere Entscheidungsträger im Leistungsbereich
und Fachkräfte der mobilen Dienste.

In dem Projekt sind Migranten mit Behinderung Experten in eigener Sache. Welche Hindernisse
bestehen, erfragt und analysiert ein projektintern erarbeiteter Fragebogen. Anhand des Befragungsergebnisses und von Best-Practice-Beispielen aus der Behindertenhilfe werden Dienstleistungs- und Bildungsmaßnahmen entwickelt. Die neuen Ansätze zu einem interkulturellen, barrierefreien Informationsdesign sollen den Zugang zu Dienstleistungs- und Bildungsangeboten erleichtern.

Kontakt:
Constanze Schnepf
IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle e.V.
Alexanderstr. 45
26121 Oldenburg
Germany
Tel.: 0441 - 88 40 16
Fax 0441-984 96 06
info@ibis-ev.de

Modellprojekt: Integration braucht Partnerschaft
Integration fördern,
Zusammenleben miteinander gestalten

Menschen, die neu in unser Land kommen, treffen bei uns auf Strukturen, die ihnen unbekannt sind. Sie brauchen während ihres Integrationsprozesses parallel zu den Sprachkursen ergänzende Angebote wie Beratung, Begleitung und Einführung, die ihnen Orientierung bieten. Die am Projekt beteiligten Kreise und Städte unterstützen diesen Prozess und begleiten die Integration von Neu-Zuwanderern von Anfang an. Viele der bereits hier ansässigen Migranten brauchen eine solche Unterstützung ebenfalls. Ziel ist es, ihnen allen die Aufnahme und damit die Teilhabe in dieser Gesellschaft zu erleichtern.

Mit dem Modellprojekt "Integration braucht Partnerschaft" soll ein Netzwerk für die Begleitung und Unterstützung von neu zugewanderten und bereits hier ansässigen Migranten aufgebaut werden. Dieses Projekt wird gefördert durch das Hessische Sozialministerium, die HSE-Stiftung, die Hertie-Stiftung und den Verband Region Starkenburg. Dem Netzwerk gehören einheimische ehrenamtliche Personen sowie muttersprachliche Ansprechpartner an.

Aufgaben und Arbeitsbereiche der einheimischen ehrenamtlichen Partner

  • Sie begleiten und unterstützen die Neuzugewanderten, die eine Integrationsmaßnahme besuchen, sowie bereits hier ansässige Migranten, die Interesse an einer Integrationspartnerschaft äußern.
  • Sie treffen sich ein bis zwei mal in der Woche mit ihren Partnern.
  • Sie unterstützen den Partner beim Deutschlernen, indem sie miteinander sprechen, den Wortschatz erweitern und an der Aussprache arbeiten.
  • Sie begleiten bei Bedarf ihren Partner bei Behördengängen.
  • Sie stellen ihnen wichtige Behörden, Einrichtungen, Vereine, religiöse Gemeinden vor.
  • Sie besuchen gemeinsam Veranstaltungen und Feste, führen ihre Partner in das soziale und kulturelle Leben vor Ort ein.
  • Sie gewähren Einblick in ihren Alltag und ihre Interessen und erleichtern so das
    Kennen lernen der neuen Gesellschaft über ihr persönliches Beispiel.

Vorbereitung der einheimischen ehrenamtlichen Partner
Damit die Ehrenamtlichen nicht unvorbereitet auf ihre neue Aufgabe zugehen, bieten wir ihnen in einer Fortbildung (insgesamt 40 Stunden) den Austausch mit Experten zu den folgenden Themen an:

  • Interkulturelle Kommunikation
  • Zuwanderung nach Deutschland (Geschichte und Politik)
  • Integrationsprogramme des Bundes, des Landes Hessen und der Kommune
  • Rechtliche Rahmenbedingungen (Zuwanderungsgesetz, Staatsangehörigkeitsrecht)

In diesem Rahmen haben sie auch die Möglichkeit, sich mit ihrer persönlichen Motivation, ihren Möglichkeiten und Grenzen auseinanderzusetzen. Sie entwickeln dabei ein gemeinsames Verständnis von ihrer Aufgabe und Sicherheit im Umgang mit ihren Integrationspartnern. Bei Bedarf vermitteln wir ihnen zweisprachige Ansprechpartner, die seit langer Zeit hier leben. Diese kennen sich nicht nur in den Sprachen und kulturellen Besonderheiten des Herkunftslandes aus, sondern auch in unserer Gesellschaft. Etwa alle 6-8 Wochen haben sie die Gelegenheit, ihre Erfahrungen in der Gruppe auszutauschen. Der Projektkoordinator steht ihnen für alle Fragen zur Verfügung und unterstützt sie, wo es nötig ist.

Kontakt:
Kreis Bergstraße

64646 Heppenheim, Graben 15
Ausländer- und Migrationsamt

Brigitte Paddenberg, Ausländerbeauftragte
Telefon: 06252-15 57 82, Fax: -15 44 55 49
auslaenderbeauftragte@kreis-bergstrasse.de

Viktoriya Ordikhovska, Projektkoordination
Telefon: 06252-15 54 48, Fax: -15 44 55 49
viktoriya.ordikhovska@kreis-bergstrasse.de
Elke Ditzenbach
Telefon: 06252-15 55 56, Fax: -15 59 59
elke.ditzenbach@kreis-bergstrasse.de

 



Projekt: Verbesserung der häuslichen Pflege
von türkischen Migranten in Deutschland.
Kontrollierte prospektive Studie mit narrativem Interventionsansatz

Die demografische Situation Deutschlands zeigt, dass ältere Menschen mit Migrationshintergrund eine stark wachsende Bevölkerungsgruppe darstellen. Besonders die Migranten der ersten Generation sind aufgrund ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen stärker von körperlichen Erkrankungen/Behinderungen betroffen bzw. Erkrankungen manifestieren sich im Vergleich zu Personen ohne Migrationshintergrund in jüngerem Alter. Die Pflege der zunehmend ansteigenden Zahl pflegebedürftiger älterer Migranten wird vornehmlich noch durch deren Angehörige zu Hause geleistet. Zugangsbarrieren wie z.B. Sprach- und Informationsbarrieren erschweren häufig die Inanspruchnahme und Nutzung von Unterstützungsangeboten der Altenhilfe.

Im Rahmen dieses Projektes wird ein Selbsthilfe-orientierter Ansatz als Intervention umgesetzt und evaluiert. Pflegende türkische Angehörige werden zu regelmäßig stattfindenden Angehörigentreffen in türkischer Sprache eingeladen. Während der Treffen können sie sich in Anwesenheit speziell geschulter Gesundheitsmediatoren in ihrer Muttersprache über ihr Pflegewissen und ihre Erfahrungen austauschen. Dieser zugehende Ansatz unter aktiver Einbeziehung der pflegenden Angehörigen hilft, Informationsdefizite zu verringern und Zugangs- und Inanspruchnahmebarrieren abzubauen. Das Projekt dient u.a. zur Förderung des Selbstmanagements türkischer Pflegebedürftiger und ihrer pflegenden Angehörigen, so dass der pflegerische Alltag mit mehr Kompetenz und Autonomie von ihnen gestaltet werden kann.

Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Pflegeforschungsverbundes Nordrhein-Westfalen von Mai 2007 bis April 2010 gefördert. Eine Kooperation erfolgt mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Westfalen-Lippe (MDK WL) sowie mit dem Ethno-Medzinischen Zentrum e.V. in Hannover (EMZ).

Ansprechpartnerin:
Susanne Glodny
Fakultät für Gesundheitswissenschaften; Epidemiologie & International Public Health (AG3)
Postfach 100131
33501 Bielefeld
Tel: 0521-106-3881
E-Mail: susanne.glodny@uni-bielefeld.de
http://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag3/index.html
http://fvb.animate-it.de/projekte/haeusliche-pflege-bei-migranten.html
(deutsche und türkische Version)

Forschungsprojekt:
Gesundheitsförderung und Primärprävention bei
älteren Menschen mit Migrationshintergrund

 

 

Die Forschungsgesellschaft für Gerontologie in Dortmund führt in Kooperation mit der AWO-Integrations gGmbH in Duisburg und der Seniorengruppe AWOOrtsverein Marxloh International sowie des AWO Kreisverbandes Mönchengladbach e. V. und dem Deutsch-Russischen Integrationsverein e.V. (DRIV) ein Forschungsprojekt zur Gesundheitsförderung und Primärprävention bei älteren Menschen mit Migrationshintergrund durch. Das Projekt wird von Oktober 2007 bis Juni 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Wirksamkeit von gesundheits-fördernden Maßnahmen bei älteren Menschen mit Migrationshintergrund sowohl auf der Ebene der Verhaltensprävention (personale Ebene) als auch auf der Ebene der Verhältnisprävention (strukturelle Ebene) zu evaluieren und neue Möglichkeiten des Zugangs zu dieser von Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Primärprävention bislang kaum erreichten Zielgruppe zu untersuchen. Potenziale der Selbsthilfe, Selbstorganisation und Beteiligung älterer Menschen mit Migrationshintergrund finden dabei besondere Beachtung.

Das Forschungsprojekt umfasst die Evaluation von mehreren zielgruppen-spezifischen Präventionsmaßnahmen. Neben Maßnahmen der „konkreten“ Gesundheitsförderung in den Bereichen Bewegung, Ernährung, kognitive Funktionsfähigkeit gehören hierzu im Sinne niedrigschwelliger Konzepte auch Angebote, die nicht explizit als Maßnahmen der Gesundheitsförderung ausgewiesen sind, aber z.B. durch die Förderung und Stabilisierung von persönlichen Netzwerken durchaus gesundheitsfördernde Potenziale haben und Zugänge zu spezifischeren Präventionsmaßnahmen eröffnen können. Darüber hinaus werden in die Evaluation auch Maßnahmen der Strukturentwicklung einbezogen, bei denen es darum geht, Verbindungen und Kooperations-formen zwischen den Bereichen Gesundheitsförderung, Senioren- und Migrationsarbeit und Selbsthilfe aufzubauen und damit die Nachhaltigkeit von Zugängen und die Teilhabe von Migranten/innen dauerhaft zu sichern.

Ausgehend von einem qualitativen Forschungsansatz werden leitfadengestützte Interviews mit älteren Menschen mit Migrationshintergrund und mit Experten/innen sowie gemeinsame Werkstattgespräche mit VertreterInnen der Zielgruppe, MultiplikatorInnen und relevanten Akteuren der Gesundheitsförderung und Primärprävention in Duisburg und Mönchengladbach durchgeführt. Gemäß des Empowerment- Ansatzes wird eine Beteiligung der Teilnehmenden der jeweiligen Maßnahmen an der Entwicklung und Modifizierung der Angebote über den gesamten Evaluationszeitraum angestrebt.

Die Ergebnisse sollen für die Präventionspraxis auch in anderen Kommunen unmittelbar verwertbar sein. Vorgesehen ist

  • die Erarbeitung von Empfehlungen zur Entwicklung effektiver und zielgruppengerechter Maßnahmen
    der primären Prävention und Gesundheitsförderung bezogen auf ältere Menschen mit Migrationshintergrund,
  • die Erarbeitung von Empfehlungen zum Auf- und Ausbau von partizipativen, gesundheitsfördernden
    Strukturen und
  • das Aufzeigen neuer Zugangsmöglichkeiten zur Zielgruppe der älteren Migranten.
    Die Ergebnisse werden in einem Praxisleitfaden und in einem Forschungsbericht zur Verfügung gestellt.

Ansprechpartnerin:
Dr. Elke Olbermann
Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V.
Institut für Gerontologie an der Universität Dortmund
Evinger Platz 13, 44339 Dortmund
Tel: +49 (0) 231 728 488 29, Fax: +49 (0) 231 728 488 55
E-Mail: elke.olbermann@uni-dortmund.de
URL: http://www.ffg.uni-dortmund.de

Projektpartner für
internationale Workcamps gesucht

Im Sommer 2008 möchte der SCI verstärkt Workcamps organisieren, die einen Beitrag zum Dialog zwischen den Generationen leisten und das gesellschaftliche Problem der Ausgrenzung alter Menschen mit Migrationshintergrund thematisieren. Dafür sucht der SCI gezielt Wohnprojekte oder Pflegeeinrichtungen für alte Migranten, die gerne zusammen mit dem SCI ein Workcamp durchführen möchten.

Was ist der SCI?
Der Service Civil International ist eine internationale Friedens- und Freiwilligenorganisation, die in ca. 90 Ländern Freiwilligeneinsätze und interkulturelle Begegnungen im Rahmen von Workcamps organisiert. In der Bundesrepublik Deutschland führt der deutsche SCI-Zweig jährlich etwa 50 Workcamps in gemeinnützigen Einrichtungen, Vereinen und Initiativen durch, die zu verschiedenen gesellschaftlich relevanten Themen arbeiten.

Was ist ein Workcamp?
Ziel eines Workcamps ist es, ein konkretes und sinnvolles Projekt in seiner Arbeit zu unterstützen. Ein Workcamp dauert zwischen zwei und drei Wochen und findet meistens in den Sommermonaten statt. Die Gruppen von 10 bis 20 Freiwilligen aus der ganzen Welt arbeiten unentgeltlich 5 bis 6 Stunden pro Tag. Dafür werden bei den Freiwilligen keine speziellen beruflichen Qualifikationen vorausgesetzt. Über den Arbeitseinsatz hinaus sollen die Freiwilligen etwas über die Einrichtung erfahren, in der sie arbeiten.

Was sind Nutzen und Möglichkeiten der Kooperation?
Der Nutzen eines Workcamps für unsere Projektpartner sind neben dem Arbeitseinsatz der Freiwilligen auch ein erhöhtes Interesse der Öffentlichkeit an der Einrichtung, in der es stattfindet. Die Möglichkeiten für die Gestaltung eines Workcamps sind zahlreich: Es können Renovierungs- oder Gartenarbeiten geleistet werden, gemeinsame Freizeitaktivitäten von jungen und alten Menschen organisiert werden und einiges mehr.

Was ist möglich?
Ein Beispiel für eine Begegnung zwischen Jung und Alt bietet ein Workcamp, das im Sommer 2007 stattfand: Um einen gemeinsamen Urlaub am Meer zu verbringen, fuhren über zwanzig zum Teil pflegebedürftige Heimbewohner/-innen des evangelischen Altenheims Haus Kreuzberg in Philippsthal gemeinsam mit ihren Pflegekräften und zehn jungen Freiwilligen aus verschiedenen Ländern für eine Woche auf die Insel Fehmarn. Durch die Unterstützung der Freiwilligen konnten viele Aktivitäten stattfinden, die sonst nicht möglich gewesen wären. Alle Beteiligten bewerteten diese Erfahrung als gewinnbringend.

Wenn Sie eine Idee für ein sinnvolles Arbeitsprojekt haben und sich genauer über die Einzelheiten der Organisation und Finanzierung eines Workcamps informieren wollen, wenden Sie sich an die Bundesgeschäftsstelle des SCI in Bonn.

Kontakt:
Service Civil International - Deutscher Zweig e.V. (SCI-D)
Blücherstr. 14, D-53115 Bonn
Tel: +49-228-21 20 86, Fax:+49-228-26 42 34
Monika Preuss
monika.preuss@sci-d.de
Anna Winkelkotte
anna.winkelkotte@sci-d.de

Erfahrungen kennen keine Grenzen
- Chancen auch nicht!

 

„Internationales Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit“ und
„Internationales Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz“

Die Stärkung fachlicher und persönlicher Kompetenzen sowie der fachliche Austausch mit Kollegen im Ausland stehen im Zentrum zweier Programme der Robert Bosch Stiftung, die sich gezielt an Fachkräfte aus der Pflege und weiteren (Gesundheits-)Berufen wenden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Bereich der Altenpflege. Interessierte können sich für Auslandsaufenthalte ab Juli 2008 noch bis 31.03.2008 im Rahmen des Internationalen Studien- und Fortbildungsprogramms Demenz und des Internationalen Hospitationsprogramms Pflege und Gesundheit um ein Stipendium für eine Hospitation im Ausland bewerben. Entscheidend für die Förderung ist die Praxisrelevanz der Thematik und die Möglichkeit, die Erkenntnisse aus dem Ausland nach der Rückkehr in die eigene Arbeit einfließen zu lassen und so das Gesundheitswesen in Deutschland durch die Erfahrungen in einer anderen Kultur und einem anderem (Gesundheits-)System voranzubringen.

Inzwischen zählt das Netzwerk der Programmteilnehmer knapp 60 Stipendiaten, die zu unterschiedlichsten Fragestellungen im Ausland hospitierten und sich mit Fragen wie kultursensibler Pflege beschäftigten. Eine Stipendiatin ging beispielsweise in den Vereinigten Arabischen Emiraten der Frage der Interkulturellen Pflege nach. Bei einer anderen Stipendiatin war die Diagnose und Versorgung im Bereich Demenz in der Türkei Gegenstand einer Bildungsmaßnahme, um so die Situation von aus der Türkei stammenden und in Deutschland lebenden Menschen mit Demenz zu verbessern.

Neu: Internationale Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz
Während das Internationale Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit bereits seit einigen Jahren läuft (vgl. IKoM-Newsletter 1-07, S. 7), ist das Internationale Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz noch relativ jung. Das Demenz-Programm will vor allem dazu beitragen, Erkenntnisse zu Fragen der Demenz im Ausland zu erwerben, um so neue Impulse für eine bessere Betreuung und Versorgung von dementiell veränderten Menschen in Deutschland setzen zu können. Gefördert werden dabei verschiedenste Maßnahmen, wie ein- oder mehrwöchige Arbeits- und Studienaufenthalte sowie Hospitationen in modellhaften Einrichtungen, Berufsbegleitende Module im Themenbereich Demenz bis hin zu fachspezifischen Fernstudiengängen an Universitäten und Hochschulen (z.B. Dementia Studies an der University of Bradford oder der University of Stirling).

Teilnahmebedingungen
In beiden Programmen gewährt die Robert Bosch Stiftung Zuschüsse von bis zu 75% zu Reise- und Aufenthaltskosten. Im Internationalen Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz werden bei Bildungsmaßnahmen auch bis zu 100% der Studien- bzw. Seminargebühren übernommen. Hinzu kommt eine fachliche Vor- und Nachbetreuung aller Teilnehmerinnen und die Vernetzung mit anderen Stipendiaten. Vor allem letzteres soll dazu dienen, die Veränderungsprozesse im Gesundheitswesen in Deutschland zu forcieren.

Die konkreten Voraussetzungen für die Bewerbung an einem der beiden Programme können im Internet unter www.g-plus.org abgerufen werden. Dort finden Sie auch Berichte von ehemaligen Stipendiaten, die einen guten Eindruck über die vielfältigen (thematischen) Möglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes vermitteln und die bestätigen: Erfahrungen kennen keine Grenzen – Chancen auch nicht!

Unterstützung und Beratung erhalten Bewerber und Stipendiaten von den Mitarbeitern des mit der Durchführung beauftragten Instituts G-plus, einem Institut der Universität Witten/Herdecke, das eng mit den dortigen Pflegewissenschaftlern zusammenarbeitet. Bewerbungen für beide Programme können jeweils bis zum Quartalsende eingereicht werden.

Kontakt:
Programmkoordination Frau Hörr und Herr Miska
G-plus – Zentrum im internationalen Gesundheitswesen
Internationales Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit
Alfred-Herrhausen-Straße 44, 58455 Witten
Telefon 02302-915-268
E-Mail: g-plus@uni-wh.de
Internet: www.g-plus.org

„Aktives Altern von
älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in
Europa“ (AAMEE)

Das neue Projekt des nordrhein-westfälischen Generationenministeriums befasst sich mit den Chancen der wachsenden Vielfalt in Europa - auch im Alter. Innerhalb der nächsten beiden Jahrzehnte wird in Europa der Anteil der jüngeren Menschen an der Gesamtbevölkerung signifikant kleiner. Der Anteil älterer Menschen steigt deutlich. Auch die Zahl der älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte wächst stetig. Die einzelnen Regionen Europas erfahren differenzierte Entwicklungen. In manchen Regionen bleiben Menschen, die vor Jahrzehnten als Arbeitskräfte kamen, auch im Alter andere Regionen sind für Ältere als neue Heimat interessant.

Davon profitiert Europa. Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte haben einen großen Beitrag zur europäischen Entwicklung und Integration geleistet. Mehr als zuvor müssen supranationale, nationale, regionale sowie lokale Behörden und Initiativen daher ihre Aufmerksamkeit auf die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Chancen richten, die mit dieser Entwicklung verbunden sind.
Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte - das bedeutet Vielfalt und Chancen. Sie verfügen über viele Erfahrungen und Kompetenzen und wollen ihre Potentiale einbringen.

Vor diesem Hintergrund hat das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MGFFI NRW) zusammen mit der Europäischen Kommission das Projekt "Active Ageing of Migrant Elders across Europe" (AAMEE) initiiert.

Der Fokus von AAMEE liegt auf dem aktiven Altern, dem ehrenamtlichen Engagement sowie der Entwicklung neuer kultursensibler Produkte und Dienstleistungen, zum Beispiel in den Bereichen Wohnen, Pflege, Bildung, Freizeit, Kultur und Marketing. AAMEE verbindet wissenschaftliche und praktische Aktivitäten im Bereich des aktiven Alterns.

Das Projekt AAMEE zielt darauf ab:

  • die Lebensleistungen von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte anzuerkennen,
  • die Chancen und Potenziale zu verdeutlichen, die ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte haben,
  • die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Integration von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu fördern.

Aktivitäten:

AAMEE wird im Zeitrahmen bis Ende 2009 folgende Aktivitäten durchführen:

Zwei Good-Practice-Wettbewerbe zum Thema "Aktives Altern und soziale, kulturelle und wirtschaftliche Integration älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Europa". Der erste Wettbewerb richtet sich an Organisationen und Vereine aus dem freigemeinnützigen Sektor, der zweite an Gebietskörperschaften, öffentliche Verwaltung und (Wohnungs-)wirtschaft (siehe auch nachstehenden Wettbewerbsaufruf).

Die Erste Europäische Konferenz "Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Europa – von Herausforderungen zu Möglichkeiten" fand vom 30. September bis 02. Oktober 2008 im World Conference Center Bonn statt (WCCB: http://www.worldccbonn.com), dem ehemaligen Gebäude des Deutschen Bundestages. Die Themen der Konferenz umfassten u.a. die Handlungsfelder Wohnen, Pflege, Bildung, Freizeit, Kultur und Marketing. Im Rahmen der Konferenz erfolgte die Preisverleihung für die beiden Good-Practice-Wettbewerbe.

Sechs internationale Austauschprogramme zwischen Organisationen aus dem freigemeinnützigen Sektor, die im Bereich der Förderung des aktiven Alterns von und mit älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und ihrer sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Integration tätig sind. Das Austauschprogramm wird im Anschluss an die Europäische Konferenz durchgeführt und voraussichtlich Anfang 2009 starten. Die Austauschprogramme umfassen jeweils drei Tage. Die sechs prämierten Praxisbeispiele aus den Good-Practice-Wettbewerben fungieren als Gastgeber im Rahmen des internationalen Austauschprogramms.

Die Ergebnisse der Austauschprogramme fließen in eine Checkliste ein, die Hilfestellung bei der Unterstützung der ehrenamtlichen Tätigkeit von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte leisten soll.

Die europäischen Good-Practice-Beispiele werden in einer Broschüre veröffentlicht, die Empfehlungen für erfolgreiche Aktivitäten und Strategien im Themenfeld aktives Altern von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Europa enthalten wird.

Der Aufbau eines Europäischen Forschungsnetzwerkes zum Thema Altern in der Migration. Zu seinen Aufgaben gehören u.a. die Verabschiedung und Implementierung einer Forschungsagenda.

Die Erarbeitung und Verabschiedung des Memorandums "Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Europa – von Herausforderungen zu Chancen" bildet den Abschluss des Projektes.

Weitere Informationen können der Homepage www.aamee.eu entnommen werden.

Das AAMEE Projekt wird gefördert vom MGFFI Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Kommission, GD Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit im Rahmen der Richtlinie VP/2007/009 ENEA.

Kontakt im MGFFI Nordrhein-Westfalen:

Projektleitung:
Dr. Claus Eppe
Telefon: 0049 (0) 211 8618 3320
Fax: 0049 (0) 211 8618 5 3320
E-mail: info@aamee.eu

Mitarbeit im Projekt:
Martine Krause, Telefon: 0049 (0) 211 8618 4494
Claudia Förster, Telefon: 0049 (0) 211 8618 4574

Wissenschaftliche Begleitung: Dr. Vera Gerling, GER-ON Consult & Research, Dortmund

 

IFAK-Stadtteilzentrum Dahlhausen ist
Mehrgenerationenhaus und multikulturelles Leuchtturmhaus

Große Freude im IFAK-Stadtteilzentrum Dahlhausen. Das Stadtteilzentrum ist das Mehrgenerationenhaus für Bochum geworden. Die Bochumer Oberbürgermeisterin Frau Dr. Ottilie Scholz ist Patin des Hauses geworden. Das Aktionsprogramm der „Mehrgenerationenhäuser“ wurde, wie bereits in unserem Newsletter 06/2006 berichtet, vom Bundesfamilienministerium entwickelt. Unter dem Motto „Starke Leistung für jedes Alter“ sind bundesweit 500 Mehrgenerationenhäuser ausgewählt worden, die wie das Stadtteilzentrum familienunterstützende und generationenübergreifende Angebote für den Stadtteil bereitstellen.

Leuchtturmhaus für Migration
Die langjährige Erfahrung und die fachliche Kompetenz des Stadtteilzentrums Dahlhausen im Bereich der interkulturellen Arbeit waren ausschlaggebend für eine zusätzliche Aufgabe im Rahmen des Aktionsprogramms. So wurde das Stadtteilzentrum als Leuchtturmhaus für den Bereich Migration ausgewählt. Insgesamt gibt es 13 Leuchtturmhäuser zu unterschiedlichen Schwerpunkten. Sie stehen allen anderen Mehrgenerationenhäusern beratend zu Seite, übernehmen eine Vorbildfunktion und geben ihr erfolgreiches Konzept an andere Häuser weiter. Diese Aufgabe haben sie zunächst für sechs Monate.

Programm des Stadtteilzentrums
Seit nun bald zehn Jahren steht das Stadtteilzentrum der IFAK in Bochum für ein Miteinander der Generationen und darüber hinaus für den Austausch zwischen den Kulturen. Neben dem täglich geöffneten Kinder- und Jugendbereich, einem Betreuungsangebot für 6-11 Jährige, dem Generationenprojekt und den Integrationskursen, gibt es eine Krabbelgruppe, Sport- und Sprachkurse, Informationsveranstaltungen, Eltern- und Seniorentreffs, Seniorenfrühstück, Generationentreff, Integrationsagentur, Kulturveranstaltungen, Kindertheatervorstellungen, interkulturelle Feste und interreligiöse Begegnungen. Zudem wird Raum geboten z.B. für selbst organisierte Gruppen.

Stadtteilzeitung
Das Stadtteilzentrum hat die Mehrgenerationenhauszeitung „Tausch“ ins Leben gerufen. Mit der Zeitung möchte das Stadtteilzentrum über Themen berichten, die das Leben für Alt und Jung im Stadtteil attraktiver gestalten und zum Miteinander anregen. Die Förderung des generationenübergreifenden und interkulturellen Zusammenlebens ist dabei ein wichtiger Aspekt. Außerdem soll ein Beitrag für Menschen geleistet werden, die (noch) keinen Ausbildungsplatz oder keine berufliche Perspektive für sich gefunden haben. Das Stadtteilzentrum will auch auf Angebote für Familien hinweisen, die es erleichtern, Familie und Beruf miteinander zu verbinden. Somit möchte es für sie als „Dienstleistungsdrehscheibe“ agieren. Die Zeitung des Bochumer Mehrgenerationenhauses wird vierteljährlich erscheinen und soll alle Generationen, auch über den Stadtteil Dahlhausen hinaus, informieren, unterhalten und zu Diskussionen anregen.

Stadtteilbörse
Im Rahmen der Stadtteilbörse wird die Möglichkeit geboten, im wohnumfeldnahen Bereich Dienstleistungen und Sachwerte anzubieten und auszutauschen. Das Spektrum reicht von nachbarschaftlichen Hilfen über Kontakte und Interessen, Bereitstellung von fachlichem Know-How bis hin zur Veröffentlichung von oder Suche nach Betreuungsmöglichkeiten, Jobs, Praktika, Ausbildungsplätzen, Wohnungen oder Verkauf von Gegenständen. Beteiligen können sich Einzelpersonen, Gruppen, Vereine, Institutionen, Firmen, Behörden usw.

Kontakt
Stadtteilzentrum Dahlhausen
Am Ruhrort 14, 44879 Bochum
Tel.: 0234 – 9422336
http://www.ifak-bochum.de/, http://www.mehrgenerationenhaeuser.de

Programm „Freiwilligendienste aller Generationen“

Als Teil der Initiative „Alter schafft Neues“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, über die wir bereits im IKoM-Newsletter 06/2007 berichtet haben, startet am 1. Januar 2009 ein neues Programm „Freiwilligendienste aller Generationen“. Mit ihm soll das im Modellprogramm „Generationsübergreifende Freiwilligendienste“ entwickelte, flexible, für alle Altersgruppen geöffnete Dienstangebot Schritt für Schritt bundesweit umgesetzt und mit den Strukturen vor Ort vernetzt werden.

Programminhalt
Mit dem Modellprogramm „Generationsübergreifende Freiwilligendienste“ konnten knapp 9.000 Freiwillige in 1.600 Einsatzstellen gewonnen werden. Darunter sind auch viele ältere Migranten. Die hier gemachten positiven Erfahrungen werden im neuen Freiwilligendienst allen Altersgruppen zugänglich gemacht und sollen zur Weiterentwicklung des freiwilligen Engagements genutzt werden. Die begleitenden Instrumente und unterstützenden Bausteine sollen die flächendeckende Implementierung der im Modellprogramm entwickelten Strukturen unterstützen.

Zentrale Bausteine:
1. Vernetzung durch bundesweite Internetplattform

Bundesweit werden 2.000 Kommunen zum Aufbau einer Informations- und Vernetzungsdrehscheibe zum Freiwilligendienst aller Generationen gefördert. Ziel ist, Angebot und Nachfrage an Freiwilligenplätzen zusammenzuführen und interessierten Bürgern, Kommunen und Trägern eine schnelle orts- und themenübergreifende Orientierung anzubieten. Interessierte Bürger finden auch Angebote zum allgemeinen freiwilligen Engagement und Ehrenamt, örtliche Geld- und Sachspendengesuche für gemeinnützige Zwecke, Einsatzplätze im Jugendfreiwilligendienst und zahlreiche weitere nützliche Informationen.

2. Mobile Kompetenzteams
Der Bund wird den Aufbau mobiler Kompetenzteams in den Ländern unterstützen. Durch Beratung der Zielgruppen (Freiwillige, Hauptamtliche, Entscheidungsträger) sollen sie mit ihrer Arbeit zur Initialzündung für Freiwilligendienste oder zur Qualitätssteigerung vor Ort beitragen. Beraten und unterstützt werden soll im Hinblick auf die Rahmenbedingungen des Freiwilligendienstes aller Generationen (Profil, Dauer, Umfang, Qualitätsstandards, Ziele, Rechte und Pflichten aller Beteiligten, Zusammenarbeit von Hauptamtlichen und Freiwilligen, Rechtsfragen etc.).

3. Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen und -modulen für die Zielgruppen
Die Aufgabe der Kompetenzteams wird weiter darin bestehen, Multiplikatorenfunktionen für erfolgreiche Projektansätze zu übernehmen, die im Modellprogramm "Generationsübergreifende Freiwilligendienste" entwickelt worden sind beziehungsweise beim künftigen Ideenwettbewerb ausgewählt und gefördert werden sollen. Es ist vorgesehen, dass Kommunen im Hinblick auf ihre spezifischen Bedarfslagen, temporäre Beratung und Unterstützung beim Aufbau oder zur Weiterentwicklung von Freiwilligendiensten für alle Altersgruppen erhalten können. Professionelle und gut vernetzte zivilgesellschaftliche Strukturen vor Ort werden die Verbreitung und Implementierung des Freiwilligendienstes aller Generationen unterstützen. Im Rahmen des Modellprogramms „Generationsübergreifende Freiwilligendienste" wurden bereits zahlreiche Bildungsangebote entwickelt, die zur Übertragung auf andere Standorte geeignet sind. Die Verbreitung guter Beispiele soll gefördert und unterstützt werden.

Weitere Informationen
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
11018 Berlin
Tel.: 03018-555-0, http://www.alter-schafft-neues.de

Kompetenzen europäischer Stadtquartiere im Umgang mit Diversität

Hintergrund
Europäische Städte sind historisch wesentlich durch Migration entstanden. Und sie sind heute in ganz besonderer Weise durch Mobilität und daraus entstehender Diversität geprägt. Aus dieser sozialen Vielfalt und kulturellen Differenz wachsen entscheidende Ressourcen ihrer urbanen Kultur. Im städtischen Inneren sind es insbesondere die Stadtquartiere und ihre Bewohner, die Kompetenzen im Umgang mit dieser Diversität entwickeln.

Inhalt
In diesem Projekt (Laufzeit bis 2010) werden die Entwicklung von Kompetenzen im Umgang mit Diversität und die Barrieren für die Entwicklung solcher Kompetenzen in unterschiedlichen Quartieren untersucht. Dabei sollen:
1. die Dimensionen, Entwicklungen und Auswirkungen von Mobilität und die sie begleitenden Faktoren aufgespürt werden,
2. die unterschiedlichen Kompetenzen der Subjekte, Akteursgruppen und Quartiere im Umgang mit Diversität im Sinne einer „erfolgreichen Praxis“ stärker in den Blick gerückt werden, um auf sie als Ressourcen für die Gestaltung eines interkulturellen Alltags zu verweisen,
3. die Hindernisse und Ausgrenzungsmechanismen des Zusammenlebens aufgezeigt werden, um gemeinsam mit urbanen Akteuren über Lösungsmöglichkeiten nachzudenken,
4. Stärken und Schwächen europäischer Städte bezüglich eines neuen Umgangs mit Diversität unter Berücksichtigung der Transformation im Zuge von Europäisierungsprozessen thematisiert werden,
5. die erarbeiteten Ergebnisse zur gezielten und nachhaltigen Förderung des Umgangs mit Diversität in die urbane und politische Praxis überführt werden.

Vorgehensweise und Ziele
Das Vorhaben führt ein interdisziplinärer Forschungsverbund durch, der mit analogen Fragestellungen verschiedene Quartiere in den Blick nimmt, die von unterschiedlichen Formen der Diversität und ihrer Verwertung geprägt sind. Erstrebt wird am Ende dieser Kooperation ein fächerübergreifender Zugang zu städtischen Problemfeldern, der sich auch auf andere urbane Konstellationen und Fragestellungen übertragen lässt.

Projektleiter
Prof. Dr. Wolf Dietrich Bukow
Universität zu Köln
Humanwissenschaftliche Fakultät
Gronewaldstraße 2
50931 Köln
Tel.: 0221-470-4744
bukow@uni-koeln.de

Kulturelle Angebote für Ältere mit
Zuwanderungsgeschichte in Nordrhein-Westfalen (KÄZ)

Ziel des Projekts
Das Projekt wird einen Beitrag zur kulturellen Integration älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in NRW leisten. Insbesondere soll die Zuwanderergeneration der angeworbenen Arbeitnehmer, von kulturellen Angeboten als Freizeitgestaltung profitieren. Kulturangebote sollten auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Zielgruppe eingehen und diese direkt mit einbeziehen. Damit verbunden ist auch der integrative Ansatz, die Angebote die gesamten früheren Belegschaften der Anwerbefirmen ansprechen.Öffentlichkeitswirksam und an den kulturellen Bedürfnissen der Zielgruppe orientiert könnten kulturelle Veranstaltungen stattfinden, die für Ältere mit Zuwanderungsgeschichte kulturelle Erlebnisse bieten bzw. Kultur direkt erlebbar machen. Integration kann insbesondere auch über gemeinsames kulturelles Erleben stattfinden. Wichtiger Ansatzpunkt hierbei ist allerdings, dass die Gruppe der älteren Zuwanderer in ihrer Eigeninitiative und Eigenverantwortung gestärkt und damit direkt als handelnde Subjekte in die Kulturausübung mit einbezogen werden sollen.

Vorgehen
Es wird ein Bedarfs- und Veranstaltungskonzept entwickelt, damit in naher Zukunft kulturelle Angebote auf die tatsächlichen Bedürfnisse älterer Zuwanderer treffen. Zentraler Ansatzpunkt dabei ist die Ansprache der Wirtschaftsunternehmen, bei denen Arbeitsmigranten jahrzehntelang gearbeitet haben, dazu gehören viele bekannte Unternehmen in ganz Nordrhein-Westfalen. Aber auch die älteren Menschen selbst sollen einbezogen werden, vor allem über Migrantenselbstorganisationen. Zusammen mit interkulturell geöffneten Kultureinrichtungen in NRW sollen geeignete Angebote geplant werden.

Projektträger
Das Projekt wird durchgeführt vom Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V.
(RISP) an der Universität Duisburg-Essen, gefördert vom Ministerium für Generationen, Frauen, Familie und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MGFFI NRW).

Ansprechpartnerinnen:

Türkan Yilmaz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: +49 (0)203 – 3634139, Fax: +49 (0)203 – 3632596
tuerkan.yilmaz@uni-duisburg-essen.de

Dr. Ute Pascher, Projektleiterin
Tel.: +49 (0)203 – 3630332, Fax: +49 (0)203 – 3632596
ute.pascher@uni-duisburg-essen.de

Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) e.V.
an der Universität Duisburg-Essen
Projektgruppe Beschäftigung und Chancengleichheit (B&C)
Heinrich-Lersch-Str. 15, 47057 Duisburg

Initiative „Vielfalt bewegt“

Mit der Initiative „Vielfalt bewegt“ (2008-2010) sollen Menschen mit Migrationshintergrund in Rheinland- Pfalz angesprochen werden, um die Möglichkeiten und Chancen, die sich aus der Heterogenität ergeben, ins Blickfeld zu rücken. Begleitet wird das Ganze durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen.

Hintergrund
In Rheinland-Pfalz wie auch im gesamten Bundesgebiet sind rund 18 Prozent der Bevölkerung Migranten. Die vielfältigen Potenziale von Erwerbstätigen und Kunden mit Migrationshintergrund werden nochüberraschend wenig genutzt. Allerdings wächst die Zahl von Betrieben, Kommunalverwaltungen und anderen Organisationen in Rheinland-Pfalz und anderswo, die erkennen und konkret erfahren, welche positiven Wirkungen aus der Berücksichtigung der Fähigkeiten, Erfahrungen und Bedarfe von Menschen mit Migrationshintergrund resultieren.

Ziele
Die Initiative zielt darauf ab, an diesen Beispielen deutlich zu machen, was durch Vielfalt "bewegt" werden kann und dadurch weitere Betriebe, Verwaltungen und Organisationen zu einer stärkeren Berücksichtigung von Vielfalt im Rahmen ihrer Personal- und Unternehmenspolitik anzuregen. Hierzu gehören auch Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, wie Kliniken und Altenheime. Weiterhin möchte die Initiative erreichen, dass die Bedeutung einer auf Vielfalt setzenden Personal- und Unternehmenspolitik wächst – gemessen an der Verbreitung des Wissens über dieses Thema, der Anzahl der in diesem Kontext umgesetzten Maßnahmen sowie der Anerkennung des dadurch zu erzielenden Nutzens. Es wird bestrebt, einen Beitrag dazu zu leisten, dass eine wachsende Zahl von insbesondere klein- und mittelständischen Betrieben und von Verwaltungen in Rheinland-Pfalz die in diesem Zusammenhang entwickelten Ansätze und Instrumente anwenden.

Inhalte
Die Initiative stellt Informationen darüber zur Verfügung, auf welche aktuellen Herausforderungen für
Betriebe, Kommunen und andere Organisationen Instrumente zur Nutzung von Vielfalt eine Erfolg versprechende Antwort geben können, wie diese Instrumente in der Praxis ausgestaltet werden können und welchen Nutzen Betriebe, Kommunen und andere Organisationen in dieser Hinsicht bereits erfahren haben. Mit der Aktionspartnerschaft "Vorsprung durch Vielfalt", die von der rheinland-pfälzischen Arbeitsministerin Malu Dreyer ins Leben gerufen wurde, sollen Organisationen für vorbildhafte Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt öffentlich gewürdigt und weitere Betriebe und Kommunen motiviert werden, Maßnahmen im Sinne einer Personal- und Unternehmenspolitik der Vielfalt einzuleiten. Auf einer "Landkarte der Vielfalt" werden Erfolgsbeispiele präsentiert. Interessierte Organisationen können Fortbildungs- und Beratungsangebote in Anspruch nehmen.

Adressaten
Die Initiative "Vielfalt bewegt" richtet sich insbesondere an Führungskräfte und Personalverantwortliche in Betrieben, Kommunalverwaltungen und anderen Organisationen in Rheinland-Pfalz, ebenso aber an Interessierte.

Kontakt
Projektgruppe Inpact
Schneider Organisationsberatung
Claudia Vortmann
Fischtorstraße 12
55116 Mainz
Tel. 06131-28767-15
www.vielfalt-bewegt.de, E-Mail: vortmann@schneider-beratung.de

 

Beratung und Sprachtherapie für mehrsprachige Menschen

Seit Januar 2008 bietet das Forschungsinstitut und die Beratungsstelle für Sprachrehabilitation (FBS) der Universität zu Köln ein Beratungsangebot bei Sprachproblemen mehrsprachiger Kinder, Jugendlicher oder Erwachsener in den in Deutschland am häufigsten vorkommenden Fremdsprachen an. Das Angebot, unter der Verantwortung von Prof. Dr. H.-J. Motsch, ist zunächst auf ein Jahr angelegt. Es ist eine der Aktivitäten des 2008 gegründeten Zentrums für Mehrsprachigkeit und Integration (ZMI) der Bezirksregierung Köln, der Stadt Köln und der Universität zu Köln.

Ziel
Ziel der kostenfreien Beratung, die in deutsch oder in den Herkunftssprachen (türkisch, russisch, polnisch, tschechisch, italienisch, französisch, englisch, persisch/farsi) erfolgen kann, ist es, zu entscheiden, ob die Kinder oder Erwachsenen eine Sprachstörung haben, die einen Anspruch auf krankenkassenfinanzierte Diagnostik und Sprachtherapie begründet. In Kooperation mit der Praxis für interkulturelle Sprachtherapie (Leitung: B. Eiden) kann beim Vorliegen einer Sprachstörung die Diagnostik und Sprachtherapie durch Sprachtherapeutinnen organisiert werden, die die jeweilige Herkunftssprache sprechen.

Beratungsgründe
Die Beratung steht Eltern offen, deren Kinder (ab 2 Jahren) sich sprachlich auffällig und nicht altersgemäß entwickeln. Beunruhigende Auffälligkeiten können unter anderem bestehen in einem verzögerten Sprechbeginn, geringem Wortschatz, Ausspracheproblemen, falschem Satzbau, Sprachverständnisproblemen, Stottern, heiserem oder nasalem Stimmklang. Ebenfalls können folgende Probleme von Schulkindern und Jugendlichen zur Beratung führen: Leseund
Rechtschreibprobleme, Rechenprobleme/Dyskalkulie, Aufmerksamkeitsprobleme/ADHS. Die Beratung kann auch von Erwachsenen genutzt werden bei Stimmproblemen, Schluckproblemen,
Sprechproblemen (u.a. nach Schlaganfall, bei Multipler Sklerose, bei Morbus Parkinson).

Informationen und Anmeldung
Forschungsinstitut und Beratungsstelle für Sprachrehabilitation (FBS) der Universität Köln
Frau Claudia Grimm
Klosterstr. 79 B, Zimmer 112 - 113
50931 Köln-Lindenthal
Tel.: 0221/470 55 10
Sprechstunden:
montags 11:30 – 12:30 Uhr, mittwochs 13:00 – 14:00 Uhr, freitags 11:30 – 12:30 Uhr)
http://www.hf.uni-koeln.de/31284

Politisches Potential des Internet - Die virtuelle Diaspora der
Migranten aus Russland und der Türkei in Deutschland

Wie politisch sind Migranten?

Das ist das Thema des Forschungsprojektes an der Westfalischen Wilhelms-Universität Münster unter der Leitung von Dr. Uwe Hunger, Institut für Politikwissenschaft.
Das bis September 2008 laufende Forschungsprojekt untersucht mit Unterstützung der Fritz-Thyssen- Stiftung die politischen Aktivitäten, die Migranten in Deutschland im Internet entfalten.
Dabei gilt das Forschungsinteresse der Vernetzung und Online-Beteiligung an politischen Prozessen
sowohl im Aufnahmeland als auch im Herkunftsland der Migranten. Die zentralen Forschungsfragen des Projektes sind dabei: Welches Potential kann das Internet für Migranten und ihre Selbstorganisation entfalten? Welche daraus resultierenden Einflüsse auf politische Ereignisse im Herkunftsland und Aufnahmeland sind zu erkennen? In welchem Verhältnis stehen diese Aktivitäten zum Offline-Geschehen in beiden Staaten?
Untersucht werden diese Fragestellungen am Beispiel von zwei zahlenmäßig besonders relevanten Zuwanderergruppen in Deutschland, nämlich an Migranten aus der Türkei und aus der ehemaligen Sowjetunion.
Erste Ergebnisse wurden auf der Tagung "Migration, Internet und Politik. Potenziale für Partizipation,
Kommunikation und Integration" am 3. und 4. Juli 2008 im münsterschen Franz-Hitze-Haus vorgestellt.

Kontakt:
Westfälische Wilhelms-Universität
Institut für Politikwissenschaft
Politisches Potenzial des Internet
Projektleiter: Dr. Uwe Hunger, Projektleiter
Weitere Ansprechpartnerin: Frau Kathrin Kissau M.A.
Platz der Weißen Rose
48151 Münster
Telefon 0251 83 29408 (29943)
hunger@uni-muenster.de
kissau@uni-muenster.de
www.ppi.uni-muenster.de

Aktiv gegen Brustkrebs
Seminare zur Selbstuntersuchung
der Brust speziell für
türkische Frauen in NRW

Ob Türkisch oder Deutsch – wenn es um Brustkrebs geht, spielen nationale Unterschiede kaum eine
Rolle. Sowohl bei deutschen als auch bei türkischen Frauen steht Brustkrebs ganz oben auf der Liste
der häufigsten Krebserkrankungen. Gravierender wird der Unterschied zwischen Nationalitäten hier zu Lande erst, wenn es um die gesundheitliche Aufklärung geht. Obwohl türkische Migrantinnen vielfach schon lange Jahre in Deutschland leben, werden sie von vielen Angeboten zur Gesundheitsvorsorge und Früherkennung nicht in dem Maße erreicht wie die deutschen Frauen. Bei Brustkrebs ist dies besonders problematisch, da die Früherkennung immer noch als die wichtigste Maßnahme im Kampf gegen die Krankheit gilt. Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Um gezielt türkische Migrantinnen in Nordrhein-Westfalen über die Früherkennung von Brustkrebs zu
informieren, koordiniert die Krebsgesellschaft NRW im Rahmen der Kampagne „Sicher fühlen“ jetzt kostenlose Seminare zur Selbstuntersuchung der Brust, die sprachliche und soziokulturelle Besonderheiten berücksichtigen. Die Veranstaltungen richten sich an Frauen ab 20 Jahre ohne Vorerkrankung der Brust. Unter fachlicher Leitung von Gynäkologinnen kommen Themen wie Risikofaktoren, Krankheitssymptome und Möglichkeiten zur Früherkennung von Brustkrebs zur Sprache. Die Selbstuntersuchung der Brust wird anhand von Silikonmodellen veranschaulicht und geübt.
Die Organisation der Seminare läuft in verschiedenen nordrhein-westfälischen Städten jeweils in Zusammenarbeit mit türkischsprachigen Kooperationspartnern, wie beispielsweise interkulturelle Gesundheitsmediatorinnen des Gesundheitsprojektes „Mit Migranten für Migranten“ (MiMi), „Stadtteilmütter“ sowie türkische Initiativen und Vereine.
Um möglichst viele Frauen zu erreichen, ist die Krebsgesellschaft NRW auf Unterstützung angewiesen und freut sich jederzeit über neue Kooperationspartner. Initiativen und Vereine, die ein Seminar anbieten möchten, können sich direkt an die Krebsgesellschaft NRW wenden. Fristen gibt es nicht. Das (deutschsprachige) „Sicher fühlen“-Telefon ist werktags von 9:00 bis 12:00 Uhr unter (0211) 310 74 15 zu erreichen. Wenn ein Veranstaltungsort sowie 10 bis 15 Teilnehmerinnen vorhanden sind, kümmert sich die Krebsgesellschaft NRW um eine ortsnahe – in der Regel deutsche – Gynäkologin sowie gegebenenfalls um eine türkischsprachige Moderatorin, die bei der Übersetzung hilft. Die Seminarunterlagen, wie beispielsweise eine Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust, sind in türkischer Sprache verfügbar.
Einen Überblick über die Aufklärungskampagne bietet auch das dreisprachige Webportal www.sicherfuehlen.de. In Deutsch, Englisch und Türkisch können Interessierte einen Film mit gesprochenem und schriftlichem Text abrufen, der das Abtasten der Brust Schritt für Schritt erklärt.
Das neue Angebot für türkische Migrantinnen ist im Rahmen der Kampagne „Sicher fühlen“ entstanden, die seit mehr als sechs Jahren in NRW erfolgreich läuft.

Kontakt:
Krebsgesellschaft NRW
Volmerswerther Straße 20
40221 Düsseldorf
Tel. 0211 310 74 15
info@krebsgesellschaft-nrw.de
www.krebsgesellschaft-nrw.de

Koordinierungsstellen Rund ums Alter sind
ideale zukünftige Pflegestützpunkte
… natürlich interkulturell

von Gisela Seidel

Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz trat am 1. Juli 2008 in Kraft. Pflegeversicherte haben dann ab
Januar 2009 einen Anspruch auf Pflegeberatung. Mit Zustimmung der jeweiligen Landesregierung werden bundesweit Pflegestützpunkte eingerichtet.
Das Bundesministerium für Gesundheit fördert in diesem Zusammenhang seit dem 18. Januar 2008 das Modellvorhaben „Werkstatt Pflegestützpunkte“ und finanziert bundesweit sechzehn wohnortnahe Modell- Pflegestützpunkte. Der beispielhafte Aufbau dieser Einrichtungen soll in der jeweiligen Modellregion erprobt werden. Wissenschaftlich begleitet werden die Projekte vom Kuratorium Deutsche Altershilfe in Köln.
Für das Land Berlin haben die Koordinierungsstelle Rund ums Alter Friedrichshain-Kreuzberg (Träger
Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte e. V.) und die Koordinierungsstelle Rund ums Alter in Treptow-
Köpenick (Träger Albatros e. V.), stellvertretend für alle Berliner Koordinierungsstellen, den Zuschlag für die Pilot-Stützpunkte erhalten. Sie sind in den Regionen Kreuzberg und Köpenick angesiedelt.
Pflegestützpunkte sollen erste Anlaufstellen für Menschen mit Fragen rund um die Pflege sein. Sie bieten Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen, aber auch Menschen, die noch keine Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, Information und Beratung, Unterstützung bei der Auswahl der für sie passenden Angebote und bei Bedarf ein umfassendes Fallmanagement. Auch die Vernetzung der pflegerischen, medizinischen, rehabilitativen oder sozialintegrativen Angebote vor Ort gehört zu den Aufgaben der Pflegestützpunkte.

Der interkulturelle Aspekt
Diese Aufgabenstellungen decken sich mit der bisherigen Arbeit der Koordinierungsstellen Rund ums
Alter. Ihr Anliegen ist, alle älteren Menschen - unabhängig von Kultur, Religion und Weltanschauung – zu erreichen. Seit 1999 bieten die Berliner Koordinierungsstellen Rund ums Alter ein flächendeckendes Netz von Beratungsstellen für ältere behinderte und pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen. Zu den Leistungen gehören Information und Beratung, Case Management, Aufbau und Pflege von Netzwerkstrukturen sowie die Förderung des Freiwilligenengagements. Diese Erfahrungen und Ressourcen werden im Modellvorhaben „Werkstatt Pflegestützpunkt“ genutzt.
Die Koordinierungsstelle Friedrichshain-Kreuzberg hat das Ziel, auch den hier alt gewordenen Migranten das Gesundheits- und Sozialleistungssystem nahe zu bringen und sie zu motivieren, Hilfe- und Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Zum Modell-Pflegestützpunkt sollen allerdings nicht nur ältere Pflegebedürftige sondern auch alle anderen Altersgruppen den Weg finden: pflegebedürftige Kinder und Jugendliche, jüngere Erwachsene, pflegebedürftige psychisch Kranke und geistig Behinderte. Im Sinne einer Anlaufstelle bietet sich der Stützpunkt an, um zunächst einmal erste Fragen rund um die Pflege, aber auch Fragen zu Rehabilitation, finanzielle Hilfen, Wohnungsanpassung, soziale Integration zu beantworten.
Als verlässliche Einrichtung, die wie ein Lotse durch das Dickicht der Zuständigkeiten im Gesundheitsund Sozialwesen führt, ist ein Pflegestützpunkt besonders sinnvoll für Familien mit Migrationshintergrund. Der Kreuzberger Pilotstützpunkt ist inmitten von zwei Sozialräumen (98.000 Einwohner) angesiedelt, in denen der Anteil der Migranten bei etwa 30% liegt. Damit auch pflegebedürftige Menschen anderer Herkunft erreicht werden können, wird der Stützpunkt u. a. die Zusammenarbeit mit dem Projekt„Stadtteilmütter“ nutzen. Die Stadtteilmütter werden zur Zeit hinsichtlich Kindergarten-, Schul- und Spracherziehung, Ernährung und Gesundheit geschult, damit sie als Multiplikatoren in ihrem jeweiligen Wohngebiet in Familien informieren können. Viele der Stadtteilmütter kommen gebürtig aus ganz unterschiedlichen Ländern (z. B. Bulgarien, Bosnien, Pakistan, Türkei) und haben damit auch Zugang zu„ihren Landsleuten“, in deren Familien pflegebedürftige Angehörige leben.
Wenn es den Pilotstützpunkten gelingt, mehr pflegebedürftigen Menschen mit Migrationshintergrund
und deren Angehörigen den Zugang zu Information und Beratung zu eröffnen und damit mehr Orientierung im Gesundheits- und Sozialwesen zu geben, wäre ein wesentliches Ziel des Modellprojektes„Werkstatt Pflegestützpunkt“ bereits erreicht.

Kontakt:
Pflegestützpunkt Kreuzberg
, Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte e.V. (Koordinierungsstelle Rund
ums Alter Friedrichshain-Kreuzberg), Gisela Seidel (Projektleitung), Wilhelmstraße 115, 10963 Berlin,
Tel.: 030-257 00 673, Fax: 030-25 70 08 02 E-Mail: koordinierung@dw-stadtmitte.de

Schulungen für Senioren mit Migrationshintergrund in Lübeck

In einer Kooperation haben die Hansestadt Lübeck, das Grone-Bildungszentrum Lübeck, die Jüdische
Gemeinde und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ein Konzept entwickelt, das neben der Sprachvermittlung im Integrationskurs auch über die vielfältigen Angebote für Senioren in der Kommune, der Stadt, der Verbraucherzentrale sowie der Polizei informiert. Gemeinsam stellten die Partner das neue Programm im April 2008 vor. Die Idee für diese Seniorenkurse entstand bei einem Besuch der Regionalkoordinatorin des (BAMF) bei der Jüdischen Gemeinde zu Lübeck.

Hintergrund
Aufgrund des im Jahr 2005 geänderten Zuwanderungsgesetzes haben Menschen mit Migrationshintergrund nur noch drei Jahre lang die Möglichkeit, entsprechende Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen. Hier setzt das neue Projekt mit seinen verschiedenen Angeboten an.

Verlauf und Ziel
Bereits seit September 2007 bietet die Jüdische Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem BAMF und Grone Integrationskurse für Senioren in den Räumen der Gemeinde an und reagierte damit auf die aktuellen Probleme der älteren Bürger. Der Erfolg gibt den Organisatoren recht, denn die Nachfrage nach diesem Angebot ist enorm: Inzwischen sind die dreimal in der Woche stattfindenden Treffen zum festen Termin der meist allein stehenden Senioren zwischen 60 und 80 Jahren geworden.
In dem neuen, deutschlandweit einmaligen Projekt werden verschiedene thematische Integrationskurse angeboten, sei es zum Thema Pflege, Leben und Wohnen im Alter, Patientenverfügung, Gesundheitsprävention, aber auch Ausflüge sowie eine Einführung in die Welt des Internets. Das Rahmenprogramm der Kurse entwickelt sich an den Ansprüchen der jeweiligen Teilnehmergruppe und variiert daher immer wieder.
Neben den zwei bereits bestehenden Kursen hat das Grone-Bildungszentrum Lübeck im Mai 2008 nun
mit dem dritten Seniorenkurs begonnen.
Langfristiges Ziel dieses Pilotprojektes ist es, allen Senioren mit Zuwanderungsgeschichte in Lübeck
einen ihren Bedürfnissen angepassten Integrationskurs mit seniorengerechten Schulungen anbieten zu können.
Weiterhin ist es das Ziel, dass auch ältere Menschen selbstständig ihre Behördengänge und damit ihre Ansprüche regeln können und ihre Unsicherheit im Umgang mit der deutschen Sprache und den deutschen Behörden ablegen, um ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu entwickeln.
Im Rahmen der bis März 2009 einmal im Monat stattfindenden Info-Tage können sich Senioren über die Angebote und rechtlichen Ansprüche informieren. Die Schulungen sind nicht an die Religionszugehörigkeit gebunden. Derzeit nehmen ausschließlich jüdische Migranten das Angebot in Anspruch. Geplant sind aber auch Gespräche mit muslimischen Gemeinden in Lübeck, um auch dort entsprechende Angebote zu schaffen.

Ansprechpartner
Grone-Bildungszentren Schleswig-Holstein GmbH - gemeinnützig -
Birgit Hinrichs-Blöcker
Bildungszentrum Lübeck
Bildungspark Blankensee
Am Flugplatz 4
Haus 15
23560 Lübeck
Tel.: 0451-5040-405
E-Mail: b.hinrichs@grone.de

Gesundheitskompetenz von türkischstämmigen Diabetikern
in Abhängigkeit von Krankheitsverlauf, Versorgungskonzept,
sozioökonomischem Status und Integration

Das Institut für Medizin-Soziologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf startete im Februar
2008 ein Projekt, um Migranten effektiver bei der Inanspruchnahme gesundheitlicher Leistungen zu unterstützen. Das Projekt wird bis Januar 2011 im Rahmen der versorgungsnahen Forschung im Bereich"Chronische Krankheiten und Patientenorientierung" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Kooperationspartner sind neben den beteiligten Arztpraxen die AG Diabetes und Migranten der Deutschen Diabetes Gesellschaft, der Deutsche Diabetiker Bund Hamburg e.V., die Alice- Salomon-Fachhochschule Berlin, das Institut für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg- Eppendorf und die AG Gesundheitssystemanalyse am Helmholtz Zentrum München.

Hintergrund
Im Gegensatz zur gut untersuchten psychosozialen und sozioökonomischen Situation deutscher Typ-2- Diabetiker ist über die Situation der Diabetiker nicht-deutscher Herkunft nur sehr wenig bekannt. Unter den in Deutschland lebenden Migranten gelten die Türkischstämmigen als eine Bevölkerungsgruppe mit besonders hohem Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Insbesondere die sogenannten Gastarbeiter profitieren wegen ihrer geringen Integration in das deutsche Gesellschaftssystem mutmaßlich nur in eingeschränktem Maße von gesundheitsfördernden und präventiven Angeboten, obgleich sie aufgrund ihrer sozialen Lage und Lebenssituation überdurchschnittlich hohen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt waren und sind. Es existiert bislang jedoch keine ausreichende empirische Basis für eine angemessene Einschätzung der Lebenssituation dieser Patientengruppe.

Methodik
Das Projekt ist angelegt als eine explorative quantitativ-empirische Verlaufstudie mit zwei Erhebungszeitpunkten. In Kooperation mit 15 bis 20 Arztpraxen in Hamburg sollen 400 türkischstämmige Diabetiker je zweimal in einem Abstand von zwölf Monaten von türkischsprachigen Interviewern besucht und mit Hilfe eines multidimensionalen Assessments befragt werden. (200 Männer und 200 Frauen - jeweils zu 50 % im DMP eingeschrieben mit dem Ziel, die Akzeptanz und Effektivität verschiedener Diabetes- Interventionen zu bestimmen.) Die Arztpraxen verteilen sich über ganz Hamburg mit Häufungen in den Stadtteilen Altona, Wilhelmsburg und Harburg. Die kooperierenden Ärzte bitten ihre Patienten um Beteiligung und vermitteln bei Einverständnis den Kontakt zur Forschungsgruppe. Die Erfahrungen und Sichtweisen der Ärzte, Diabetesberater, Krankenkassenmitarbeiter und anderer relevanter Akteure werden in ca. 40 qualitativen Fokus-Interviews erhoben. Die fachliche Begleitung erfolgt durch einen Beirat aus Praktikern und Wissenschaftlern.

Verwertung der Ergebnisse
Die Ergebnisse sollen mittel- und langfristig Menschen mit Migrationshintergrund helfen, besser an gesundheitlichen und präventiven Leistungen zu partizipieren. Gesundheitliche Dienstleister und Berater sollen ihre Leistungen besser auf die Bedarfe von Diabetikern mit Migrationshintergrund abstimmen können. Darüber hinaus sollen die gewonnenen methodischen Erkenntnisse zur Weiterentwicklung ethnospezifischer Forschungsansätze beitragen.

Ansprechpartner
Christopher Kofahl
Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf
Institut für Medizin-Soziologie
Martinistr. 52
20246 Hamburg
Tel.: 040 42803-4266, Fax: 040 42803-4934
kofahl@uke.uni-hamburg.de

Wissenschaftliche Begleitung des Projektes:
„Unterstützung und Betreuung von türkischsprachigen Familien mit
behinderten Angehörigen“ der Behindertenhilfe Hamburg

Das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt am Main begleitet das Projekt
„Unterstützung und Betreuung von türkischsprachigen Familien mit behinderten Angehörigen“ der Behindertenhilfe Hamburg (BHH), welches bis April 2010 laufen wird. Gefördert wird das Projekt von der Aktion Mensch. Nach Projektende soll das Angebot mit ehrenamtlicher Unterstützung durch Ehrenamtliche in ein Regelangebot überführt werden.

Hintergrund
Aus der Verfestigung der Migrationsprozesse resultiert neuer gesellschaftlicher Bedarf. So hat die Alterung der Gastarbeitergeneration sowie der Aussiedler den Bedarf nach einer Institutionalisierung kultursensibler Altenhilfe deutlich gemacht. Der damit verbundene Anstieg von Demenzerkrankungen mit zunehmendem Alter führt derzeit in Anfängen zum Aufbau von Angeboten für altersverwirrte Migranten.

Adressaten
Für Zuwanderer mit körperlicher, geistiger oder psychischer Behinderung lassen sich augenblicklich
noch kaum kultursensible Angebote ausmachen. Grundsätzlich ist anzunehmen, dass die Anteile von
Behinderten an Nichtdeutschen bzw. Personen mit Migrationshintergrund und Einheimischen in etwa
gleich sind. Allerdings zeigten Beobachtungen der Behindertenhilfe Hamburg, dass ihre Angebote von
türkischen Familien mit Behinderten vergleichsweise zögerlich genutzt wurden. Um diese Familien zu
erreichen, baut sie ein stadtteilbezogenes Angebot mit niedrigschwelligen Zugangswegen speziell für
diesen Personenkreis auf.

Projektverlauf
Im Februar 2008 wurde der Anlaufpunkt „Sosyal Bulusma Yeri“ eröffnet, in dem eine Sozialpädagogin
und eine Erzieherin, beide mit türkischem Hintergrund, die Betroffenen mit verschiedenen Leistungen – wie Beratung, Begleitung bei Arztbesuchen – unterstützen. Daneben bieten sie auch offene Termine wie ein gemeinsames Frühstück oder Kaffeetrinken an. Eine wichtige Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung ist es, herauszufinden, mit welchen Problemen
türkischsprachige Behinderte und ihre Familien neben Sprachbarrieren und diversen Informationsdefiziten besonders zu kämpfen haben, welche Bedürfnisse die Betroffenen haben und welche Wege des schwierigen Zugangs zur Zielgruppe erfolgversprechend scheinen.

Bisherige Ergebnisse
Im Projektverlauf bestätigten sich bislang Erkenntnisse aus der Fachliteratur, dass das Verständnis und die Wahrnehmung von Krankheit oder Behinderung zwischen Deutschen und Migranten aus dem islamischen Kulturkreis variieren kann.

Ansprechpartner
Behindertenhilfe Hamburg
Kirsten Wright
Tel.: 040-22722721, E-Mail: k.wright@vfb.net

Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V.
Dr. Ingrid Wilkens
Tel.: 069-9578-138, E-Mail: ingrid.wilkens@iss-ffm.de

Beratungsangebot
für behinderte und chronisch kranke Migranten in Frankfurt

Im März 2008 wurde in Frankfurt ein Beratungsangebot für behinderte und chronisch kranke Migranten eröffnet. Die neue Beratungsstelle ist ein gemeinsames Projekt des Vereins Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Mainz e.V. (ZsL), des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten und des Frankfurter Verbandes für Alten- und Behindertenhilfe e.V.
Das Beratungsangebot wird vom ZsL Mainz e.V. im Rahmen des Projekts ganzheitliche Integration behinderter und chronisch kranker Migrantinnen und Migranten (GIB) durchgeführt, das vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützt wird.

Hintergrund
Viele Menschen, die aus anderen Kulturkreisen stammen, haben ein Leben lang in Deutschland schwer gearbeitet. Im Falle einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung stellen sich ihnen verschiedene Fragen: Welche Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es? Welche Rechte haben sie? Wie gehen sie mit ihrer Einschränkung gegenüber der eigenen Gruppe und der Gesamtgesellschaft um? Sind behinderte und chronisch kranke Menschen weniger wert? Die Stadt Frankfurt am Main engagiert sich in Zusammenarbeit mit Behindertenverbänden und freien Trägern seit vielen Jahren für die Gleichstellung und Integration von Menschen mit Behinderungen. Bei den Maßnahmen für eine ganzheitliche Integration von Einwohnern mit Behinderung müssen auch betroffene Migranten bedacht werden. Um hier Unterstützung zu leisten, wurde das neue Beratungsangebot in Frankfurt ins Leben gerufen.

Inhalt
Das Zentrum für selbstbestimmtes Leben bietet eine mehrsprachige Beratung für behinderte und chronisch kranke Migranten aller Altersgruppen an. Ratsuchende erhalten kompetente Hilfe in deutscher, türkischer und englischer Sprache. Bei Bedarf können Gespräche auch auf Polnisch, Spanisch und Arabisch geführt werden. Besonderes Merkmal ist die Beratung durch Fachkräfte, die selbst einen Migrationshintergrund sowie eine Behinderung aufweisen. Der Grundgedanke ist, dass Betroffene aus eigener Erfahrung die Situation ähnlich Betroffener nachvollziehen können. Das Beratungsangebot umfasst viele Lebensbereiche wie Wohnen, Beruf, Freizeitgestaltung oder persönliche Assistenz. Es werden Problemlösungen im Sinne der Selbstbestimmung erarbeitet und unterstützt.

Ort und Zeit
Die Beratung findet an jedem ersten Donnerstag im Monat von 17:00-18:00 Uhr in Frankfurt, im Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenarbeit, Friesengasse 7 statt. Berater sind Anna Jagodski und Ismail Sackan, beide Menschen mit Behinderung und mit Migrationshintergrund. Einzelberatungen könnenüber die Telefonnummern 06131-14674535 und 06131-14674541 vereinbart werden.

Kontakt
Zentrum für selbstbestimmtes Leben Mainz e.V.
Rheinstraße 43-45
55116 Mainz
Anna Jagodski und Ismail Sackan
Tel.: 06131-14674535 und 06131-14674541
Fax: 06131-14674-440
E-Mail: info@zsl-mainz.de
Internet: www.zsl-mz.de, www.projekt-gib.de

Bremer Netzwerk für die
Gesundheit von Migrantinnen und Migranten

Das Interkulturelle Gesundheitsnetzwerk Bremen (IKGNW Bremen) wurde im März 2008 gegründet.
Seit längerem hatten einige Initiatoren (aus der Bremer Landesvereinigung für Gesundheit e.V. und aus der „Bremer Arbeitsgruppe zur Planung des Runden Tisches Interkulturelle Öffnung der Bremer Krankenhäuser“) dieses Anliegen mit dem Referat Migration und Gesundheit des Bremer Gesundheitsamts vorbereitet. Als Vorbild dient das gleichnamige Netzwerk in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg. In eineröffentlichen Diskussionsveranstaltung im Februar 2008 wurde von fast allen 80 Teilnehmern die Notwendigkeit zur Netzwerkbildung in diesem Arbeitsfeld bestätigt.
Heute sind schon etwa 50 Institutionen (und einige Einzelpersonen) Mitglieder dieses Netzwerks. Es hat sich die Schaffung von Chancengleichheit für Migranten im Zugang zur gesundheitlichen und psychosozialen Versorgung zum zentralen Ziel gemacht. Die Arbeit des Netzwerks wird vom Referat Migration und Gesundheit des Gesundheitsamts Bremen koordiniert (Kontakt: s. unten).
Zur Bildung sinnvoller Netzwerkstrukturen werden zur Zeit für 10 Arbeitsfelder Gruppen (AGs) gebildet.
Folgende Themen haben sich als besonders wichtig herauskristallisiert:
1. Psychosoziale und psychische Gesundheit
2. Interkulturelle Öffnung des Bremer Gesundheitswesens (Kommunikation, Sprache, Dolmetscherdienst)
3. Papierlose, Asylbewerber
4. Migrantinnengesundheit (inklusive Geburtshilfe)
5. Ältere Migranten und Pflege
6. Gesundheitsförderung und Prävention
7. Gesundheits-Selbsthilfe Gruppen, Einbeziehung stadtteilbezogener Migrantengruppen
8. Migration und Behinderung
9. Suchtkrankenhilfe
10. Strukturierte Personalentwicklung und Qualifizierung
Die AG „Ältere Migrantinnen und Migranten und Pflege“ wird dabei vom Referat „Ältere Menschen“ der Bremer Senatorin für Soziales organisiert. Dieses Referat kooperiert seit längerem mit dem Bremer Gesundheitsamt für die Integration der älter werdenden Migrantinnen und Migranten in Pflege und Altenhilfe. Eine wichtige zukünftige Aufgabe des Netzwerks besteht nun einerseits darin, Migranten als Vertreter ihrer eigenen Interessen für eine aktive Mitwirkung zu gewinnen. Andererseits gilt es auch, das Netzwerk in Bremen als wichtiges Forum des „hierarchiefreien“ Austauschs und der trägerübergreifenden Aktivitäten im Sinne einer guten integrativen Arbeit politisch zu etablieren.
Jeder, der sich mit den Zielen des Interkulturellen Gesundheitsnetzwerks Bremen identifiziert, kann Mitglied werden. Außerdem ist natürlich eine Mitwirkung in den Arbeitsgruppen jederzeit möglich. Weitere Informationen zum IKGNW Bremen bekommen Sie unter http://www.gesundheitsamt.bremen.de/sixcms/
detail.php?gsid=bremen125.c.2699.de

Kontakt:
Gesundheitsamt Bremen, Migration und Gesundheit
Eckhard Lotze, Horner Str. 60-70, 28203 Bremen
Tel: 0421/361-15170, Fax: 0421/496-15170
E-Mail: migration@gesundheitsamt.bremen.de

Türkische Knochenmarkspender gesucht

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige GmbH (DKMS) hat es sich seit ihrer Gründung
1991 zum Ziel gemacht, möglichst vielen Leukämiekranken durch eine Stammzelltransplantation
zu helfen. Ihr Hauptfokus liegt dabei auf dem konsequenten Ausbau der weltweit größten Einzeldatei
mit über 1,7 Millionen registrierten Spendern.
Alle 45 Minuten erkrankt allein in Deutschland ein Mensch an Leukämie. Für zahlreiche Patienten ist
eine Stammzelltransplantation die einzige Heilungsmöglichkeit. Heute spenden jeden Tag mindestens
sechs DKMS-Lebensspender Stammzellen für Patienten weltweit. Dennoch findet jeder fünfte
Patient keinen passenden Spender.
Für türkisch-stämmige Patienten gestaltet sich die Suche auf Grund von regionalen Unterschieden in
den Gewebemerkmalen schwieriger.
Da die türkischen Mitbürger mit zweieinhalb Millionen in Deutschland die größte ethnische Minderheit
darstellen, hat es sich die DKMS daher zum Ziel gesetzt, diese direkt anzusprechen. Mit Hilfe von
Informationsmaterial und Pressearbeit in türkischer Sprache möchte die DKMS die türkischen Mitbürger über die Problematik aufklären und dazu motivieren, sich als Stammzellspender aufnehmen zu lassen.
Bislang haben sich bereits über 39.000 türkische Mitbürger in die DKMS aufnehmen lassen, darunter
auch der türkische Popstar Tarkan und der Bundesligaspieler Selim Teber. Bisher haben bereits 101
türkische Mitbürger Stammzellen oder Knochenmark gespendet und damit die Chance auf Leben gegeben.

Kontakt:
DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei
Kressbach 1
72072 Tübingen
Tel.: 07071-9430
Fax: 07071 - 943 – 117
E-Mail: post@dkms.de

HealthTwist GmbH: Zwillingsstudien für die Gesundheit
Einbeziehung von Migranten in die Gesundheitsforschung.
Es werden Teilnehmer gesucht.

Bei der Aufklärung genetischer wie auch umweltbezogener Gesundheitsrisiken spielt die Zwillingsforschung eine große Rolle. Die Ergebnisse aus Zwillingsstudien helfen bei der Vorsorge wie auch bei der Behandlung komplexer Störungen und Erkrankungen wie z.B. erhöhtem Blutdruck oder auch Übergewicht mit allen Folgeerscheinungen.
Zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen gibt es Unterschiede bei der Häufigkeit bestimmter Genvarianten, auch Verhalten und Umwelt können sich unterscheiden. Diese Unterschiede machen wissenschaftliche Analysen schwieriger. In den letzten 15 Jahren wurden daher Migranten nur sporadisch und zufällig in die wissenschaftlichen Studien eingeschlossen. Es entspricht jedoch nicht der gesellschaftlichen Realität in Deutschland, wenn nur „deutsche“ Zwillinge untersucht werden. Wenn Forschungsergebnisse und daraus abgeleitete Behandlungen die Besonderheiten von Migranten nicht berücksichtigen, ergibt sich eine potentielle Benachteiligung in der Gesundheitsversorgung. Andererseits ist eine sinnvolle Aussage über andere ethnische Gruppen nur möglich, wenn ausreichend viele Probanden (hier Zwillinge) aus diesen Gruppen teilnehmen.
Als Konsequenz aus dieser Erkenntnis möchte das Berliner Zwillingsregister, das von der Charité und
HealthTwiSt gemeinsam aufgebaut wurde, nun verstärkt Zwillinge mit Migrationshintergrund erfassen
und in die Forschung einbeziehen und benötigt daher die Unterstützung von Migranten.
In den Studien der Berliner Zwillingsforscher geht es um ganz verschiedene Fragen:
Warum bleiben einige Menschen trotz reichhaltigem Essen und Bewegungsmangel problemlos schlank? Liegt es an unseren Genen, wie gut eine disziplinierte Diät hilft? Die Bestimmung von Blutdruck, Diabetes- Risiko und Cholesterinspiegel ist für die Zwillinge gleichzeitig ein kostenloser Gesundheits-Check.
In einem anderen Zwillingsprojekt wird die Sensibilität von Gehör und Tastsinn der Finger untersucht,
hier sind möglicherweise dieselben Gene von Bedeutung.
Eine weitere Untersuchung testet die Reduktion des Magenkeimes Helicobacter pylori durch natürliche Lactobazillen, eine mögliche Vorsorge gegen Magengeschwüre. Verschiedene andere Gesundheitsprojekte sind in Vorbereitung.

Zwillinge mit Migrationshintergrund gesucht
Zwillinge mit Migrationshintergrund aller Altersstufen, die mehr über sich sowie ihre Fitness und Gesundheit erfahren und gleichzeitig wichtige Projekte der Gesundheitsforschung unterstützen wollen, sollten an diesem Projekt teilnehmen. Es werden sowohl eineiige als auch zweieiige Zwillinge gesucht. Fristen für die Studienteilnahme gibt es nicht. Es wird jeweils eine Aufwandsentschädigung gezahlt.

Weitere Informationen und Kontakt:
HealthTwiSt GmbH
Lindenberger Weg 80
13125 Berlin
Tel.: 0800 – 12 89 46 7 (kostenfrei)
E-Mail: info@zwillingsstudie.de
Internet: http://www.zwillingsstudie.de
Informationsflyer und Plakat stehen zum Download bereit unter:
http://www.zwillingsstudie.de/pdf/MigrantenZwillinge.pdf

El Puente:
„Clearingstelle für die Beratung, Behandlung und Prävention
psychisch erkrankter, insbesondere traumatisierter MigrantInnen“

Der Fachberatungsdienst Zuwanderung, Integration und Toleranz im Land Brandenburg (FaZIT) hat das Projekt „El Puento“ gestartet.
Seit Jahren mahnt die Fachöffentlichkeit den dringenden Handlungsbedarf bei der medizinischen Versorgung von in Brandenburg lebenden psychisch erkrankter und traumatisierten Migranten an und fordert den Ausbau dieser Kapazitäten, die Einrichtung eines fachspezifischen Supervisionsangebotes, die Verbesserung des spezifischen Beratungs- und Betreuungsbedarfs von traumatisierten und psychisch erkrankter Personen und die Koordinierung der verschiedenen Akteure mit unterschiedlichen institutionellen Einbettungen.
Diese dringenden Anliegen haben Eingang in die Fortschreibung der Konzeption der Landesregierung
zur Integration bleibeberechtigter Zuwanderer im Land Brandenburg gefunden:
„Ziel ist die Verbesserung des vorhandenen dezentralen Angebots im Land Brandenburg zur Diagnose
und Behandlung psychischer Erkrankungen und Traumatisierungen von Flüchtlingen. Dabei sollen keine neuen medizinischen Strukturen geschaffen, sondern die vorhandenen stärker als bisher unterstützt und auf die spezielle Zielgruppe ausgerichtet werden.“
„ El Puente“ versteht sich als Bestandteil umfassender, an den Ressourcen und Bedürfnissen Brandenburgs orientierte Anstrengung zur Verbesserung der Situation der Zielgruppen. Mit „El Puente“ wird die Einrichtung des spezifischen Angebots vorgehalten, das am besonderen Beratungs- und Betreuungsbedarf von traumatisierten und psychisch erkrankten Personen ausgerichtet ist.
Weiterhin leistet „El Puente“ durch ein Fortbildungs- und Beratungsangebot sowie durch Koordination und Netzwerkarbeit einen Beitrag zur Einbindung vorhandener Behandlungs- und Therapiekapazitäten im Land Brandenburg in die medizinische Versorgung von psychisch kranken und traumatisierten Migranten und zum Ausbau dieser Kapazitäten.

Die Inhalte der Arbeit von „El Puente“ sind im Einzelnen:
• Aufbau einer verlässlichen, kompetenten und kontinuierlichen Beratungsstruktur zur Begleitung, Unterstützung
und Stärkung von psychisch kranken, insbesondere traumatisierten und psychisch belasteten
bzw. gefährdeten Migranten
• Fachberatung und Supervision für Gesundheitsämter, Sozialpsychiatrische Dienste und Mediziner/
Therapeuten in migrationsrelevanten Aspekten der psychotherapeutischen/psychosozialen Versorgung
von Zuwandernden sowie für Sozialarbeiter zum angemessenen Umgang mit psychisch kranken
und traumatisierten Migranten
• Koordinierung sowie fachliche Anleitung und Fortbildung der Unterstützergruppe (Gruppe ehrenamtlich
arbeitender Kultur- und Sprachmittler)
• Einrichtung regionaler Informationspools zu den Behandlungs- und Therapieangeboten
• Gesundheitsförderung durch Netzwerkbildung
• Sammlung bereits erprobter Praxismodelle
• Dokumentation und operative Analyse
• Entwicklung von weiteren Angeboten, insbesondere zur Nachbetreuung
• Clearingstellenfunktion in Einzelfällen

Unter dem Gesichtspunkt des Aufbau regionaler Ressourcen für die Behandlung von psychisch kranken, insbesondere traumatisierten und psychisch belasteten bzw. gefährdeten Migranten, konzentriert sich „El Puente“ im Einzelnen auf folgende Maßnahmen:
• Unterstützung bei der Bildung eines regionalen Netzwerks
• Vermittlung von sprachlicher Unterstützung
• Organisation und Durchführung von Fortbildungsangeboten
• Supervision
• Vermittlung und Koordinierung von behandlungsbegleitenden Maßnahmen
• Beratung zu migrationsrelevanten Fragen von Psychiatrie, Psychotherapie und psychosomatischer
Rehabilitation
El Puente verfügt über ein mehrsprachiges Beratungsteam, das selbst Flucht- und Migrationserfahrung hat. Folgende Sprachen stehen zur Verfügung: Arabisch, Bafang, Bengali, Chinesisch, Dari, Djerma, Englisch, Französisch, Fulbe, Georgisch, Haussa, Hindi, Italienisch, Kamerunisch-Metumba, Kantonesisch, Kurdisch, Maa, Malinke, Pashtu, Peul, Farsi, Pidgin, Portugisisch, Russisch, Serbokroatisch, Slowenisch, Soninke, Sasa, Spanisch, Swaheli, Türkisch, Urdu, Vietnamesisch Wolof u.a.
El Puente wird in Kooperation mit der AWO Soziale Dienste gGmbH Potsdam durchgeführt und aus
dem Haushalt der Landesregierung Brandenburg sowie dem Europäischen Flüchtlingsfonds gefördert.
FaZIT ist eine Iniative des gemeinnützigen Vereins „Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e.V.“ und finanziert sich ausschließlich aus den Zuwendungen öffentlicher Einrichtungen und privater Stiftungen.

Kontakt:
Fachberatungsdienst Zuwanderung, Integration und Toleranz im Land Brandenburg, FaZIT
Projekt „El Puento“
Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e.V.
Zum Jagenstein 3, 14478 Potsdam
Tel.: 0331/967625-05, Fax: 0331/967625-9
E-Mail: I.muriel@fazit-brb.de, Internet: www.fazit-brb.de

Deutsch-Polnische Kooperation für NS-Opfer

Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. und das
Freiwilligenzentrum von Zamość (Zamojske Centrum Wolontariatu) haben am 18. Juni 2008 in Zamość (Rep. Polen) einen Kooperationsvertrag geschlossen.
Ziel der von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ geförderten Kooperation ist die Einrichtung eines Informations- und Beratungszentrums für NS-Verfolgte in der südostpolnischen Stadt Zamość. In dem geplanten Beratungszentrum soll neben juristischer und psychologischer Beratung für die Überlebenden des Nazi-Terrors ein Ort der Begegnung eingerichtet werden, an dem sich sowohl die Überlebenden unter sich treffen können als auch Kontakt zu Schulen und Jugendgruppen vermittelt werden kann. Die Beratungsstelle soll bis spätestens Ende 2011 eingerichtet sein.

Kontakt:
Dr. Jost Rebentisch
Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V.
Holweider Straße 13-15, 51065 Köln
Tel.: 0221-1792940, Fax: 0221-17929429
E-Mail: info@nsberatung.de, www.nsberatung.de

Im Ausland Lösungen finden und Kompetenzen erweitern:
Das Internationale Hospitationsprogramm „Pflege und Gesundheit“
wurde bis Juli 2010 verlängert

nächste Bewerbungsfrist: 30.09.2008

„Profitieren Sie vom fachlichen Austausch mit Kollegen im Ausland“ – mit diesem Slogan geht das erfolgreiche Internationale Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit der Robert Bosch Stiftung im Juli 2008 in die inzwischen vierte Programmphase (wir berichteten in IKoM-NL 1-07, S. 7 und 6-07, S. 15 bereits über dieses Programm).
Engagierte Fachkräfte im Gesundheitswesen können sich nun weitere zwei Jahre bis Ende Juni 2010
für die Förderung von ein- bis maximal dreimonatigen Hospitationen im Ausland bewerben.
Das Internationale Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit richtet sich an Fachkräfte im Gesundheitswesen, die eigen- oder mitverantwortlich Veränderungen in ihrem Tätigkeitsbereich planen, vermitteln oder umsetzen. Dazu gehören beispielsweise Pflegende aus Praxis, Management und Ausbildung, aber auch Angehörige anderer Gesundheitsberufe wie Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden oder Diabetesberater. Eine Altersbeschränkung für Bewerber gibt es nicht.
Die Idee des Programms: Der Blick über die Grenzen ermöglicht den Teilnehmern neue Impulse für ihr
Arbeitsfeld und unterstützt so die Einführung und Umsetzung von innovativen Konzepten und Veränderungsprozessen in der eigenen Einrichtung und über diese hinaus. Darüber hinaus fördert der Auslandseinsatz die fachlichen und persönlichen Kompetenzen der Teilnehmer.
Dr. Elke Donath, Leiterin des für die Programmdurchführung verantwortlichen Instituts G-plus, engagiert sich seit Jahren für einen offenen fachlichen Austausch mit dem Ausland – gerade auch in der Praxis: „Vieles von dem, was wir uns in Deutschland erst noch erarbeiten müssen, wird im Ausland bereits angewandt. Warum sollen wir also das Rad neu erfinden? Gehen wir doch dorthin, wo es bereits hervorragende Beispiele gibt.“
Die Robert Bosch Stiftung unterstützt die Hospitationen im Ausland mit einem Zuschuss für Reise- und Aufenthaltskosten.
Das Institut G-plus, ein Kooperationspartner des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke, berät und betreut die Interessenten bei der Bewerbung und die Teilnehmer bei organisatorischen und fachlichen Fragen. Darüber hinaus werden regelmäßige Vor- und Nachbereitungsseminare angeboten.
Bis heute zählt das Internationale Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit 70 Teilnehmer, deren Auslandshospitationen bereits zahlreiche Veränderungsprozesse in deutschen Einrichtungen in Gang gebracht haben. Viele Teilnehmer bekräftigen zudem, dass sie noch Jahre später von den im Ausland gemachten Erfahrungen profitieren. So auch Elke Irlinger, eine der ersten Stipendiatinnen des Programms:„Ich habe für meinen beruflichen und privaten Weg sehr von der Hospitation in London profitiert. Die Kontakte, die ich während der Hospitation aufgebaut habe, sind teilweise heute noch vorhanden“, sagt die Pflegepädagogin, die sich während ihrer Hospitation mit Beratungsstrukturen vornehmlich im Bereich der Onkologie beschäftigte.

Rund 50 Erfahrungsberichte zu absolvierten Hospitationen sowie weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen zum Internationalen Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit sind im Internet unter www.g-plus.org eingestellt. Interessenten können sich außerdem telefonisch beraten lassen.

Programmkoordination:
G-Plus – Zentrum im internationalen Gesundheitswesen
Alfred-Herrhausen-Straße 44, 58455 Witten
Tel.: 02302/915-268, E-Mail: g-plus@uni-wh.de, Internet: www.g-plus.org

Bewerbungen können jeweils bis zum Ende eines Quartals eingereicht werden.
Die nächste Bewerbungsfrist ist der 30.09.2008.

Ein Projekt zur kulturellen Bildung älterer Migranten

aus dem Ruhrgebiet

Polyphonie ist ein Gesangsprojekt, das Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte ab 50 Jahren die Möglichkeit bietet, ihr Gesangstalent in Workshops unter fachlicher Anleitung weiter zu entwickeln. Ein Teil der Workshopteilnehmer hat zudem Gelegenheit, als Solisten ihr persönliches Lied vor großem Publikum zu präsentieren. Einen hoch professionellen Rahmen erhält die Veranstaltung durch den Einsatz eines musikalischen Leiters sowie eigens für die Solisten geschriebenen Arrangements und die Begleitung durch professionelle Musiker, u.a. von Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker.

Projektpartnerschaft
Drei im Bereich Kultur und Alter erfahrene Partner haben sich zusammengeschlossen, um Polyphonie zu realisieren: Kubia im Institut für Bildung und Kultur, Remscheid, das Euro+Songfestival, Amsterdam sowie GSP - Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Projekte (Paritätischer), Wuppertal. Diese Partner bringen Expertise aus dem Kultur-, Bildungs- und Sozialbereich in die Partnerschaft ein und sind Mitglied im Europäischen Netzwerk für Kultur im Alter „age-culture.net“. Gefördert wird Polyphonie von der Kulturabteilung, Referat zielgruppenspezifische Kulturangelegenheiten, in der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Projekt hat bereits im Jahr 2007 seine Arbeit aufgenommen und wird noch bis 2010 fortgeführt.

Inhalt und Zielsetzungen
Polyphonie wirkt an der Schnittstelle zwischen Kultur und Sozialem. Im Mittelpunkt steht die kulturelle Teilhabe von Migranten älterer Generationen. Polyphonie fördert die kreativen Fähigkeiten älterer Migranten und rückt ihre künstlerischen Leistungen und ihren kulturellen Beitrag zur Vielfalt der Region ins Rampenlicht. Weiterhin ermöglicht das Projekt die Begegnung Älterer mit und ohne Zuwanderungsgeschichte. Es wird außerdem die öffentliche Aufmerksamkeit im Kulturhauptstadtjahr „Ruhr 2010“ genutzt, um einen Beitrag zu einem „bunten“ Bild des Alters zu leisten. Polyphonie wirkt zudem nachhaltig, indem Kenntnisse über die kulturellen Aktivitäten und Beteiligungswünsche älterer Menschen mit Migrationsgeschichte erworben und diese an Kulturplaner und Kulturpolitik weitergeleitet werden. Daneben werden Strategien der Ansprache und Teilnehmergewinnung sowie methodisch-didaktische Konzepte für die kulturpädagogische Arbeit mit dieser Bevölkerungsgruppe erprobt und evaluiert und die Erkenntnisse dann an Kulturpädagogen übergeben. Des Weiteren werden Impulse für die Diskussion um die interkulturelle Öffnung von Kultureinrichtungen gegeben.

Bisheriger Verlauf und Ergebnisse
Das erste große Polyphonie-Konzert fand am 12. Mai 2008 im Opernfoyer des Theater Duisburg im Rahmen des WDR-Musikfests statt. Bis zum Sommer 2010 werden weitere Workshopreihen sowie Konzerte stattfinden. Zu dem Konzert im Mai, das eindrücklich unter Beweis stellt, wie viel Laien an künstlerischem Ausdruck und Bühnenpräsenz zu leisten vermögen, wenn sie in einem professionellen Rahmen angeleitet und begleitet werden, gibt es eine DVD, die beim IBK angefordert werden kann.

Kontakt
Flavia Nebauer
Institut für Bildung und Kultur e.V.
Küppelstein 34
42857 Remscheid
Tel.: 02191-794299
Fax: 02191 794290
E-Mail: nebauer@ibk-kultur.de
Internet: www.polyphonie.eu, www.ibk-kultur.de

Schatztruhen des Lebens

Im September 2008 startete die Agentur für Diversity Management und Interkulturelle Kompetenz e.V. (DiKoM) zusammen mit dem Verein berami berufliche Integration e.V. das Projekt „Schatztruhen des Lebens“. Es wird bis April 2009 fortgeführt. Kooperationspartner ist der Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e.V. Finanziert wird das Projekt durch die Stadt Frankfurt und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Entstehungshintergrund des Projektes
Ältere Migranten sind häufig von Isolation betroffen – Anerkennung und Bestätigung fehlen zunehmend. Trotzdem wollen immer mehr ältere Migranten ihren Lebensabend in Deutschland verbringen und das, obwohl die Schwelle gegenüber Angeboten der Altenhilfe sehr groß ist.

Ziele und Aufgaben
Das Projekt möchte ältere Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte aus den drei Stadtteilen Nordend, Bornheim und Ostend dazu motivieren, sich in interkulturellen Gruppen zusammenzufinden und auszutauschen. Themen sind Erinnerungsarbeit, die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie und fremden Lebensgeschichten, Ressourcen/Kompetenzen und der Prozess des Älterwerdens. Am Ende des Projektes soll eine Ausstellung mit den Ergebnissen (Schatztruhen des Lebens) des Projektes durchgeführt werden. Außerdem soll das Projekt interkulturelle Kontakte ermöglichen, die über den Veranstaltungszeitraum hinaus gestaltet werden.

Vorgehen und Methoden
Die Teilnehmer treffen sich wöchentlich und erarbeiten kreativ und gestalterisch (Malen, Zeichnen, Fotografieren, Montage, Basteln,...) mittels des Instruments der Biografiearbeit die eigene Lebensgeschichte. Die „Schatztruhen“ werden am Ende ausgestellt. Die Gruppe wird geleitet von einer Sozialarbeiterin und Beraterin für interkulturelle Pädagogik und Kommunikation, die über eine Ausbildung in Biografiearbeit mit Einzelnen und Gruppen verfügt.

Bisheriger Verlauf
Die Mischung der Gruppe (50 % Migranten – 50 % „Eingeborene“) gestaltete sich als sehr schwierig und bestätigte die Erkenntnisse, dass sich im Alter der Rückzug in die eigene Ethnie verstärkt. Kontinuierliche und sensible Motivationsarbeit ist daher notwendig.

Vorgeschichte
Ein bei berami e.V. schon 2007 durchgeführtes ähnliches Projekt, bei dem nur Migrantinnen teilnahmen und die eine Ausstellung ihrer Schatztruhen im „Bernemer Museumslädchen“ organisierten, dokumentiert die von den Teilnehmerinnen empfundene Wertschätzung. Das Projekt trug ferner zur Vernetzung der Teilnehmer im Stadtteil bei.

Ansprechpartner
berami e.V.
Burgstr. 106
60389 Frankfurt
Annette Piepenbrink-Harraschain
Tel.: 069-91301017, Fax: 069-91301033
E-Mail: piepenbrink@berami.de
Internet: www.berami.de

DiKoM e.V.
Berger Str. 69
60316 Frankfurt/M.
Martin Wagner
Tel.: 069-91398811, Fax: 069289938
E-Mail: dikom@online.de
Internet: www.dikom-frankfurt.de

DiKoM e.V. ist ein interkulturell zusammengesetzter gemeinnütziger Verein, dessen Schwerpunkte Empowerment, Partizipation und interkulturelle Kooperation sind. Der Verein berami baut auf 17jährige Erfahrung in der beruflichen Bildung mit dem Schwerpunkt weibliche Migrantinnen.

Bundesmodellprojekt: Kompetenznetzwerk Sucht-Selbsthilfe für
Migrantinnen und Migranten aus Osteuropa und Asien:
KoSMOs und Exjuse

Das Bundes-Modellprojekt „Kompetenznetzwerk Sucht-Selbsthilfe für Migrantinnen und Migranten aus Qsteuropa und Asien (Kosmos + Exjuse)“ wurde vom Selbsthilfeverein Dorkas-Gruppen e.V. und dem Fachverband Drogen und Rauschmittel e.V. (fdr) entwickelt. Es wird vom Bundesministerium für Gesundheit bis zum 30. September 2010 gefördert.

Hintergrund
Fachleute rechnen damit, dass rund eine halbe Million Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion in
Deutschland Probleme mit Alkohol haben und weitere rund 100.000 eher junge Menschen illegale Drogen konsumieren. Durch eine beispielhafte Qualifizierung von Fachkräften konnte in den vergangenen Jahren erreicht werden, dass professionelle Suchthilfe abhängigkeitskranke russischsprachige Migranten immer besser erreicht hat. Frühe Hilfen und eine bessere Integration sollten aber auch durch ein akzeptierendes Selbsthilfeangebot für diese Menschen gegeben werden.

Das Konzept
Dem Modellprojekt liegt ein vom Selbsthilfeverein Dorkas Gruppen e.V. mit dem Fachverband Drogen
und Rauschmittel e.V. entwickeltes Konzept zugrunde. Es sieht die wissenschaftliche Überprüfung von zwei erstmalig angewandten Selbsthilfeansätzen vor: Zum einen dem auf die Familien- und Lebenssituation von Migranten, insbesondere Russlanddeutschen, abgestimmten Konzept der familiengestützten Selbsthilfe in den Dorkas-Gruppen und zum anderen mit dem speziell auf drogenkonsumierende junge Menschen zielenden Konzept der Exjuse-Gruppen, in denen Kontaktaufnahme und Beratung zunächstüber das Internet stattfinden.
Um die Einbindung der vorgenannten Zielgruppen einerseits in die Selbsthilfe, aber auch andererseits in die Suchthilfe zu verbessern, sollen über das Kompetenznetzwerk KoSMOs Selbsthilfepotentiale bei jungen und alten Migranten verstärkt werden. Eine zentrale Projektsteuerung hilft, diese spezialisierten Selbsthilfegruppen zu initiieren, zu fördern und zu begleiten. In den Regionen Stuttgart, Fulda und Hannover arbeiten Referenten für Selbsthilfeförderung mit diesem Ziel.

Die Aufgaben
Es soll die Selbsthilfe bei älteren russischsprachigen Migranten in Verbindung von Gruppe und familiärer Atmosphäre („Hauskreisgruppen“) gefördert und unterstützt werden. Dazu gibt es einen Flyer auf russisch und deutsch. Des Weiteren werden jungen Migranten, aber auch anderen jungen Drogenkonsumenten, Chaträume angeboten, die durch regionale "Face to Face"–Meetings ergänzt werden. Außerdem werden „Key-Persons“ aus den Reihen der Aussiedler ausgebildet, die Gruppen in einem festgelegten Zeitraum im Internet wie auch „live“ begleiten. In einer wissenschaftlichen Begleitung wird der Erfolg dieses Projekt untersucht und für eine breite Anwendung in ganz Deutschland aufgearbeitet. Das Projekt soll ein Beitrag sein, über neue Zugänge bessere Hilfen anzubieten.

Ansprechpartner
Michael Hemberger
Dorkas Gruppen e.V.
Bahnhofsplatz 6
73525 Schwäbisch Gmünd
Tel.: 07171-998542
E-Mail: kosmos@fdr-online.info
Internet: www.fdr-online.info

Erste interkulturelle Tagespflege
in Hamburg eröffnet

Das Konzept der interkulturellen Tagespflege sieht vor, ein breites Spektrum medizinischer und soziokultureller Fächer unter einem Dach zu vereinen. So gibt es Räumlichkeiten für Ärzte, Psychologen oder Rechtsanwälte, die zu bestimmten Tageszeiten in der Woche anwesend sind und oft über einen Migrationshintergrund verfügen. Auch ein Zahnarztzimmer ist an drei Tagen in der Woche besetzt. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, eine internationale Bibliothek zu nutzen, Gymnastik zu machen oder in einem Schulungsraum verschiedene Kurse wahrzunehmen. Unter anderem können die Patienten hier an PC- und Internetkursen, Handybenutzungskursen und Deutsch-Sprachkursen teilnehmen.
Des Weiteren verfügt die Einrichtung über einen Ruheraum, in dem sich die Tagesgäste auf Massagesesseln oder Betten erholen können. Auch zwei orientalisch eingerichtete Erinnerungszimmer, eins für Frauen und eins für Männer, bieten den Patienten Entspannungsmöglichkeiten und laden zu Gesprächsrunden ein. Daneben besteht die Möglichkeit zu weiteren Unterhaltungen. Es werden Spaziergänge und Ausflüge organisiert, ebenso stehen Museumsbesuche auf dem Programm. Bei gemeinsamen Picknicks können auch Familienmitglieder dabei sein. Kulturelle Veranstaltungen runden das Angebot ab. So gibt es regelmäßig Lyrikabende, Lesekreise oder gemeinsames Musizieren.
Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt. Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück am
Frühstücksbuffet, das sowohl europäisches als auch orientalisches Essen bietet. Mittags steht ebenfalls ein Buffet bereit, und nachmittags gibt es noch einmal Kaffee oder Tee.
Ein wichtiges Anliegen der Einrichtung ist die „Integration durch Pflege“. Viele Tagesgäste haben
Sprachprobleme. Daher soll ihnen, z. B. durch die gemeinsamen Museumsbesuche und die Sprachkurse, die deutsche Kultur und Sprache näher gebracht werden. Es werden auch Parallelen in den einzelnen Kulturen gezeigt, beispielsweise anhand von Festen.

Interkulturelles Team
Das Team der Tagespflege kommt aus den unterschiedlichsten Ländern und gehört verschiedenen Religionen an. Unterstützt wird das Team von Ehrenamtlichen mit und ohne Migrationshintergrund.

Kontakt
Ariana Interkulturelle Tagespflege GmbH
Efftingerstraße 19
22041 Hamburg
Tel.: 040-284193500
Fax: 040-284193520
E-Mail: info@ariana-interkulturelle-pflege.de
Internet: www.ariana-interkulturelle-pflege.de

Ariana ist ein Zusammenschluss vieler Leistungserbringer auf dem Gesundheitssektor an einem Ort zur schnellen, bequemen und kostengünstigen Versorgung Hilfesuchender Menschen.

Integrative Bürgerhilfe Bergkamen

Das Multikulturelle Forum hat eine Integrative Bürgerhilfe in Bergkamen ins Leben gerufen, um die Verständigung zwischen Einheimischen und Zugewanderten zu stärken und den interkulturellen Dialog zu fördern. Das Projekt läuft seit dem 01. September 2008 und wird bis zum 31. August 2011 fortgesetzt. Gefördert wird es durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, den Paritätischen Gesamtverband sowie die Stadt Bergkamen. Kooperationspartner sind das Bildungszentrum Multi Kulti und Stadt Bergkamen.

Ziele
Durch die Bürgerhilfe sollen Ämter, Verbände, Vereine, Schulen, Migrantenselbstorganisationen sowie
Bürger in Kontakt und Kooperation gebracht werden. Mitwirkende Institutionen werden in ihrer interkulturellen Kompetenz gestärkt und in der Gestaltung der interkulturellen Öffnung unterstützt. Kompetenzen von Migranten sollen in den Ausbau zivilgesellschaftlicher Strukturen einbezogen und gestärkt werden. Wichtigstes Ziel des Projektes ist es, eine Koordinations- und Beratungsstelle für ehrenamtliche Integrationshelfer fest in den Bergkamener Strukturen zu etablieren. Ferner wird ein Pool von Ehrenamtlern für die integrative Bürgerhilfe entwickelt, welche als Mittler zwischen Institutionen und den Rat- und Hilfesuchenden tätig werden. Hier sollen insbesondere auch Senioren einbezogen werden, die nach ihrem Ausstieg aus dem aktiven Berufsleben häufig eine Beschäftigung suchen und sich gesellschaftlich engagieren möchten. Senioren mit Migrationshintergrund soll ein ehrenamtliches Engagement auch außerhalb von Migrantenselbstorganisationen ermöglicht werden.

Konzept
Durch seinen integrativen Ansatz zielt das Konzept der Bürgerhilfe darauf ab, Personen aus den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen Bergkamens, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, unter einem Dach zu vereinen. Die intensive Netzwerkarbeit soll dazu führen, dass ehrenamtliche Integrationshelfer in verschiedenen lokalen Institutionen Einsatzorte für ihre Tätigkeiten finden können. Die Integrative Bürgerhilfe sieht sich als Brücke zwischen freiwilligen Helfern und Ämtern, Vereinen oder anderen Institutionen.

Ansprechpartner:
Aysun Aydemir
Multikulturelles Forum e.V.
Tel.: 02306-933913
Zweigstelle
Präsidentenstr. 44
59192 Bergkamen
E-Mail: info@multikulti-forum.de
Internet: www.multikulti-forum.de

Das Multikulturelle Forum e.V. (MkF) ist eine regional verankerte Migrantenselbstorganisation mit internationalen Kooperationen und vielfältigen Kompetenzen auf dem Gebiet der Integration von Migranten. Das MkF setzt sich seit 1985 für die Förderung und Unterstützung von Migranten in beruflicher, sozialer sowie politischer Hinsicht ein. Ferner ist es anerkannter Träger der freien Jugendhilfe nach § 5 KJHG und zweier Bildungswerke sowie verschiedener Beratungsstellen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen.

Interkulturelles Gesundheits- und Pflegezentrum
Tunakan eröffnet

In den Räumen der Selimiye Moschee in Lünen wurde ein „Interkulturelles Gesundheits- und Pflegezentrum“ eingerichtet. Am 01. Oktober 2008 wurde offiziell Eröffnung gefeiert. Das Zentrum wird sich zunächst der türkischen Bevölkerungsgruppe widmen und dabei vier Kernelemente ansteuern:

Beratung
Die meisten türkischen Migranten in Deutschland weisen weiterhin hohe Informationsdefizite bzgl. des deutschen Gesundheitssystems auf. Hier soll geholfen werden, indem eine intensive, kostenlose Aufklärungsarbeit offeriert wird und dadurch die ersten Barrieren beseitigt werden. Hierzu gehören Aufklärungen darüber, dass und wie man sich bei Pflegebedürftigkeit an die Krankenkassen bzw. Pflegekassen wenden kann, wenn Ansprüche aus den gezahlten Beiträgen entstehen könnten. Die Unterstützung bei Anträgen oder die Anwesenheit beim Besuch des MDK sind weitere Hilfestellungen.
Ambulante Pflege Sich von einem deutschen Pfleger versorgen zu lassen, ist für manch einen türkischen Hilfsbedürftigen in vielerlei Hinsicht problematisch. Da wären die Sprachbarrieren, die kulturellen Unterschiede und der religiöse Aspekt, um nur einige zu nennen. Das "Interkulturelle Gesundheits- und Pflegezentrum Tunakan" bietet türkisches Pflegepersonal, das aufgrund ihrer eigenen Mentalität durch spezielle Schulungen die erforderliche Sensibilität mitbringt.

Kurse & Seminare
Patienten und Angehörige haben hier die Möglichkeit, sich mit Themen wie „Stress“, „Übergewicht“ oder „Ernährung“ in ihrer Muttersprache auseinander zu setzen, um ein besseres Gesundheitsbewusstsein und Pflegeverständnis zu erlangen. Aber auch für deutsche pflegende Mitarbeiter sind hier Themen vertreten, damit das allgemeine Problem „Gesundheitsversorgung für Migranten“ behandelt werden kann. Weitere Themen sind beispielsweise „Tod und Trauer im Islam“ oder „Pflege für türkische Muslime“.

Komplementäre Versorgungsformen
Ergänzende Dienstleistungsangebote, die zu einer höheren Lebensqualität führen sollen, runden das
Paket ab. Leistungen wie Fahrt- und Begleitdienste, Einkaufsdienste, Übersetzungshilfen, Krankenhausbetreuungen oder die Abholung eines Medikamentes aus der Apotheke sind nur einige Bespiele, die das alltägliche Leben der Bedürftigen angenehmer gestalten können.

Die Zielgruppe soll nach und nach um weitere Migrantengruppen erweitert werden.

Ansprechpartner
Ferhat Tunakan (Geschäftsführer)
Interkulturelles Gesundheits- und Pflegezentrum Tunakan
Roonstr. 37
44536 Lünen
Tel.: 02306-7532135
Fax: 02306-7532136
Mobil: 0176-23712800
E-Mail: tunakan@web.de

Jüdisches Seniorenheim
für Mitglieder der jüdischen Gemeinde Dortmund

Das Seniorenheim Im Kaiserviertel in Dortmund ist von der Senator Senioren- und Pflegeeinrichtungen GmbH realisiert worden und wurde am 1. Oktober 2008 eröffnet.
Für die jüdische Gemeinde hat man eine ganze Etage mit 26 Plätzen bereitgestellt. Sie wird ab Januar 2009 eröffnet. Auf dieser Etage werden russischsprachige Pflegekräfte arbeiten. Mittlerweise leben schon drei Mitglieder der jüdischen Gemeinde in dem Seniorenheim, zunächst auf einer anderen Etage. Diese werden ab Januar in die neu eröffneten Räumlichkeiten umquartiert.

Vorteile
Das jüdische Seniorenheim ist nahe der jüdischen Gemeinde gelegen, sodass die Bewohner auch weiterhin die Angebote der Gemeinde wahrnehmen können. Neben der Betreuung durch russischsprachiges Pflegepersonal wird es außerdem ein jüdisches Unterhaltungsprogramm geben. Die Lage des Seniorenheims bietet gute Einkaufsmöglichkeiten. Die Kosten für die Unterbringung werden durch die Pflegekassen und Sozialämter übernommen.

Dienstleistungen
Es sind vollständige Pflegeplätze vorhanden. Das Seniorenheim verfügt über Einzel- und Doppelzimmer, jeweils mit eigenem Bad. Außerdem gibt es Wohn- und Esszimmer sowie Pflegebäder.
Gemeinschaftseinrichtungen Rezeption und Verwaltung stehen ebenso wie die Angebote eines Friseur- oder Fußpflegebesuchs allen Bewohner der Einrichtung, also den jüdischen und nicht-jüdischen, gleichermaßen zur Verfügung. Des Weiteren gibt es gemeinsame Kommunikationsplätze sowie eine Grünanlage mit geschütztem Garten, die ebenfalls von allen Bewohnern genutzt werden können.

Am 19. Oktober 2008 gab es einen Tag der offenen Tür speziell für die Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Es waren circa 300 Besucher dort, um sich über das jüdische Seniorenheim zu informieren, was deutlich zeigt, dass der Bedarf groß ist.

Ansprechpartner
Marina Evel
Jüdische Kultusgemeinde Groß-Dortmund
Prinz-Friedrich-Karl-Straße 9
44135 Dortmund
Telefon 0231-55747235
E-Mail: Evel@JKGD.de
Internet: http://www.seniorenzentrum-im-kaiserviertel.de

Die Senator Senioren- und Pflegeeinrichtungen GmbH ist Teil der Senator-Unternehmensgruppe. Die
Senator-Gruppe arbeitet seit mehr als 20 Jahren im Bereich sozialer Dienstleistungen für Senioren. Das Unternehmen betreibt Einrichtungen der Altenhilfe und –pflege in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und NRW.

Ausbildung zur islamischen Notfall- und Krankenhausseelsorge

Das Institut für Deutsch-Türkische Integrationsstudien und interreligiöse Arbeit e.V. und die Evangelische Akademie der Pfalz haben in Zusammenarbeit mit der Union islamischer Theologen und Islamwissenschaftler dieses Projekt ins Leben gerufen. Die Maßnahme wird gefördert aus Mitteln des Bundesministerium des Innern und der Georges-Anawati-Stiftung und wird von Oktober 2008 bis November 2009 laufen.

Entstehungshintergrund des Projektes
Mit dem schweren Zugunglück in Germersheim im Dezember 2007, bei dem drei türkische Jungen ums
Leben kamen, und dem Brand in Ludwigshafen am Rhein Anfang Februar 2008 mit neun Todesopfern
ist der Bedarf an speziell ausgebildeten muslimischen Krisenbetreuern und Notfallseelsorgern hinsichtlich der Begleitung von muslimischen Hinterbliebenen und als Ansprechpersonen der Einsatzkräfte vor Ort noch einmal deutlich hervorgetreten. Ähnlicher Bedarf besteht auch in Krankenhäusern, sowohl in der Betreuung muslimischer Patienten als auch in transkultureller Vermittlung.

Ziele und Aufgaben
Ziel ist es, muslimische Notfallseelsorger auszubilden, die mittelfristig in das Gesamtteam der Einsatzkräfte vor Ort eingebunden werden können. Für die Krankenhausseelsorge sollen qualifizierte Betreuer für die Patienten herangebildet werden. Die muslimischen Seelsorger sollen entsprechend in den jeweiligen Einrichtungen analog zu den christlichen Seelsorgern tätig werden.

Vorgehen und Methoden
Es finden in beiden Bereichen jeweils zwei Blockseminare à drei Tage in Landau und Mannheim statt.
Zur Ausbildung in der Krankenhausseelsorge gehören zudem Patientengespräche und deren Analyse.
Themen, die behandelt werden, betreffen die Patienten und die Person des Seelsorgers. Die Notfallseelsorger werden im Anschluss an die Ausbildung hospitieren, ehe sie dann in die Teams eingebunden werden. Die Praxisnähe ist somit zentral. Sie werden eingeführt in religiöse, psychologische, juristische und organisatorische Grundlagen.

Im November 2009 ist ein Theologenkongress geplant, bei dem das Thema „Seelsorge“ reflektiert und auf seine theologischen Begründungen im Islam und im interreligiösen Gespräch befragt werden soll.

Ansprechpartner
Talat Kamran
Institut für Deutsch-Türkische
Integrationsstudien und interreligiöse Arbeit e.V.
Jungbuschstraße 18
68159 Mannheim
Tel.: 0621-105990
Fax: 0621-105990
E-Mail: talatkamran@yahoo.de
Internet: www.institut-mannheim.de

Georg Wenz
Evangelische Akademie der Pfalz
Domplatz 5
67346 Speyer
Tel.: 06232-60200
Fax: 06232-602022
E-Mail: georg.wenz@eapfalz.de
Internet: www.evangelische-akademie-pfalz.de

Das Institut für Deutsch-Türkische Integrationsstudien und interreligiöse Arbeit e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Annäherung zwischen Deutschen und Türken sowie zwischen den beiden Religionen Islam und Christentum zu fördern, indem sie Informationen über den Islam aus erster Hand bietet. Die Evangelische Akademie der Pfalz behandelt als einen Schwerpunkt interreligiöse und interkulturelle Fragestellungen. Die soziale Verantwortung ist der Horizont des Engagements. Die Akademie hat ihre Wurzeln in den jüdisch-christlichen Traditionen.

Entwicklung und Evaluierung eines Fortbildungsmoduls für
zweisprachige Krankenhausmitarbeiter

In dem Projekt, das im Juli 2008 seine Arbeit aufgenommen hat, wird ein Fortbildungskonzept für Krankenhausangestellte, die ad hoc als Dolmetscher tätig werden, entwickelt und evaluiert. Die Projektlaufzeit ist auf drei Jahre angelegt. Grundlage für die Konzeption bilden die Untersuchungen, die von 1999- 2005 in zwei Projekten zum Dolmetschen im Krankenhaus durchgeführt wurden. Im Mittelpunkt der Fortbildung steht ein besonders sensibler Bereich der Arzt-Patienten-Kommunikation: das Überbringen ‚schlechter Nachrichten‘ (z.B. Mitteilungen über Erkrankungen oder Risiken). Die geplante Fortbildung zielt darauf ab, bei dolmetschenden Personen eine Auseinandersetzung mit den für diese Aufgabe relevanten sprachlichen Mitteln zu fördern, um so den Dolmetschprozess zu optimieren.

Hintergrund
Viele Mitarbeiter in deutschen Krankenhäusern verfügen über Kenntnisse des Deutschen und einer oder mehrerer anderer Sprachen. Als Einwanderer oder Angehörige von Einwanderern sind ihnen die Verständigungsprobleme, die sich im Rahmen der Gesundheitsversorgung ergeben können, vertraut. Krankenhäuser setzen solche Angestellten häufig als Mittler ein, wenn Kommunikationsprobleme mit nichtdeutschsprechenden Patienten auftreten. Auf Schwierigkeiten, die mit der Mittlertätigkeit inhaltlich und organisatorisch verbunden sind, werden sie jedoch nicht vorbereitet. Die Fortbildung zum Dolmetschen ‚schlechter Nachrichten’ setzt an diesem Widerspruch zwischen der mangelnden institutionellen Förderung diesbezüglicher Kompetenzen der Mitarbeiter und der Bedeutung dieser Kompetenzen für das Funktionieren der Arzt-Patienten-Kommunikation im Krankenhaus an.

Ziele
Das Ziel der Fortbildung ist, Mitarbeiter mit mehrsprachigem Hintergrund und Dolmetscherfahrung darin zu schulen, in einer für das Krankenhaus typischen Dolmetschsituation souveräne und begründete Entscheidungen bezüglich ihres eigenen sprachlichen Handelns zu fällen. Mit der Konzeption, Durchführung und Bewertung einer Fortbildung für Krankenhausmitarbeiter mit Dolmetscherfahrung sollen die bisher ad hoc, ohne Vorbereitung und Reflexionsmöglichkeit agierenden Mitarbeiter Kriterien für professionelles Handeln in dieser typischen Dolmetschsituation entwickeln. Weiterhin sollen sie im Sinne einer partiellen Professionalisierung lernen, wie sie sich auf Dolmetscheinsätze vorbereiten und diese in ihre normalen Arbeitsabläufe integrieren können. Hierfür müssen geeignete Lehrmaterialien und Lehrmethoden entwickelt und evaluiert werden. Durch die Kooperation mit einem Krankenhaus der regionalen Schwerpunktversorgung soll erreicht werden, dass die Fortbildung in die reguläre Ausbildung von Pflegekräften integriert wird.

Methoden
Vor dem Hintergrund der komplexen Anforderungen an das Dolmetschen im Krankenhaus werden in
dem geplanten Transferprojekt Methoden der Angewandten Diskursforschung mit Verfahren aus der
Erwachsenenbildung und der Zweitspracherwerbsdidaktik (kontrastive Analyse) kombiniert. Die Kombination dieser Verfahren zielt darauf, die kommunikative Aufgabe des Überbringens ‚schlechter Nachrichten’ in allen ihren Facetten (sprachlich, interaktional, kulturell, rechtlich, ethisch, medizinisch) in der Fortbildungssituation zu repräsentieren. Die Notwendigkeit, unterschiedliche Methoden zu verwenden, ergibt sich außerdem aus den unterschiedlichen Lernprozessen, die bei der Vermittlung von Wissen, der Reflexion sprachlichen Handelns und der Einübung von Dolmetschverfahren entstehen. Das Projekt leistet insgesamt einen Beitrag zur Verbesserung bi- und multilingualer Kommunikation in gesellschaftlichen Institutionen.

Ansprechpartner
Ortrun Kliche
Universität Hamburg
Sonderforschungsbereich 538
Max-Brauer-Allee 60
22765 Hamburg
Tel.: 040-428386456
E-Mail: ortrun.kliche@uni-hamburg.de
Internet: http://www.uni-hamburg.de

„Aktives Altern von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Europa": Good-Practice Austauschprogramm für Organisationen und Vereine aus dem (frei-)gemeinnützigen Bereich

Im Rahmen des Projekts "Active Ageing of Migrant Elders across Europe" (AAMEE) lädt das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen Organisationen und Initiativen aus allen EU-Mitgliedstaaten, die sich für ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte einsetzen, ein, an einem Good-Practice Austauschprogramm teilzunehmen.

Am 02. Oktober 2008 wurden auf der internationalen Konferenz "Europas neues Gesicht. Aktives Altern von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte – Von Herausforderungen zu Chancen" drei Projekte für ihr besonderes Engagement für ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ausgezeichnet (wir berichteten darüber in Newsletter 5-08). Sie werden Gastgeber des Austauschprogramms sein. Die Programme der Workshops erstellt das AAMEE-Projektteam gemeinsam mit den Gastgebern.

Ziele des AAMEE Good-Practice Austauschprogramms sind
• das Engagement von Freiwilligenorganisationen für ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu initiieren und zu fördern,
• das politische und gesellschaftliche Umfeld für das Engagement von und für ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu sensibilisieren,
• der Aufbau einer Good-Practice Plattform/ eines Netzwerks für den Erfahrungsaustausch zwischen Freiwilligenorganisationen,
• die Veröffentlichung einer Checkliste für die Freiwilligenarbeit von und für ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und eines Good-Practice Booklets mit Beispielen aus ganz Europa sowie
• die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die EU für die Freiwilligenarbeit mit älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.

Organisation und Verlauf
Die Austauschprogramme werden im Zeitraum von April bis Juni 2009 als Workshops von jeweils zweieinhalb Tagen bei den Gewinnern des AAMEE Good-Practice Wettbewerbs jeweils in Hannover, Paderborn und Mannheim durchgeführt. Teilnehmen können Migrantenselbstorganisationen, Wohlfahrtsverbände, kirchliche Einrichtungen, Stiftungen, gemeinnützige Vereine, Verbände und andere Organisationen der Freiwilligenarbeit, die sich für ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte engagieren. Aufgerufen sind Freiwilligenorganisationen aus allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Pro Organisation kann ein Teilnehmer für das Austauschprogramm angemeldet werden. Die Workshops werden in Deutsch und Englisch durchgeführt. Bei Bedarf können ggf. Dolmetscher oder Tutoren eingesetzt werden, um eine mehrsprachige Verständigung zu unterstützen. Die Reise- und Unterkunftskosten der Teilnehmer werden von dem Projekt AAMEE getragen.

Perspektive
Langfristig ist der Aufbau eines europäischen Netzwerkes von Freiwilligenorganisationen geplant. Wie ein solches Netzwerk aussieht, wie und mit welchen Zielen es arbeitet, soll mit den Teilnehmenden der Austauschprogramme beraten.
Weitere Informationen zum Austauschprogramm sowie zur Anmeldung erhalten Sie unter http://www.aamee.de.

Kontakt
Dr. Claus Eppe
Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
Horionplatz 1
40213 Düsseldorf
Tel.: 0211-86184574, E-Mail: info@aamee.eu

Wegbegleiter & Interkulturelle Öffnung (IKÖ): Ein deutschitalienisches
Projekt zur Unterstützung älterer Italiener in Frankfurt

In einem gemeinsamen Projektverbund des Caritasverbands Frankfurt e. V. mit der italienischen katholischen Gemeinde (MCI), der italienischen Arbeitnehmerbewegung (ACLI), dem italienischen Generalkonsulat,der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) und der Stadt Frankfurt - Sozialrathaus wurde dieses Projekt für ältere Italiener ins Leben gerufen. Landsleute mit guten Deutschkenntnissen und einer Grundorientierung über die Institutionen in Deutschland werden geschult und als Wegbegleiter an die Seite der Rat- und Hilfesuchenden gestellt. Erste Einsätze der Wegbegleiter begannen im September 2008. Die Erprobungsphase des Projekts läuft bis August 2009. Zur Zeit zählt die Gruppe der Wegbegleiter insgesamt 15 Freiwillige.

Zielgruppen
Zielgruppen sind zum einen zunächst ältere Italiener ab 55 Jahre, die in Frankfurt leben und Orientierung und Unterstützung brauchen, zum anderen deutsche Institutionen und Einrichtungen (z. B. Altenhilfe) sowie italienische Organisationen. Eine Ausweitung auf andere ethnische Gruppen in der Bevölkerung ist in einem zweiten Schritt vorgesehen.

Hintergrund
Anlass für die Entstehung des Projekts war die Durchführung einer Informations- und Begegnungsreihe für ältere Italiener in Frankfurt im Jahr 2007. Hierbei wurde deutlich, dass bei älteren Italienern ein großer Bedarf an Aufklärung über Versorgungsleistungen besteht. Informationsdefizite führen zu teilweise gravierenden Fehleinschätzungen hinsichtlich der Möglichkeiten und Grenzen der Altenhilfe. Fehlplanungen in den Lebensentwürfen der älteren Migranten sind daher zu erwarten.

Ziele
Ziel ist es zum einen, den älteren Italienern durch die Wegbegleiter eine bessere Nutzung der Leistungen und Angebote des Versorgungssystems und des Gesundheitswesens zu ermöglichen. Zum anderen verfolgt das Projekt auf Seiten der Einrichtungen und Institutionen das Ziel, über die spezifische Lebenssituation und Bedürfnisse der älteren Migranten zu informieren und aufzuklären, um so eine Sensibilisierung und Öffnung der deutschen Einrichtungen des Altenhilfesystems zu erreichen und bedarfsgerechte Angebote zu entwickeln. Durch die Interkulturelle Öffnung soll ein besserer Zugang zu den Angeboten und Regelleistungen, eine bessere Verständigung, eine angemessene Beantwortung der Bedarfe sowie eine Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen deutschen und italienischen Einrichtungen und Organisationen erreicht werden. Das Konzept leistet somit gleichermaßen einen Beitrag zur verbesserten Integration älterer Migranten in die deutsche Gesellschaft und zur qualitativen Weiterentwicklung des deutschen Altenhilfesystems.

Vorgehen
Die Wegbegleiter als Vertrauenspersonen für die Hilfesuchenden bieten allgemeine Orientierung und
Information an. Sie unterstützen in konkreten Fällen bei den unterschiedlichsten Fragen des Alltags.
Dies kann z.B. der Fall sein bei der Kontaktaufnahme, im Umgang und bei der Verständigung mit Behörden sowie Institutionen, Ämtern und Einrichtungen des Gesundheitswesens. Die Wegbegleiter helfen bei der Erledigung von Schriftverkehr, begleiten zu Arztbesuchen, leisten Hilfe beim Einkaufen und bieten kleine Handreichungen. Außerdem begegnen sie der Vereinsamung von Alleinstehenden, indem sie nach Hause oder auch ins Pflegeheim kommen, Aufmerksamkeit und Nähe schenken.

Ansprechpartner
Gabriella Zanier
Caritasverband Frankfurt
Anlaufbüro Seniorengruppen
Humboldtstraße 94
60318 Frankfurt
Tel.: 069-95966321
E-Mail: gabriella.zanier@caritas-frankfurt.de


Gesundheit für Migranten – Sensibilisierung und Prävention

Das Projekt „Gesundheit für Migranten – Sensibilisierung und Prävention“ wurde vom Verband für Interkulturelle Arbeit e.V. (VIA) ins Leben gerufen und hat im Mai 2008 seine Arbeit aufgenommen. Es wird zunächst bis zum 30. April 2009 fortgeführt. Gefördert wird das Projekt vom Europäischen Integrationsfonds. Die Auszahlung, Berichte, Verwendungsnachweis usw. werden durch das BAMF abgewickelt.

Zielgruppe
Das Projekt richtet sich an türkische Einwanderer aus Duisburger Stadtteilen und angrenzenden Städten mit hohem Migrantenanteil.

Zielsetzung
Die Hauptzielsetzung des Projekts ist zum einen die Sensibilisierung und Informationsvermittlung zu
gesundheitlichen Themen bei türkischen Migranten. Zum anderen soll der Aufbau von gesundheitlichen Präventionskursen für türkische Migranten, die speziell an den unterschiedlichen Bedürfnissen von Frauen, Senioren und Kindern/Jugendlichen ausgerichtet sind, erreicht werden.

Methoden
Um die Ziele zu erreichen, werden drei parallel durchgeführte sich ergänzende Maßnahmenbereiche
entwickelt:
a. Es wird eine Pressekampagne durchgeführt zur Informationsvermittlung und zur Motivierung der Bevölkerung mit türkischem Migrationshintergrund, an gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen zu partizipieren. Um geeignete Maßnahmen in diesem Bereich durchführen zu können, kooperiert das Projekt mit dem „Türkischen Journalistenbund in NRW“.
b. Darüberhinaus arbeitet das Projekt mit dem Seniorenservice der Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG-DU) zusammen. Dieser bietet älteren Bewohnern in Duisburg-Obermarxloh unterschiedliche Dienstleistungen an. Die Angebote richten sich insbesondere an ältere Migranten und umfassen Hilfen im Haushalt, Begleitdienste bei Ämtergängen und Arztbesuchen, Hilfen bei der persönlichen Hygiene u.v.m. Die Mitarbeiter der Servicestelle sind speziell qualifiziert worden, wobei besonderes Gewicht auf die Entwicklung von interkulturellen Kompetenzen gelegt wurde.
c. Es wird eine Informations-, Beratungs- und Koordinierungsstelle zum Thema „Gesundheit für Migranten“ aufgebaut, die sich nach Projektabschluss selbst trägt.
Parallel dazu werden verschiedene Aktivitäten durchgeführt. So gibt es z. B. Präventions- und Informationsveranstaltungen in Mitgliedsgruppen, Vereinen, Moscheen und anderen Migranteneinrichtungen sowie Beratung und Betreuung zu festen Terminen in den ausgewählten Stadtteilen bei den Kooperationspartnern und türkischen Einrichtungen. Es wird mit bestehenden Selbsthilfegruppen zusammengearbeitet sowie bei der Gründung von Selbsthilfegruppen Unterstützung geleistet. Außerdem wirkt das Projekt in kommunalen Gremien und Arbeitskreisen im Bereich Gesundheit mit und kooperiert mit den niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern. Ebenso erfolgt eine Beratung, Fort- und Weiterbildung der Fachkräfte im Gesundheitsbereich in Bezug auf die besonderen Belange von Migranten.

Ansprechpartner
Heinz Soremsky
VIA e.V. – Verband für interkulturelle Arbeit
Bundesgeschäftsstelle
Hochemmericher Str. 71
47226 Duisburg
Tel.: 02065-53346
Fax: 02065-53561
E-Mail: via@via-bund.de
Internet: http://www.via-bundesverband.de

VIA e.V. ist ein Dachverband für Vereine, Gruppen und Initiativen aus Deutschland, die in der Migranten- und Flüchtlingsarbeit aktiv sind. Er setzt sich für ein demokratisches und friedliches Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Kultur ein.

Entwicklung und Evaluation eines klinischen ethno-kulturell sensitiven psychometrischen Status- und Verlaufsinstruments und eines Instruments zur Messung der Patientenzufriedenheit

Dieses Projekt wird vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in Kooperation mit mehreren weiteren Kliniken und Facharztpraxen durchgeführt. Es läuft seit dem Sommer 2008 und wird bis zum Frühjahr 2009 fortgeführt. Die VolkswagenStiftung fördert das Projekt.

Entstehungshintergrund des Projektes
Im Rahmen der Qualitätssicherung der fachspezifischen Versorgung von Menschen mit psychischen
Störungen fehlen bislang psychometrisch geeignete Instrumente, mit denen beispielsweise der Erfolg
einer psychotherapeutischen/psychosomatischen/psychiatrischen Behandlung von türkischsprachigen Patienten kontrolliert werden kann. Darüber hinaus fehlen entsprechende Instrumente zur Überprüfung der Patientenzufriedenheit von türkischsprachigen Patienten.

Ziele
Ziel ist die Entwicklung und Evaluation eines türkischsprachigen und ethno-kulturell sensitiven Screeninginstruments für psychische Störungen. Des Weiteren soll ein Instrument zur Messung der Patientenzufriedenheit entwickelt werden.

Vorgehen
Auf der Grundlage eines mehrdimensionalen, ökonomischen und frei verfügbaren psychometrischen
Instruments zur Erfassung allgemeiner Aspekte psychosozialer Gesundheit wurde zunächst in einem
dreistufigen unabhängigen ethno-kulturell sensitiven Übersetzungsprozess eine türkischsprachige Fragebogenversion erstellt. Die Daten zur Evaluation der Gütekriterien des Instruments werden in den Einrichtungen der beteiligten Kooperationspartner erhoben. Der Fragebogen zur Patientenzufriedenheit wird anschließend in entsprechender Weise übersetzt und evaluiert.
Mit dem Abschluss der Datenerhebung wird im Frühjahr 2009 gerechnet.

Erste Erkenntnisse und Ausblick
Der Anteil der türkischsprachigen Patienten, die den Fragebogen nicht hinreichend ausfüllen, erscheint nach den ersten Rückmeldungen höher als bei den deutschsprachigen Patienten. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich (z. B. höherer Grad an Analphabeten und an Patienten mit sehr starker psychosozialer Beeinträchtigung).
Mit Hilfe der Studie können zukünftig Instrumentarien zur Verfügung gestellt werden, mit denen die Versorgung von türkischsprachigen Menschen mit psychischen Störungen deutlich verbessert werden kann.

Ergebnisse und Veröffentlichungen
Die Veröffentlichung der Studie ist für den Herbst 2009 geplant.

Ansprechpartner
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie
Dipl.- Psych. Mike Mösko
Martinistraße 52, S 35
20246 Hamburg
Tel.: 040-42803-9743
Fax: 040-42803-4940
E-Mail: mmoesko@uke.uni-hamburg.de
Internet: http://zpm.uke.uni-hamburg.de/a/agpm

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) umfasst in 14 Zentren mehr als 80 interdisziplinär
zusammenarbeitende Kliniken, Polikliniken und Institute.

„Wie war das noch damals?“ Hildener Zuwanderer der ersten Generation sog. „Gastarbeiter“ erzählen ihre Geschichte(n)

Träger dieses Projekts sind die Stadt Hilden und das Stadtarchiv Hilden. Kooperationspartner sind darüber hinaus das Jugendparlament Hilden sowie ausländische Kulturvereine. Das Projekt wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Integrationsidee 2009“ vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration ausgezeichnet. Neben der Zuwendung durch das Land NRW beteiligt sich auch die Stadt Hilden finanziell. Das Projekt läuft noch bis zum 31. Dezember 2009.

Hintergrund
Das Stadtarchiv ist das „Gedächtnis“ einer Kommune. Schon in wenigen Jahren wird man so gut wie
nichts mehr darüber wissen, was die erste Generation ausländischer Zuwanderer erlebt hat, als sie als Arbeitskräfte nach Deutschland kamen und wie ihnen die Integration in Hilden gelang. Die Aktenlage der städtischen Behörden ist zum Alltag der „Gastarbeiter“ nicht aussagekräftig und gibt nicht wieder, wie es für die Betroffenen tatsächlich war, hier in der Fremde anzukommen und sich zurecht zu finden. Fragen, die sie sich stellten, waren z.B.: Wo kaufe ich ein? Wo erhalte ich die gewohnten Nahrungsmittel? Was mache ich, wenn ich krank bin? Es soll auch der Frage nachgegangen werden, was für diese Menschen der Begriff „Integration“ bedeutet - damals und heute.

Vorgehen
Die beste Möglichkeit, dieses Wissen zu bewahren und nachfolgenden Generationen zur Verfügung zu stellen, besteht durch „Oral History“, zumal sich die Zielgruppe der ersten Zuwanderer bereits im Rentenalter befindet. Dabei geht es vor allem um den lokalen Bezug: konkret, was geschah in Hilden? Das Projekt begibt sich mit den älteren Migranten auf Spurensuche und will die Entwicklung ihrer Identität als „Hildener“ nachverfolgen. Die Gespräche sollen nicht von Profis, sondern von jungen Leuten mit geschichtlichen Interessen geführt und aufgezeichnet werden. Begleitet wird das Projekt von einer medienpädagogischen Fachkraft des Stadtarchivs. Es gibt in Hilden über den Integrationsbeirat und die Vereine der ausländischen Mitbürger ein Netzwerk, um mit der Zielgruppe ins Gespräch zu kommen. Das Stadtarchiv selbst hat bereits Erfahrungen damit, junge Leute „ins Boot zu holen“, um mit älteren Menschen Interviews über deren Biografie zu führen.

Kernidee
Es wird erreicht, dass wertvolles Wissen um die Integration (und die damit verbundenen Probleme) ausländischer Mitbürger nicht verloren geht. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die Biografien von Frauen gerichtet.

Innovation und Nachhaltigkeit
Das Neue dieses Projekts besteht darin, mit Hilfe der Videoaufzeichnung die Integrationsgeschichten, aber auch Erinnerungsstücke, Fotos, amtliche Dokumente der Zuwanderer zu konservieren und sie der jetzigen und nachfolgenden Generationen zur Verfügung zu stellen. Kernpunkt ist dabei, den Bezug zur Stadtgeschichte Hildens herzustellen. Das Ergebnis des Projekts ist die Erstellung und Verbreitung einer interaktiven DVD, die z.B. die örtlichen Schulen nutzen können. Nachhaltigkeit erfährt das Projekt zusätzlich durch das nicht auf der CD enthaltene Videomaterial, das im Stadtarchiv für die historische Forschung zum Thema „Migration und Integration“ archiviert wird.

Ansprechpartner
Dr. Wolfgang Antweiler
Stadt Hilden
Gerresheimer Straße 20a
40721 Hilden
Tel.: 02103-242095
E-Mail: wolfgang.antweiler@hilden.de

Michael Krambrock
Stadt Hilden
Gerresheimer Straße 20a
40721 Hilden
Tel.: 02103-241879
E-Mail: krambrock@archiv-hilden.de

Seminar für mehrsprachige Helferinnen und Helfer - Alt werden in der zweiten Heimat

Dieses Projekt wird von der Hilfe im Alter gemeinnützige GmbH, einer Tochtergesellschaft der Inneren
Mission München e.V., durchgeführt. Es wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit
und Sozialordnung, Familie und Frauen und von der Landeshauptstadt München. Projektstart war im
Juli 2008, die Modellphase dauert drei Jahre. Danach wird das Projekt als dauerhaftes Angebot weitergeführt. Im März 2009 beginnen die Module zur Schulung der ehrenamtlichen Helfer.

Ziel
Ziel des Projekts ist es, älteren Migranten den Zugang zum Sozialsystem zu erleichtern. Es sollen Brücken zu den Diensten und Institutionen gebaut und deren Nutzung erleichtert werden. Älteren Migranten soll der Erhalt im Hilfesystem ermöglicht werden.

Zielgruppe
Zielgruppe sind ältere Migranten, die zur Bewahrung ihrer Selbstständigkeit und ggf. zu ihrer Gesundheitsförderung Unterstützung benötigen. Durch den Einsatz der mehrsprachigen Helfer ist es möglich, der Vereinsamung und Isolation entgegen zu wirken. Das Wissen der Ehrenamtlichen um den kulturellen und religiösen Hintergrund trägt zum besseren Verständnis auf beiden Seiten bei. Eine weitere Zielgruppe sind Interessierte, die nach einer sinnvollen ehrenamtlichen Betätigung suchen und sich für zu Hause lebende ältere Migranten engagieren wollen. Die Helfer verfügen über Erfahrungen oder spezielle Kenntnisse durch eigenen Migrationshintergrund oder z. B. durch Auslandsaufenthalte, Binationalität, oder letztendlich über spezifische Kultur- und Sprachkenntnisse.

Vorgehen
Es wird ein Helfer-Pool aufgebaut, aus dem die Helfer sowohl an Hilfesuchende bzw. Angehörige als
auch an Institutionen vermittelt werden. Dies geschieht in Kooperation mit den einschlägigen Institutionen der Migrationsarbeit bzw. Altenhilfe. Die Helfer fungieren als "Lotsen", um Barrieren im Zugang zu Regeldiensten abzubauen. Durch regelmäßige Kontakte in Form eines Besuchsdienstes wird das Vertrauen zwischen Helfern und älteren Migranten aufgebaut und die Erschließung bzw. Nutzung konkreter Angebote und Hilfen angebahnt. Vor einem Einsatz achtet das Seminar darauf, dass Klienten und ehrenamtliche Helfer zusammenpassen. Während des Einsatzes wird die fachliche Begleitung der Helfer auf zweierlei Weise durchgeführt: Zum einen durch den Austausch während der Gruppentreffen und zum anderen durch individuelle Fallbesprechungen. Im weiteren Verlauf wird der Hilfesuchende sozialpädagogisch begleitet. Bestehen in der Umgebung des Klienten geeignete Strukturen, kann die Fallbegleitung dorthin abgegeben werden.

Vorbereitung der Helfer
Alle mehrsprachigen Helfer werden in Kursen geschult, die das erforderliche Wissen vermitteln, damit
sie ältere Migranten unterstützen können. Die Schulung zielt neben der Wissensvermittlung auch darauf ab, wichtige Ressourcen und Fähigkeiten der mehrsprachigen Helfer zu stärken und zu unterstützen. Kursinhalte sind u.a.: Gesundheit und Migration, gesundheitliche und soziale Versorgung von Migranten, Interkulturelle Kompetenz, migrationsspezifische/pflegerische/soziale Themen, Begleitung von Demenzkranken im kultursensiblen Kontext, Entwurzelung im Alter, Lebensrückschau, Biografiebrüche, Handlungsfähigkeit, Interaktionsprozess, Ernährung im Alter und allgemeine Rechtsfragen.

Kontakt
Seminar für mehrsprachige Helferinnen und Helfer
Magdalenenstraße 7
80638 München
Tel.: 089-15913525
E-Mail: seminar-mehrsprachig@im-muenchen.de
Internet: http://www.hilfe-im-alter.de

Interkulturelles Mehrgenerationenhaus in Tübingen

Die Initiative zur Förderung von Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen im Bildungs- und Freizeitbereich e.V. (InFö) hat im Juli 2008 ein Interkulturelles Mehrgenerationenhaus in Tübingen eröffnet. Das Haus gehört zu dem Aktionsprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSF) und soll ein Ort der Begegnung von und für Menschen unterschiedlicher Generationen und Kulturen mit einem hohen kommunikativen und unterstützenden Charakter sein. Das BMFSF fördert das Haus fünf Jahre mit je 40.000 € jährlich.

Hintergrund
Viele Migranten sind einen familiären Zusammenhalt gewohnt, in dem sich Großeltern und Eltern gegenseitig unterstützen. Für sie ist es besonders wichtig, in ihrer neuen Umgebung einen Ort zu haben, in dem ein Austausch möglich ist und familiennahe Dienstleistungen angeboten werden.

Angebote
Das Mehrgenerationenhaus Tübingen bietet deshalb neben Deutschkursen und Sprachförderung auch Elternbildungskurse und eine Migrationsberatung an. Im Rahmen des offenen Tagestreffs findet eine Tausch- und Infobörse statt, in der von gebrauchter Kinderkleidung bis zur mehrsprachigen Broschüre zum Thema „Essen auf Rädern“ alles erhältlich ist. Darüber hinaus können die Besucher an verschiedenen Veranstaltungen wie z. B. Spielenachmittagen, Tanzpartys oder Frauenfilmreihen teilnehmen. Bei den Integrationsbemühungen übernehmen Ehrenamtliche wichtige Funktionen. Tübinger, meist aus der älteren Generation, lernen als „Einbürgerungspaten“ zusammen mit Migranten für den neuen Einbürgerungstest, und ehemalige Kursteilnehmer begleiten als Mentoren die Anfängersprachkurse, um die ersten Monate im neuen Land zu erleichtern. Ein besonderer interkultureller Schwerpunkt sind die Qualifizierungsangebote in der Altenhilfe. Da insbesondere Migrantinnen oftmals einen neuen Beruf suchen, weil ihre früheren Ausbildungen den Anforderungen in Deutschland nicht standhalten, bietet das Mehrgenerationenhaus Tübingen Qualifizierungskurse für den Beruf der Altenpflegerin an und unterstützt die Migrantinnen bei der Arbeitssuche. Dadurch wird gleichzeitig der Anteil der in der Altenpflege tätigen Migrantinnen erhöht und somit zur interkulturellen Öffnung von Pflegeeinrichtungen beigetragen.

Erste Erkenntnisse
Die ersten Erfahrungen zeigen, dass der offene Charakter, die Mehrsprachigkeit und die interkulturell
geprägten Angebote gut ankommen. Die Anzahl der Besucher aller Altersgruppen als auch die täglichen Anfragen über die Homepage nehmen stetig zu. InFö bietet Beratung deshalb nicht mehr nur vor Ort, sondern auch online an. Seit März gibt der Verein darüber hinaus einen Newsletter heraus, in dem Migranten eigene Texte veröffentlichen.

Ansprechpartner

InFö – Initiative zur Förderung von Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen im Bildungs- und Freizeitbereich e.V.
Margarete Lanig-Herold
Mauerstraße 2
72070 Tübingen
Tel.: 07071-33004
E-Mail: infoe@infoe-tuebingen.de
Internet: www.infoe-tuebingen.de

IKAP – Interkulturelle Kompetenzentwicklung in der Altenpflege

Im Rahmen des Bundesprogramms „Xenos – Integration und Vielfalt“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales startete das Bildungsinstitut im Gesundheitswesen (BiG) zu Beginn dieses Jahres das Projekt „IKAP – Interkulturelle Kompetenzentwicklung in der Altenpflege“. Es fördert die interkulturelle Öffnung und Kompetenzentwicklung in ambulanten Pflegediensten und läuft voraussichtlich bis Ende 2011.

Ziele
IKAP hat zum Ziel, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen zu unterstützen, ihre Dienstleistungen auf pflegebedürftige Menschen mit Migrationshintergrund auszurichten und durch Maßnahmen der interkulturellen Personal- und Organisationsentwicklung zu begleiten. Hierdurch sollen die Zugänge zur pflegerischen Versorgung für ältere Migranten ermöglicht und optimiert und insbesondere die Pflege demenzerkrankter Migranten verbessert werden.

Vorgehen und Methoden
BiG bietet im Rahmen von IKAP vier verschiedene Trainings und Workshops an. Durch die Verknüpfung der verschiedenen Angebote kann für jede beteiligte Pflegeeinrichtung eine spezifische Strategie entwickelt werden.

1. Interkulturelle Alltagsbegleitung
Die Maßnahme richtet sich an Arbeitssuchende mit Migrationserfahrung und wird über acht Monate
durchgeführt. Die Teilnehmer sollen in die Lage versetzt werden, Menschen mit einer Demenzerkrankung, insbesondere ältere pflegebedürftige Migranten, bei der Bewältigung ihres Alltags und der Strukturierung ihres Tagesablaufs zu unterstützen. Die Praktika werden in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen absolviert.

2. Interkulturelles Kompetenztraining
Die Fortbildung richtet sich an Mitarbeiter in ambulanten uns stationären Pflegeeinrichtungen und vermittelt Kenntnisse und Fähigkeiten, um Dienstleistungen in der Pflege für Patienten und ihre Familien mit Migrationshintergrund integrationsfördernd auszurichten. Die Fortbildung umfasst insgesamt fünf Tage für den Transfer in die Praxis.

3. Diversity Training
Die Weiterbildung richtet sich an Mitarbeiter aus ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen und hat zum Ziel, die eigene Kompetenz im Umgang mit kulturellen Unterschieden in der Pflege zu erweitern und in den eigenen Arbeitsbereich zu übertragen. Die Teilnehmer sollen so in die Lage versetzt werden, in ihren jeweiligen Unternehmen als Multiplikatoren für interkulturelle Kompetenz und Öffnung zu fungieren.

4. Beratungsworkshop
Ziel des Workshops ist es, Leitungen, Geschäftsführungen und Eigentümer in der Entwicklung von Dienstleistungen für Pflegebedürftige mit Migrationsgeschichte zu unterstützen. In einer Bestandsaufnahme der bisherigen Angebote und deren zukünftiger Entwicklung werden Ansätze zur interkulturellen Personal- und Organisationsentwicklung vermittelt. Bezugsrahmen hierfür ist das Konzept des Diversity Managements.

Interessierte Einrichtungen, Vereine und Organisationen können sich noch anmelden.

Ansprechpartner
BiG Bildungsinstitut im Gesundheitswesen GmbH
Wolfram Gießler
Auf der Union 10
45141 Essen
Tel.: 0201-3614012
E-Mail: info@big-essen.de
Internet: www.big-essen.de

Betreuungsgruppe für türkischsprachige Demenzpatienten

Die Fachstelle für pflegende Angehörige des Caritas-Zentrums München-Nord hat im März 2008 eine Betreuungsgruppe für türkischsprachige demenziell erkrankte Personen ins Leben gerufen, die zunächst bis Ende 2009 angeboten wird. Finanziert wird das Projekt durch das Caritas-Zentrum München -Nord und die Stiftung katholisches Familien- und Altenpflegewerk München. Den Gästen werden Betreuungskosten in Rechnung gestellt, die aber von der Pflegeversicherung erstattet werden können.

Hintergrund

Initiiert wurde das Projekt durch Nachfragen Betroffener nach diesem speziellen Angebot im Rahmen einer Informationsreihe für ältere türkische Migranten.

Ziele
Das Projekt möchte in erster Linie pflegende Angehörige aus dem türkischen Kulturkreis entlasten, indem an einem Nachmittag in der Woche die Betreuung der Demenzpatienten übernommen wird. Zudem soll bei den Angehörigen die Bereitschaft gefördert werden, zusätzliche Hilfen im Verlauf des Pflegeprozesses anzunehmen. Weitere Ziele des Projektes sind die Aktivierung der demenzkranken Menschen durch alltagspraktische Aktivitäten und die Vermittlung von Wertschätzung und Akzeptanz für diese in einem sicheren Rahmen. Darüber hinaus schafft die Betreuungsgruppe Engagementmöglichkeiten in der Altenpflege für Menschen mit türkischem Migrationshintergrund.

Vorgehen
Die für 3-8 Teilnehmer ausgerichteten Gruppen beginnen mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken, da Essen und Trinken bei diesem Krankheitsbild einen hohen Erlebniswert hat. Im Anschluss erhalten die
Gäste ein bedarfsgerechtes Kontakt- und Beschäftigungsangebot, wobei versucht wird, über möglichst viele Sinne Zugang zu den Patienten zu erlangen. Deshalb wechseln sich Bewegung/Tanz, kreative Tätigkeiten, Musik hören, singen und Erinnerungsarbeit ab. Um eine umfassende und kulturell sensible Betreuung zu ermöglichen, steht pro Gast ein Betreuer mit türkischen Sprachkenntnissen zur Verfügung. Die Betreuer werden von professionellen Fachkräften, denen die Leitung der Gruppen obliegt, akquiriert und geschult. Zusätzlich erhalten sie Fortbildungsangebote über das Caritas-Zentrum München-Nord, in dessen Helferkreis sie integriert sind.

Erste Erkenntnisse/Ausblick
Unter den Angehörigen besteht eine hohe Schamschwelle, sich öffentlich als Familie mit einem Demenzpatienten zu zeigen. Das Angebot der Betreuungsgruppe wird deshalb oft erst angenommen, wenn die Belastung überhand nimmt. Seitens der Projektmitarbeiter ist daher auch in Zukunft eine stark aufsuchende bzw. nachgehende Arbeit gefordert.

Ansprechpartner
Fachstelle für pflegende Angehörige – Caritas-Zentrum München-Nord
Betreuungsgruppe für türkischsprachige Demenzpatienten
Gabriele Kuhn
Hildegard-von-Bingen-Anger 1-3
80937 München
Tel.: 089-31606310
E-Mail: gabriele.kuhn@caritasmuenchen.de
Internet: www.caritas-muenchen-nord.de


Neueröffnung der Interkulturellen Tagesbetreuung im Gallus

Im Januar 2009 wurde die interkulturelle Tagesbetreuung Gallus, eine Einrichtung des Frankfurter Verbandes für Alten- und Behindertenhilfe e.V., eröffnet. Aus dem Bestreben des Verbandes, Angebote für Senioren aus dem muslimischen Kulturkreis zu entwickeln und auszubauen, entstand letztlich eine interkulturelle Einrichtung für behinderte und demenziell erkrankte Menschen aller kulturellen Hintergründe und Glaubenszugehörigkeiten.

Ziele
Die Tagesbetreuung möchte pflegebedürftigen Menschen die Möglichkeit bieten, möglichst lange in
der eigenen häuslichen Umgebung zu wohnen, um ein selbstbestimmtes Leben und bestehende soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. Aufgrund einer umfassenden kultur- und religionssensiblen Betreuung und Pflege durch ein multikulturelles Personal können die Gäste auch in der Einrichtung in der gewohnten kulturellen und religiösen Gesellschaft leben.

Dienste der Einrichtung
Die Gäste können während ihres Aufenthaltes in der Tagesbetreuung einfach entspannen oder das vielfältige Beschäftigungsprogramm nutzen und dabei neue Kontakte und Freundschaften knüpfen. Singen, musizieren und Musik hören stehen hier ebenso auf dem Programm wie basteln, werken, Spiele spielen oder Sitzgymnastik. Außerdem werden Spaziergänge, Ausflüge, Café- oder Museumsbesuche sowie kulturelle Veranstaltungen organisiert. Jahreszeitliche und religiöse Feste werden gemeinsam gefeiert. Neben einem christlichen Andachtsraum verfügt die Einrichtung auch über einen Gebetsraum für Muslime. In der speziell eingerichteten Küche können die Gäste zusammen mit den Mitarbeitern kochen und essen. Bei den muslimischen Gästen werden die Mahlzeiten unter Beachtung der religiösen Regeln zubereitet. Das Verpflegungsangebot beinhaltet Frühstück, Mittagessen und Nachmittagskaffee. Um die pflegenden Angehörigen zu entlasten, hat die Tagesbetreuung Gallus einen Fahrdienst eingerichtet, welcher die Tagesgäste morgens abholt und abends wieder nach Hause bringt. Darüber hinaus arbeiten die Mitarbeiter eng mit den Angehörigen und Betreuern zusammen, um eine für alle angenehme Pflegesituation zu erreichen. Die Einrichtung bietet zudem eine psychosoziale Betreuung sowie alle 14 Tage eine Demenz- Sprechstunde an.

Ansprechpartner
Interkulturelle Tagesbetreuung
Franz Ripp
Bischofsheimer Straße 1
60326 Frankfurt am Main/ Gallus
Tel.: 069-299807437
Fax: 069-299807448


Pflegeberatung für Migrant(-innen) in Hamburg

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg hat Ende 2008 eine Pflegeberatung für Migranten eingerichtet, um insbesondere türkisch- und russischsprachigen Senioren eine muttersprachliche und kultursensible Beratung anbieten zu können. Das Projekt wird von der ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ gefördert und ergänzend durch den Paritätischen Wohlfahrtsverband Hamburg e.V. finanziert. Eine Kooperation mit Selbsthilfeorganisationen, Pflege- und Beratungseinrichtungen sowie Moscheen in Hamburg befindet sich derzeit im Aufbau. Die Projektlaufzeit beträgt zwei Jahre.

Ziele
Ziel des Projekts ist es, den Zugang für ältere Zuwanderer zu Angeboten von Pflegediensten und begleitenden ehrenamtlichen Unterstützungsangeboten zu verbessern und die Integration in bestehende Einrichtungen zu fördern. Durch die Bereitstellung muttersprachlichen Informationsmaterials sollen die älteren Migranten besser über das Versorgungssystem und die Leistungen der Pflegesicherungen informiert werden.

Inhalte und Vorgehen
Im Mittelpunkt des Projekts steht die soziale Beratung, die bezirksübergreifend in Deutsch, Türkisch und Russisch als telefonische oder persönliche Beratung angeboten wird. In der Durchführung des Projekts spielt zudem die Öffentlichkeitsarbeit eine große Rolle. So wird das Projekt durch Kontaktaufnahme mit verschiedenen Akteuren im Bereich Pflege und Migration und durch Infoveranstaltungen bekannt gemacht. Türkischsprachige und russischsprachige Medien haben bereits über die Pflegeberatung berichtet. Das Projekt wird von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) durch ein Fachprojekt des Diplomstudienganges Pflege unterstützt.

Erste Erkenntnisse
Es zeichnet sich ab, dass insbesondere für die Zielgruppe der türkischstämmigen älteren Migranten unter anderem verstärkt Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden muss, um die betroffenen Menschen zu erreichen.

Ansprechpartner
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg e.V.
Angelika Christ
Wandsbeker Chaussee 8
22089 Hamburg
Tel: 040-41520154
E-Mail: angelika.christ@paritaet-hamburg.de
Internet: www.paritaet-hamburg.de

Gesundheitsselbsthilfe NRW und Migration

Im Dezember 2008 startete das Projekt „Gesundheitsselbsthilfe NRW und Migration“ des Paritätischen, das türkischen Krebsbetroffenen den Zugang zur Selbsthilfe öffnen möchte. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird von der AOK Rheinland/Hamburg und der AOK Westfalen-Lippe gefördert.

Hintergrund
Selbsthilfegruppen sind ein wichtiger Teil des Gesundheitssystems. Sie sind eine anerkannt wertvolle
Ergänzung zu ärztlicher Behandlung, ein Element in der Rehabilitation und in der Bewältigung von Lebenskrisen. Die Fähigkeit, sich Wissen anzueignen und für sich nutzbar zu machen, ist eine der zentralen Kompetenzen der Bürger in unserer Gesellschaft. In der Gesundheitsselbsthilfe ist gerade die gewachsene Gesundheitskompetenz oft ein wichtiges Erfolgserlebnis der Betroffenen. Mangelnde
Sprachkenntnisse, fehlende Kenntnisse über das deutsche Gesundheitssystem sowie das Fehlen an
kultursensiblen Angeboten führen dazu, dass Migranten nicht die gesundheitliche Versorgung in Anspruch nehmen (können), die sie benötigen und die ihnen zur Verfügung steht.

Ziele
Ziel des Projekts ist die interkulturelle Öffnung von Krebsselbsthilfeverbänden und die Integration von Migranten in die gesundheitlichen Selbsthilfestrukturen in NRW, um ihre gesundheitliche Versorgung zu verbessern.

Umsetzung und Vorgehen
Das Projekt „Gesundheitsselbsthilfe NRW und Migration" will beispielhaft erproben, wie die Erfahrungen und Kompetenzen Betroffener in deutschen Krebs-Selbsthilfeorganisationen für türkischstämmige Mitbürger zur Bewältigung einer eigenen Krebserkrankung nutzbar gemacht werden können. Dabei sollen kulturell bedingte Unterschiede in Gesundheitskonzepten und in Krankheits- sowie Bewältigungsstrategien berücksichtigt und in die Entwicklung eines kultursensiblen Angebots integriert werden. Die Umsetzung des Projekts erfolgt auf drei Ebenen. In den Landesverbänden der Krebsselbsthilfen sollen Sensibilisierungsprozesse zum besseren Verständnis von türkischsprachigen Krebsbetroffenen und ihren Familien angestoßen werden. Die Betroffenen und ihre Familien erhalten darüber hinaus aber auch direkte Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung. Abschließend wird der Aufbau eines kooperativen Miteinanders von deutschen und türkischsprachigen Krebsbetroffenen im Rahmen der gesundheitlichen Selbsthilfestrukturen in NRW angestrebt.

Ansprechpartner
Gesundheitsselbsthilfe NRW und Migration
Der Paritätische - Kreisgruppe Essen
Umut Copuroglu-Ezel
Camillo-Sitte-Platz 3
45136 Essen
Tel.: 0201-89533-18
Mobil: 0173-3165955
E-Mail: copuroglu@sozialeprojekte.de
Internet: http://www.sozialeprojekte.de/content/e334/e891/index_ger.html


TRICC — Förderung der mehrsprachigen und interkulturellen Kompetenzen im Sozial- und Gesundheitswesen

Seit Dezember 2008 arbeiten Universitäten und soziale bzw. medizinische Einrichtungen aus fünf verschiedenen Ländern in dem auf zwei Jahre angelegten europäischen Kooperationsprojekt TRICC
(Training Intercultural and Bilingual Competencies in Health and Social Care) an der Entwicklung und
Durchführung von Schulungen für ad hoc-Dolmetscher, Mediatoren, Personal in Gesundheits- und Sozialwesen sowie Patienten mit Migrationshintergrund. Deutscher Partner von TRICC ist der im Bildungsbereich des Gesundheits- und Sozialwesens engagierte Verein dock europe e.V.

Hintergrund
Für Migranten in europäischen Ländern ist der Zugang zum Gesundheitswesen und zu hochwertigen
medizinischen Leistungen oft erschwert, die Kommunikation ist wenig effektiv. Kulturelle und sprachliche Barrieren sind die Haupthindernisse. Adäquate Übersetzungs- oder Dolmetschleistungen sind unabdingbar für das Erlangen von ausreichender medizinischer Versorgung, aber an sprachlicher Unterstützung fehlt es häufig.

Ziele
TRICC hat zum Ziel, die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten mit Migrationshintergrund zu verbessern, um Migranten eine angemessene und kultursensible gesundheitliche Versorgung zu ermöglichen. Im Hinblick auf Dolmetscherdienste sollen insbesondere die informellen mehrsprachigen und interkulturellen Kompetenzen von Migranten anerkannt, gefördert und weiterentwickelt werden.

Vorgehen

Im Vordergrund des Projekts steht die Konzeption, Durchführung und Evaluation von Fortbildungen und verschiedenen Trainingsmethoden. Mit Fragebögen und Interviews soll vor allem in Erfahrung gebracht werden, welche (interkulturellen) Kompetenzen, abgesehen von sprachlichen Fähigkeiten, für die Verbesserung der Arzt-Patienten-Kommunikation notwendig sind. Die Ergebnisse und einige Best-Practice-Beispiele werden anschließend in eine Leistungsmappe für Trainingskurse zur Förderung der mehrsprachigen und interkulturellen Kompetenz im Gesundheits- und Sozialwesen einfließen, um die Voraussetzungen für eine länderübergreifende Implementierung der Fortbildungen zu schaffen. Das Projekt wird sich hauptsächlich, aber nicht ausschließlich auf die türkische Minoritätengemeinschaft konzentrieren.

Ansprechpartner
dock europe e.V.
Ortun Kliche
Amandastraße 60
20357 Hamburg
Tel.: 040-80609222
E-Mail: ortun.kliche@dock-europe.net
Internet: www.dock-europe.net, www.tricc-eu.net

Das aktuelle Projekt TRICC ist ein Nachfolgeprojekt der europäischen Grundtvig2-Lernpartnerschaft BICOM (Promoting bilingual and intercultural competencies in public health), die dock europe von 2005 bis 2007 koordiniert hat. Auf der Website www.bicom-eu.net gibt es weitere Informationen hierzu. Die Ergebnisse aus diesem Projekt sind im booklet in englischer und deutscher Version veröffentlicht.

Europäisches Forschungsnetzwerk zum Thema „Active Ageing of
Migrant Elders across Europe“

Anfang Februar 2009 wurde das vom AAMEE-Projekt initiierte Europäische Forschungsnetzwerk „Active Ageing of Migrant Elders across Europe" ins Leben gerufen.

Hintergrund
Trotz wachsender Zahlen haben ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gegenwärtig keine hohe Relevanz für die politischen Entscheidungsprozesse auf europäischer Ebene. Europäische Dokumente, die sich mit den Belangen von älteren Menschen oder der Integration von Zuwanderern beschäftigen, befassen sich kaum mit älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte oder sehen sie nicht als eine Gruppe an, an der oder für die spezielles Interesse oder Handlungsbedarf besteht.

Ziele und Umsetzung
Das europäische Forschungsnetzwerk möchte durch vergleichende, interdisziplinäre, praxis- und anwendungsorientierte Forschung in erster Linie die Kompetenzen und Potentiale, die dem Prozess des Alterns zugewanderter Bevölkerungsgruppen in unterschiedlichen europäischen Ländern innewohnen, untersuchen und Strategien entwickeln, wie diese weiter gestärkt und genutzt werden können. Dabei soll explizit die Heterogenität der Gesamtgruppe beachtet und geschlechtsspezifische Fragestellungen berücksichtigt werden. Besondere Aufmerksamkeit wird auf die politische, soziale, kulturelle und ökonomische Partizipation und Integration älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gelegt (Querschnittsthema des Active Ageing). Im Rahmen des Forschungsnetzwerks sollen sowohl gemeinsame (Forschungs-)Projekte, z. B. in konkreten Forschungsprogrammen der Europäischen Union, entwickelt als auch Begleitforschungen und Evaluationen praxisorientierter Projekte durchgeführt werden. Angestrebt wird außerdem eine Kooperation mit anderen bestehenden wissenschaftlichen Netzwerken im Bereich der Migrationsforschung. Weitere Vorhaben sind der Aufbau von exemplarischen Kooperationsprojekten mit Wohlfahrtseinrichtungen, Wohnungsunternehmen und Kommunen in bestimmten Regionen, die Identifizierung und der Austausch von Good Practice sowie die Entwicklung von diesbezüglichen Erfolgskriterien und der Aufbau eines europaweiten Expertenmoduls zum Thema ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Auch Politikberatung und die Beratung von Entscheidungsträgern in verschiedenen Feldern und auf lokaler, regionaler, nationaler und EU-Ebene sowie die Sensibilisierung von relevanten Schlüsselakteuren auf politischen, wirtschaftlichen, sozialen, wohlfahrtlichen und (frei-)gemeinnützigen Ebenen werden Aufgaben des Europäischen Forschungsnetzwerks sein.

Produkte
Geplant ist die Ausrichtung einer jährlichen Konferenz, die dem Transfer von Forschungsergebnissen in Politik und Praxis dienen soll, die Herausgabe einer Zeitschrift, einer eigenen Schriftenreihe und eines Newsletters. Außerdem sollen kleinere themenbezogene Veranstaltungen (z. B. zum Thema Gesundheit oder soziale Partizipation) durchgeführt und Strategien und Module zur Qualifizierung von Entscheidungsträgern entwickelt werden.

Ansprechpartner
Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
Dr. Claus Eppe
Horionplatz 1
40213 Düsseldorf
Tel.: 0211-86183320
E-Mail: info@aamee.eu
Internet: http://www.aamee.eu/deutsch/forschungsnetzwerk/index.php

Studie
Suizidraten und Suizidprävention bei Berliner Frauen mit türkischem Migrationshintergrund

Das Projekt läuft voraussichtlich vom 01.10.2008 – 30.09.2010 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell unterstützt. Projektverantwortliche sind die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Berlin sowie das Institut für Medizinische Psychologie des UKE Hamburg.

Hintergrund
In Deutschland sind die Suizidraten der Menschen mit türkischem Migrationshintergrund niedriger als jene der Einheimischen. Als Ursachen werden der große Zusammenhalt innerhalb der türkischen Gemeinschaft und die Religion angenommen. Allerdings hebt sich die Gruppe der jungen Frauen mit türkischem Migrationshintergrund aus dieser Gruppe hervor. Die Suizidrate liegt hier fast doppelt so hoch wie bei gleichaltrigen, einheimischen Frauen. Als Ursache werden soziale und kulturgebundene Konflikte vermutet. Aufgrund der geringen Datendichte betreffend Suizidhäufigkeiten und Suizidversuchen bei Migranten in Deutschland wird jedoch eine definitive Aussage bezüglich des Risikos für Suizid erschwert.

Ziel
Ziel der Studie ist es, die Häufigkeit von Suiziden und Suizidversuchen bei Frauen mit türkischem Migrationshintergrund über eine primärpräventive Intervention zu senken. Als Zielgruppe sind türkische Migrantinnen im Alter ab 18 Jahren vorgesehen.

Methode und Vorgehen
Bei der Untersuchung wird ein quasiexperimenteller Versuchsplan mit einer Interventions- (Berlin) und einer Kontrollgruppe (Hamburg) verwendet. Dabei werden zunächst in Fokusgruppen Themen- und Interventionsfelder erhoben und definiert, aus denen eine spezifische Multiplikatorenintervention sowie eine spezifische Medienintervention entwickelt werden. Die einzelnen Interventionen sind vorwiegend in türkischer Sprache vorgesehen und werden sequentiell und multimodal (Fokusgruppen, Multiplikatorentraining, Medienintervention) implementiert und evaluiert. Mit Hilfe von Fokusgruppensitzungen wird die Strategie vorevaluiert, um vor Beginn des Projekts diese entsprechend zu optimieren und dadurch die Effektivität zu erhöhen. Darauf folgend wird die geplante Intervention (Präventionsprogramm) in Berlin stattfinden. Die türkischen Migrantinnen aus Hamburg dienen als Kontrollgruppe, bei welcher kein Interventionsprogramm durchgeführt wird. Dabei werden in „Train-the-Trainer-Seminaren“ Mitarbeiter aus den Bereichen Medizin, Pflege, Psychologie und Sozialpädagogik als Referenten für zukünftige Veranstaltungen ausgebildet. Als Multiplikatoren sollen Personen mit gutem Zugang zur Zielgruppe (erwachsene Frauen mit türkischem Migrationshintergrund) gewonnen werden. Dabei werden spezifisch Multiplikatoren für Frauen mit türkischem Migrationshintergrund im Alter von 18-34, 35-49 und 50+ Jahren ausgewählt. Insgesamt sollen etwa 180 Multiplikatoren geschult werden. Parallel zu den „Train-the-Trainer-Seminaren“ soll für sechs Monate im Rahmen einer Medienkampagne (Printmedien, TV-Spots) auf Krisensituationen und ihre möglichen Folgen aufmerksam gemacht werden. In diesem Zusammenhang soll auf Hilfsangebote in Berlin hingewiesen werden. Die Einrichtung einer Telefonhotline beim Berliner Krisendienst soll Menschen mit türkischem Migrationshintergrund ermöglichen, in Krisensituationen muttersprachliche Unterstützung zu erhalten.

Kontakt
Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus
PD Dr. Meryam Schouler-Ocak
Große Hamburger Straße 5 - 11
10115 Berlin
Tel.: 030-23112786
Fax: 030-23112787
E-Mail: meryam.schouler-ocak@charite.de
Internet: www.mwm-vermittlung.de/SuizidTuerkFrauen.html

Handy-Seminar für türkische Senioren

Das Paritätische Bildungswerk Essen hat einen Handykurs für türkische Senioren ins Leben gerufen,
der im Juli 2009 stattfand. Finanziert wurde das Seminar durch Teilnehmerbeiträge.

Hintergrund
Seit acht Jahren bietet die „Offene Seniorenarbeit“ von PariSozial Essen „Handy-Seminare für deutsche Senioren“ an. Anfang des Jahres entstand durch eine neue Kollegin die Idee, dieses Angebot auch für Senioren mit Migrationshintergrund auszuprobieren. Zusätzlicher Auslöser war der zu diesem Zeitpunkt ausgeschriebene Wettbewerb „Blickpunkt Migration“ des Paritätischen Bildungswerkes.

Ziele
Das Projekt möchte die ältere türkische Generation mit den modernen Kommunikationsmitteln vertraut machen und ihr einen sicheren Umgang mit diesen ermöglichen. Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, Kontakte zur Zielgruppe zu knüpfen, um diese auch für andere Angebote zu interessieren und damit die Integration zu fördern.

Inhalte und Umsetzung
Der Handykurs setzt sich aus einem vierstündigen Einführungsseminar und einem zweistündigen Vertiefungsseminar zusammen. Die Teilnehmer bringen ihr eigenes Handy mit und lernen die wichtigsten Grundfunktionen zur Bedienung eines Handys: Basiseinstellungen, Menüführung, Nutzung der Mailbox, Anrufumleitung, Anrufsperrung, Versendung von SMS, Telefonieren im Ausland usw. Die Praxis hat gezeigt, dass die Teilnehmer nach dem vierstündigen Einführungsseminar mit sehr vielen Informationen nach Hause gehen. Sie versuchen dann, das Gelernte umzusetzen und praktisch anzuwenden. Dabei ergeben sich meist Fragen, die im zwei Wochen später stattfindenden Vertiefungsseminar beantwortet werden können. Der Handykurs wird von zwei Studenten in türkischer Sprache durchgeführt. Der bereits bestehende deutschsprachige Flyer zum Handyseminar für Senioren wurde von den Studenten in die türkische Sprache übersetzt und dann an türkische Vereine, das Institut für Stadtteilentwicklung, sozialraumorientierte Arbeit und Beratung (ISSAB), RAA, den Integrationsbeirat der Stadt Essen usw. verteilt.

Ansprechpartner
PariSozial Essen
Bereich „Offene Seniorenangebote“
Hildegard Fischer
Camillo-Sitte-Platz 3
45136 Essen
Tel.: 0201-8953330
Fax: 0201-8953325
E-Mail: Hildegard.Fischer@paritaet-nrw.org
Internet: http://essen.paritaet-nrw.org/content/index_ger.html

 

Über Brücken kannst Du gehen -
Ein Projekt für demenzkranke russischsprachige Menschen

Die AWO Nürnberg hat 2008 in Kooperation mit dem WEINBERG DAY CARE CENTER in Hadera/
Israel das Projekt „Über Brücken kannst Du gehen – kreativ-therapeutische Begleitung von demenzkranken Menschen mit russischem Migrationshintergrund“ ins Leben gerufen. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird von den Stiftungen „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und „wbg 2000“ sowie von der AWO Sozialstiftung Nürnberg finanziert.

Hintergrund
Nürnberg und Hadera sind Partnerstädte. Sowohl in Nürnberg als auch in Hadera leben viele Einwanderer mit russischem Hintergrund. Russischsprachige Menschen mit Demenzerkrankung können an den einheimischen Betreuungsgruppen im Einwanderungsland aufgrund von Sprachbarrieren oft nicht teilnehmen. Für diese Menschen sollen in Hadera und Nürnberg spezielle Betreuungsgruppen in russischer Sprache angeboten werden.

Ziele
Das Projekt möchte die Kompetenzen und sozialen Kontakte demenzerkrankter Menschen mit russischem Migrationshintergrund fördern, ihr Wohlbefinden steigern und ihrer Lebensqualität verbessern. Dazu gehört auch, das Verbleiben der alten Menschen in der eigenen Wohnung zu sichern. Darüber hinaus sollen aber auch die Angehörigen unterstützt und entlastet werden.

Angebot
Die Betreuung der russischsprachigen Demenzpatienten erfolgt durch regelmäßige wöchentliche Treffen einer festen Gruppe von ca. 5 Teilnehmern, die von einer Fachkraft und speziell geschulten Laienhelfern begleitet werden. Im Mittelpunkt steht der ressourcen- und biografieorientierte Umgang mit den demenzerkrankten Menschen. Während der Treffen werden Aktivierungs- und Entspannungsübungen durchgeführt, aber auch russische Lieder gesungen und Märchen vorgelesen, um eine Atmosphäre des Vertrauens und der Vertrautheit zu schaffen und positive Erinnerungen zu wecken. Im Rahmen des Projektes werden außerdem Schulungen und Selbsthilfegruppen für Angehörige angeboten.

Erste Erkenntnisse und Ausblick
Durch eine Weiterentwicklung der methodischen Werkzeuge soll die Arbeit mit demenzkranken Menschen mit russischem Migrationshintergrund dauerhaft qualitativ verbessert werden. Die kreativtherapeutischen Interventionen „muttersprachliche Musik und Märchen“ sollen in die tägliche Arbeit implementiert werden können. Angestrebt wird eine international orientierte Praxisreflexion mit Israel. Da der Zugang zu den russischsprachigen Menschen mit Demenzerkrankung und deren Angehörigen durch starke Tabuisierung der Erkrankung besonders schwierig ist, bedarf es weiterhin einer intensiven Aufklärungs- und Motivationsarbeit.

Ansprechpartner
Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Nürnberg e.V.
Fachstelle für pflegende Angehörige
Olesya Belyaev
Karl-Bröger-Straße 9
90459 Nürnberg
Tel.: 0911-45060131
Fax: 0911-45060122
E-Mail: olesya.belyaev@awo-nbg.de
Internet: www.awo-nuernberg.de

Netzwerk Älterer Migranten in Kiel-Gaarden und Kiel-Mettenhof

In Kiel ist am 01. Januar 2009 das Projekt „Netzwerk Älterer MigrantInnen in Kiel-Gaarden und Kiel-
Mettenhof“ mit Unterstützung von Fördermitteln des Bund-Länderprogramms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt“ und in Zusammenarbeit verschiedener Institutionen, die in der Altenhilfe und der Migrationsarbeit tätig sind, gestartet. Der Projektträger ist die Landes- Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände Schleswig-Holstein e.V. In Kiel-Gaarden läuft es bis zum 31. März 2012, in Kiel-Mettenhof bis 31. Dezember 2010.

Ziele
Ziel dieses Projektes ist es, Migranten über 50 Jahre, Familienangehörige, Vereine und Verbände sowie Mitarbeiter aus Einrichtungen der Altenarbeit und des Gesundheitswesens vorbeugend und frühzeitig auf die Probleme des Älterwerdens aufmerksam zu machen und die Situation der älteren Bürger mit Migrationshintergrund nachhaltig zu verbessern. Durch Sensibilisierung von Einrichtungen und Diensten, Information und Stärkung der Handlungskompetenzen sollen eine interkulturelle Öffnung gefördert und mögliche Zugangsbarrieren für Migranten abgebaut werden. Somit soll eine Chancengleichheit beim Zugang zu den Angeboten der Pflege, der Gesundheitsförderung und der Altenhilfe hergestellt werden, um das gesellschaftliche Miteinander zu fördern.

Inhalte
Das Projekt umfasst für jeden Stadtteil jeweils sechs Module. Diese Module werden von den Projektpartnern in unterschiedlichen Kooperationen durchgeführt. Die Koordination und Vernetzung des Projektes erfolgt in Gaarden durch eine Mitarbeiterin der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. und in Mettenhof durch eine Mitarbeiterin der Kieler Servicehäuser der AWO.
Es werden folgende, nach Bedarf muttersprachlich begleitete Module durchgeführt:
· Training zur interkulturellen Kommunikation für Mitarbeiter aus der Seniorenarbeit.
· Informationsveranstaltung für ältere Migranten und Mitarbeiter der Fachdienste aus den Bereichen
Migration, Pflege und Gesundheit zu seniorenspezifischen Themen.
· Kursangebote und Gesprächskreise zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen und ehrenamtlichen Personen unter Einbeziehung von muttersprachlichen Pflegekräften bzw. Übersetzern.
· „Älter werden in Deutschland“-Seminarreihen für russischsprachige und türkischsprachige Migranten in Kiel-Gaarden und Kiel-Mettenhof.
· Muttersprachliche Informationsveranstaltungen zur Gesundheitsprävention mit dem Ziel, die Eigenverantwortung von Menschen mit Migrationshintergrund für ihre Gesundheit zu stärken und deren Zugang zum deutschen Gesundheitssystem zu verbessern.
· Informationen über mögliche Ausbildungswege in die Altenarbeit von Schülern, deren Eltern und
Erwachsenen mit Migrationshintergrund, die eine Berufsausbildung oder Umschulung anstreben.
· Entwicklung und Einsatz von geeigneten Materialien zum Gedächtnistraining für ältere Migranten
(Zielgruppe 1: Muttersprache Türkisch, Zielgruppe 2: Muttersprache Russisch).

Ansprechpartner
Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein AWO Schleswig-Holstein gGmbH
Frau Yaprak Unternehmensbereich Pflege
Koordinatorin Kiel-Gaarden Kieler Servicehäuser der AWO
Tel.: 0431-3641723 Frau Wagner
E-Mail: ayseyaprak@tgs-h.de Koordinatorin Kiel-Mettenhof
Tel.: 0431-5333071

Zentrum für Bewegungsförderung Nord – Bewegung im Norden

„Bewegung im Norden“ ist ein Kooperationsprojekt der Landesvereinigungen für Gesundheit (LVG)
Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans
„IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ wird das Projekt
über zwei Jahre vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bis Februar 2011 gefördert. Die LVGn
bilden Anlaufstellen zur Identifikation und Koordinierung bestehender Bewegungsangebote. In den einzelnen Bundesländern sind neben gemeinsamen Aktivitäten länderspezifische Schwerpunkte zur Bewegungsförderung älterer Menschen (60+) verankert. Die LVG Bremen konzentriert sich auf Angebote für und die Erreichbarkeit von Senioren mit Migrationshintergrund.

Hintergrund
Im Zuge des demografischen Wandels nimmt Bewegung im Alter eine zunehmend wichtige Rolle ein.
Bewegung wirkt sich einerseits positiv auf die Gesundheit aus, andererseits fördern gemeinsame Aktivitäten die soziale Integration, Gemeinsames kann erlebt und ausgetauscht werden. Einige Akteure haben bereits Bewegungsangebote speziell für ältere Migranten in ihre Arbeit integriert. Oftmals werden diese jedoch nicht als solche zur Kenntnis genommen, da Bewegungsförderung vor allem im Zusammenhang mit konkreten sportlichen Aktivitäten verstanden wird. Bewegungsförderung findet jedoch auch im Alltag statt, indem beispielsweise Fahrradtouren, gemeinsame Spaziergänge oder Ausflüge unternommen werden. An diesem Ansatz der Alltagsbewegung knüpft das Projekt „Bewegung im Norden“ an.

Ziele
Im Rahmen des Projekts sollen verschiedenste Bewegungsangebote, insbesondere Alltagsbewegungsangebote identifiziert und bekannt gemacht werden. Hierbei stehen Zugangswege und Kriterien guter Praxis im Mittelpunkt. Das Projekt möchte außerdem den Aufbau neuer Kooperationen fördern, so dass weitere Angebote auf die Bedürfnisse älterer Migranten abgestimmt und neue Angebote entwickelt werden. Ein weiteres Ziel ist es, neue Akteure für die Bewegungsförderung im Alltag zu gewinnen.

Umsetzung
Ein erster Schritt ist die Durchführung von Bestandsaufnahmen in allen vier Bundesländern, um einen
Überblick über die bereits bestehenden Bewegungsangebote zu schaffen. In einem interdisziplinären
Netzwerk werden dann Zugangswege und Modelle guter Praxis diskutiert und auf Möglichkeiten der
Verbreitung überprüft. Darüber hinaus finden Fachtagungen und Fortbildungen rund um das Thema
Alltagsbewegung für Multiplikatoren statt.

Ansprechpartnerin
Landesvereinigung für Gesundheit Bremen e.V.
Nicole Tempel
Horner Str. 70, Ansgar Haus
28203 Bremen
Tel.: 0421-36118494
Fax: 0421-49618494
E-Mail: info@lvgb.de